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8 (1830) O bis Q
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Provenzalm

kennen, welche ihre Zelt von dieser Poesie davontrug, welche immer die Geister bil-dete, die Sprache bereicherte, die Männer zu Thatcn begeisterte, und die Frauenanfeuerte, sich liebenswürdig zu machen. Die provenzalischen Dichter führtenauch den Namen romanische, weil man die Provenzalsprache auch noch die roma-nische nannte, aus welcher sie sich eigenthümlich gebildet hatte; ferner Trouba-dours (s. d.) und im Italienischen Vrovatori, wahrend die etwas spätem nord-französischen Dichter, welche in der scanz. Sprache besonders Romane, die viel Un-sinn , alberne Märchen und Phantastereien enthalten (zuerst den damals so belieb-ten, aber langweiligen Roman von der Rose), Heldengedichte (von den 12 PairSKarls des Großen, von den Rittern der Tafelrunde und von den Amadissen),Contes und Fabliaux schrieben, und die besonders Karl VI. begünstigte, Lrouvöresgenannt wurden. Der älteste Troubadour, den wir noch nach seinem Namen undseinen Liedern kennen, ist Wilhelm, Graf von Poiticrs und Guienne (geb. 1071),der die Abenteuer seines Kreuzzugs besang, vor dem jedoch schon Andre gesungenhaben müssen. Denn Raynouard hat ein gereimtes provenzalisches Gedicht vomA. 1000 gefunden. Der Zeitraum, in welchem sie blühte, reicht von 1090—1290(nachDietz), und der schwärmerische Geist dieser Poesie erreichte seine Höhe von1140 und zu der Zeit, als Berengar III. vom Kaiser Friedrich I. mit der Provencebelehnt worden war. Da waren nicht bloß die Großen und viele Damen in derProvence, sondern auch große fremde Fürsten (z. B. Richard Löwenherz) und deritalienische Adel ganz für den Provenzalgesang entflammt. Die Reize der Prv-venzalsprache und des Prooenzalgesangs verbreiteten sich nämlich gar bald in Italien(wo Folchetto der erste namentlich bekannte Provenzaldichter war) und in Spanien(limosinische Provenzaldichter), wo viele Fürsten Dichter waren (wie Alfons II.,Peter III. und IV.), auch später in Sicilien. Ins Wunderbare spielt die Ge-schichte des auch von Dante gepriesenen Romeo (Pilger) de Villeneuve, Ministersdes 10. Grafen v. Provence, Raimond Berengar (von 1208—44), die Baubrier1635 als Roman erzählt hat. Neu bearbeitet ist dieser Stoff in d. „kerexrirm-rioni e«i avanture »lol nobile komeo da krovenna," (Turin 1824, 2 Bde.).Der Verfall des Provenzalgesangs trifft ins 14. Jahrh., in dessen erster Hälfteman schon Preise (zu Toulouse goldene Veilchen, dann auch silberne Ringelblumenund Feldrosen) zur Ermunterung für Dichter ausbieten mußte. Der Letzte, denMillot, der Wf. des Hauptwerks („Hist, littersire ile« l'rouballours", Paris1774,3 Vde.) in diesem Fache, anführt, ist Jean Esteve de Blesieres (um 1286).(Bgl. auch Manso's Abhandl. im 4. Bde. der Nachträge zu Sulzer.) Man warddieses Zeitvertreibs endlich überdrüssig, der Verstand verdrängte die Phantasie,der Adel verlor seinen Glanz, die fürstl. Begünstiger starben aus, die entstehendeHerrschaft der Könige aus dem französischen Hause begünstigte statt der Provenzal-sprache die französische, auch fehlte es an Stoff, da die Ritterabenteucr aufhör-ten; ein kräftiger Petrarca trat unter den Provenzalen nicht auf, und statt derSänger, die man, wenn sie selbst Troubadours waren, Menetriers nannte, gab esnur noch Spielleute, Jongleurs, die den Namen Troubadours mißbrauchten, unddie Verachtung der Letztem bewirkte auch das Vergessen der frühem bessern Dichter.Wir haben noch viel von dem poetischen Nachlasse der Provenzaldichter, u. a. einigereligiöse Romane. Dieser Nachlaß ist nicht nur eine Probe des wiedererwachendmGeschmacks der Europäer und ein Denkmal der damaligen Denkart und der dama-ligen Sitten unter den Gebildeten, sondern gibt auch den Alterthumsforschern vieleMaterialien. Wir geben dem Leser eine Probe von den Produkten jener 8eienyL(so nannten sic die Dichtkunst):

1) Romanisch-provcnzalisch.ti okan» ä'susels eommonra nia ebanscni,

Obsnt suA ebsntsl' la gchisnts et aiglns,

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