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8 (1830) O bis Q
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921
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Psychologie 92 k.

- tale, sonst auch rationmlle Psychologie (s. Metaphysik), dahingegen die Unter-

! suchung erster» Art, weil hier die Seele als Gegenstand der Erfahrung betrachtet

wird, Erfahrungsseelenlehre oder empirische Psychologie, auch Psychologie vor-zugsweise genannt. Die empirische Psychologie ist sonach die zur Wissenschaft( ausgebildctc Erfahrung über die Äußerungen und Veränderungen der menschlichen

b Seele. Als Wissenschaft bezieht sie sich auf das Allgemeine in der Thätigkeit der

s Seele, gewisse Elasten der inner» Erscheinungen, welche wir durch vergleichende

s Beobachtung finden; als Wissenschaft der Seele ist sie ein Theil der Anthropolo--

>, gie, daher sie auch psychologische Anthropologie genannt und von der Physiologie

; oder physiologischen Anthropologie unterschieden wird, wiewol beide immerfort -ur

! Vereinigung hinstreben. Sie setzt den Unterschied der geistigen Anlage (des Ich)

und des Körpers als im Bewußtsein gegeben voraus und versucht nicht, denselbenzu erklären; sie betrachtet zwar die Seele in ihrer Wirksamkeit, insofern sie mit demKörper verbunden ist, übergeht aber auch die bloß körperlichen Veränderungen unddeutet bei aller Verschiedenheit beider auf ihre ursprüngliche Einheit immerfort hin.Geschähe Letzteres nicht, so wäre sie der Erfahrung vielmehr zuwider als gemäßund dürste sich des Namens Ecfahmngsseelenlchre nicht rühmen. Ihr Verhältniß: zur Philosophie ist vielfach. Denn Erstens kann sie als Vorbereitungswissenschaft

für den sich entwickelnden philosophischen Geist dienen, und ist dieses noch mehr als! die Logik, welche unter den Thatigkeiten des Geistes nur den Verstand in seiner:Gesetzmäßigkeit betrachtet. Sowie nämlich die Entwickelung des menschlichen Gei-s stes überhaupt von dem Besondern ausgeht und zu dem Allgemeinen fortschreitendsich erhebt, so ist die empirische Psychologie, welche eine erfahrunggemäße Selbst-H kenntniß gewährt, die zweckmäßigste Vorbereitung und Einleitung in die spekula-tive Weltansicht, welche die Philosophie aufstelit; sie ist cs um so mehr, je deut-licher sie das geistige Werkzeug kennen lehrt, mit welchem wir philosophiren. Auchi werden hier nur Thatsachen vorausgesetzt und entwickelt, die in Jedes Bewußtseinliegen, mithin Jedem verständlich sind, deren deutliche und zusammenhängendeEckenntniß aber manchem Jrrchumr des Philosophicens vorzubeugcn im Standes ist und als die leichtere zu dem Schweren sicherer fortleitet. Nie aber kann sie selbstdie Stelle der Philosophie vertreten, weil die Erfahrung und Beobachtung nichts^ über das Wesen der Dinge lehrt; daher auch Einige fälschlich die Philosophie zueiner bloß psychologischen Betrachtungsweise machen. Ja die empirische Psycho-logie ist vielmehr, von einer zweiten Seite betrachtet, eine angewandte philosophischeWissenschaft, insofern sie nämlich zur Anordnung und Erklärung ihrer Thatsachennicht nur der philosophischen Form, sondern auch gewisser metaphysischer Begriffe(z. B. Kraft, Wirkung rc.), deren Wahrheit sie vocaussetzen muß, und des philo-sophischen Geistes zu ihrer Begründung und Aufstellung als Wissenschaft bedarf.Dadurch aber unterscheidet sie sich zugleich von einer bloßen Naturbeschreibung derSeele, dir in ihrer Entwickelung vorhergegangen ist. Letztere stellt nur die That-r sachen selbst in einer natürlichen Anordnung auf; die wahre Erfahrungsseelenlehreaber will dieselben in ihrem lebendigen Zusammenhangs und nach ihren Gesetzenerklären und so das innere Leben als geistigen Organismus darstellen. Und so ist: sie, wenn wir das Bisherige zusammenfassen, derjenige Theil der angewandten

- Philosophie (insbesondere der anthropologischen Wissenschaften), welcher die Or-ganisation der menschlichen Seele, gemäß ihren durch innere Erfahrung (Selbstbe-

! wußtsein) wahrgenommenen Äußerungen, kennen lehrt. Diesem Ideal schreitetdie Ausbildung der Psychologieimmer näher, je mehr sie sich über eine bloße Auf-zählung verschiedener geistigen Äußerungen und über die Naturbeschreibung erhebt;sie ist aber als eine jüngere Wissenschaft in allen ihren Theilen noch nicht gleichför-^ mig ausgebildct. Einige theilen sie, wie die Körperlehre, in die Lehre von den na-türlichen, gesunden oder krankhaften Zuständen d?S Geistes ein, mithin in die psy-