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Papst (kath.)
Erhaltung des Glaubens und Dessen, was damit in Verbindung sicht. Christusordnete diesen Cinheitspunkt auf eine sehr würdige Weise bei der Gelegenheit an,als einer seiner Apostel, der Erste unter allen, gläubig des Herrn Gottheit er-kannte. Wandelnd mit seinen Aposteln, fragte er nämlich seme Jünger: Wersagt denn Ihr, daß ich sei? Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bistChristus, der Sohn des lebendigen Gottes! Und Jesus antwortete und sprach zuihm: Selig bist Du, Simon, Jonas Sohn, denn Fleisch und Blut haben Dirdas nicht offenbart, sondern mein Vater, der in den Himmeln ist. Nun, so sagich auch Dir: Du bist Petrus (das heißt Fels), und auf diesem Felsen will ich bauenmeine Kirche, und die Pforten der Holle sollen sie nicht überwältigen. Und ichwill Dir die Schlüssel des Reichs der Himmel geben. Alles, was Du auf Erdenbinden wirst, wird auch in den Himmeln gebunden sein, und Alles, was Du aufErden lösen wirst, wird auch in den Himmeln gelöst sein. (Matth. XVI, 13—19.)— So klar diese Stelle spricht, so hat es doch nicht an irrgläubigen Auslegern:gefehlt, welche dem Sinne und den Worten zuwider annahmen, bei den Worten„auf diesem Felsen" habe Christus mit dem Finger auf sich selbst gedeutet; der ge-lehrte Michaelis fertigt diese Erklärung einiger seiner protestantischen Glaubens-bcüder sehr gut ab, wenn er sagt: „Der Finger ist nicht Christi Finger, sondernder Finger des polemischen Auslegers". — Die Binde- und Lösegewalt, sowiedas Amt, Christum zu predigen, ist nun zwar später allen Aposteln verliehen,aber keiner ist zum Felsen, worauf die Kirche erbaut sein solle, erklärt worden;dieser Felsen war nur einer, Simon, Jonas Sohn, genannt Petrus. — Nachseiner Auferstehung erschien Christus zum dritten Mal seinen versammelten Jün-gern am See Liberias. Da sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zuSimon Petrus: Simon, Jonas Sohn, liebst Du mich mehr, als mich Dieselieben? Er sprach zu ihm: Ja, Herr, Du weißt, daß ich Dich liebe! Da sprichter zu ihm: Weide meine Lämmer! Wiederum spricht er zu ihm, zum andernMal: Simon, Jonas Sohn, liebst Du mich ? Er spricht zu ihm: Ja, Herr,Du weißt, daß ich Dich liebe! Er spricht zu ihm: Weide meine Schafe! Zumdritten Mal spricht er zu ihm: Simon, Jonas Sohn, liebst Du mich? Petrusward traurig, daß er zum dritten Mal zu ihm sagte: Liebst Du mich? und sprichtzu ihm: Herr, Du weißt alle Dinge! Du weißt, daß ich Dich liebe! SprichtJesus zu ihm: Weide meine Schafe! Wahrlich, wahrlich, ick sage Dir, alsDu jünger warst, gürtetest Du Dich selbst und wandeltest, wo Du hinwolltest xwann Du aber alt wirst, wirst Du deine Hand ausstrecken, und ein Andrer wirdDich gürten und führen, wo Du nicht hinwillst. Das sagte er aber anzudeuten,durch welchen Tod er Gott verherrlichen würde. Und da er Das gesagt hatte, spracher zu ihm: Folge mir nach! (Joh. XXl, 1—19.)— Daß diese wiederholtenLiedesversicherungen, diese wiederholten Befehle, die Lämmer zu weiden, etwasBesonderes bedeuten, daß sie mit jener Stelle bei Matth. XVI, 13—19, denPrimat des Petrus bedeuten, haben von jeher die Kirchenväter gelehrt. Auchsonst wird in der Schrift auf des Petrus Vorzug hingewiesen. Stellen, wie„Simon und die mit ihm waren" (Mark. 1,36), „Petrus stehend mit den Eilsen"(Apostelgesch. ll, 14), „Petrus in Mitte der Brüder aufstehend" (Apostelgesch.
15 fg.) deuten deutlich hin auf den in andern Stellen beschriebenen Vorrang. Inder ersten Apostelsynode zu Jerusalem ist Petri Vorrang ebenfalls nicht zu verken-nen. (Apostelgesch. XV, 17 sg.i — Dieser Vorrang war nun nicht eine bloßeEhre, sondern ihm lag der Zweck der Einheit der Kirche zum Grunde: er war einewahre Amtsgewalt. — Die Gewalt, die Christus seinen Aposteln gab, hörtenicht mit ihrem Tode auf, sie ging auf ihre Nachfolger über; so hat es das ganzechristliche Altcrthum uns überliefert, und so foderke cs der Zweck der Kirche, alseine fortdauernde, höherer Leitung bedürfende Anstalt. Auch die Amtsgewalt des