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Päon Paphos
bei London den 5. Febr. 1807 in einem Alter von 81 I. P. rieth seinen Lands-leuten, sich nie von Frankreich zu trennen, und vermachte in seinem Testamenteeine beträchtliche Summe zur Gründung einer Universität in Corte. NapoleonsRuhm soll ihn in seiner Einsamkeit mit eifersüchtigem Unmuth erfüllt haben. —Unstreitig gehört P. zu den unglücklichen Männern, deren größter Schmerz eswar, die Entwürfe eines ganzen Lebens vereitelt zu sehen und mit dem Kummereines verfehlten Daseins zu sterben. Friedrich d. Gr. nannte ihn den ersten Feld-Herrn, und Boswell hat (in seiner „Historisch-geograph. Beschreib, von Eorsica")"Z ihn sehr anziehend geschildert. Vgl. Napoleon in s. „Mm.", Bd. 4 (Lond. 1824).
Päon, s. Rhythmus. K.
Papenburg, Venencolonie und Canal an der Ems im Königr. Hanovcr.In dem ehemal. kurköln. Hochstift Münster, und zwar im Niederstifte, das die Äm-ter Meppen, Bechte und Kloppcnburg begriff, ein Landstrich, der durch seinen, vonvielen Bächen durchschnittenen Moor- und Sandboden von allen benachbartenLändern sich unterscheidet, und dessen fleißige Bewohner, von altsächs. und friesischerAbstammung, durch Strumpfstrickerei, Weberei, Torfstich, Bienenzucht undHollandgchen das Ausland sich zinsbar machen, liegt nordwärts von dem ödenHuimling, Papenburg, ein in der deutschen Landcsculturgeschichte merkwürdigerOrt. Vor 80—40 I. kannte ihn die Erdbeschreibung noch nicht. Seitdem hatdeutscher Fleiß durch die Torfgräberei in den Venen (Moorgründen) am rechtenUfer der Ems eine Schiffer- und Handelscolonie gegründet, deren Flagge in den» Häfen der Nord - und Ostsee nicht unbekannt ist. Ein anderthalb Meilen langerCanal, mit welchem mehre andre verbunden sind, ist der Hauptquell für die Be-triebsamkeit der Colonie. Er führt durch das drostcr Syhl, welches der Hafenund Stapelplatz der papenburgcr Schiffer ist, in die Ems. Der Marktfl. Papen-burg hat 2 kathol. Kirchen, 460 H. und 3700 Einw., die 19 Schiffbaue-reicn, worauf jahrl. gegen 60 Schiffe gebaut werden, Segeltuchwebereien u. s. w.unterhalten. Während des Kriegs fuhren mehre hundert deutsche Schiffe unterpapcnbnrger Flagge, und cs werden daher zuweilen alle Schiffer von Fciesland biszur Mündung der Weser papenburger Schiffer genannt. .1817 besaß Papenburgan 100 eigne Seeschiffe, von 80—90 Tonnen. Das Meiste, was der genüg-same Meppencr bedarf, Korn, Obst, Bauholz, Salz, Wein u. s. w., bringtder thätige Papenburger in das Emsland. Mit dem bischöfl. Amte Meppen kam, Papenburg 1802 an das Herzog!. Haus Aremberg (s. d.), und 1810 mit anFrankreich. Seit der Mediatisirung Meppens, das jetzt eine Standcsherrschaftist, 1815, wird der Ort zu dem Landgerichte Aschendorf in dem hanöverschcnKreise Meppen gezählt.
Paphos. Auf Cypern gab es zwei Städte d. N.: Alt-Paphos, 10 Sta-dien von der westl. Küste entfernt, auf einer Anhöhe, und Neu-Paphos, amUfer des Meeres gelegen. Die erste Stadt war wegen der dort herrschenden Ver-ehrung der Venus (daher Paphia, Cypria) im Alterthume vorzüglich berühmt;Venus sollte hier zuerst aus dem Meere ans Land gestiegen sein. Hier befand sichdas alte Bild der Venus, welches keine menschliche Gestalt, sondern ein weißer,gewundener, oben spitzig zulaufender Stein war, und der älteste Tempel dieserInsel, wo man der Venus (Astarte, Aphrodite) unblutige Opfer, Weihrauch undBlumenkränze, darbrachte, und der die größten Schätze in sich schloß. Sowol jeneGestalt als a. Nachrichten scheinen zu beweisen, daß hier ehemals die Verehrungder Venus nach altem phönizisch-syrischen Cultus herrschte. (S. Lenz, „DieGöttin von Paphos aus alten Bildwerken", Gotha 1808, und „Der Tempel derGöttin zu Paphos", v. 1). Fr. Müntcr, m. Kps. v. Hetsch gcz., Kopenh. 1824,4.) — Neu-Paphos war als Handelsstadt und Seehafen berühmt; sie litt häufigdurch Erdbeben und wurde unter August beinahe ganz dadurch zerstört. Hier