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Panzer Paoli
nähme. In den ital. Maskenspielen blieb eine Spur derselben. Die Pant indemoben angeführten strengsten Sinne (als Darstellung einer Handlung durch mehrePant. mittelst der bloßen Gebärden, ohne tanzmäßige Bewegung) ist erst in neuernZeiten erfunden worden. Noch häufiger aber ward sic mit dem hohem Tanze, vor-züglich von Italienern und Franzofen, ausgebildet. Noverre, der zugleich als Vaterder neuern franz. Tanzkunst berühmt ist, machte aus Voltairc's „Semiramis" einePantomime. Gegenwärtig scheint der Antheil, den man sonst an der Pant. nahm,theils dem Ballete, thcils der pantomimisch. Darstellung einzelner Situationen nachGemälden zugewendet zu sein. Endlich bemerken wir noch, daß bei vielen oriental.Völkern, namentlich den Persern und Chinesen, die Aufführung pantomimischerScenen mit musikalischer Begleitung zu ihren Hauptlustbarkeiten gehört. l
Panzer (Georg Wolfgang), einer der ersten deutschen Bibliographen, geb.am 16. Mai 1729 zu Sulzbach, war Landprediger zu Etzelwang, wurde dannnach Nürnberg berufen, wo er Diaconus und seit 1773 Schaffer (Hauptpastor)an der Hauptpfacrkirche zu St.-Sebald war. Hatte er sich schon früher seine länd-liche Stille durch die Anlegung kleiner geschmackvoller Sammlungen, besonders vonMünzen in eigens verfertigten Zinnabgüffen erheitert, so mußte die alte Stadtmit ihren reichen Schätzen der Literatur und Kunst seinem Sammler - und Forscher-cifer nothwendig ein neues weites Feld darbietcn. Zuerst beschäftigte ihn die Ge-schichte der Bibelausgaben, worüber wir ihm nicht nur mehre gediegene Werke(namentlich seine „Geschichte der deutschen Bibelübcrs. Luther's", 1783) verdan-ken , sondern welche ihm zugleich auch die Veranlassung zu einer ausgezeichnetenBibelsammlung wurde, die er 1780 an den Herzog von Würtemberg überließ.Daneben zog ihn das Sammeln nürnbergischer Portraits an, von denen er ein fürdie nürnbergische Familien- und Kunstgeschichte wichtiges Verzeichniß herausgab(1790 und Supplem. von 1801). Endlich kam er auf eine Idee, durch deren stand-hafte und gelungene Ausführung er der Pfleger eines der wichtigsten Zweige derBibliographie geworden ist. Maittaire hat in seinen „Typograph. Annalen" dieältesten deutschen Drucke so gut wie ganz übergangen. Dies veranlaßte Panzer zueinem besondern Werke über dieselben („Annalen der ältern deutschen Literatur"),welches er anfangs bis auf d. I. 1520 beschränkte, später aber weiter fortfühcte(Nürnb. 1788, Zus. Leipzig 1802, Nürnb. 1805, 4.). Dieses Werk ist durchVollständigkeit und schärfste Genauigkeit zugleich eine der schätzbarsten Materia-liensammlungen zur Geschichte der deutschen Literatur geworden. Kaum wardasselbe vollendet, als er den weiten Plan einer allgem. Registratur aller bekanntenDrucke seit Erfindung der Buchdruckerkunst bis 1536 faßte: „.Irinales t)-po^r»-pbiei" (Nürnb. 1793—1803, II Bde., 4.), ein Werk, welches in Verbindungmit dem vorigen unsere Nation mit gerechtem Stolze allen ausländ, bibliograph.Leistungen entgegenstellen darf. Die alten Drucke aller Länder und Sprachen sind(ein großer Theil nach eigner Ansicht) in alphabetischer Folge der Druckorte chrono-logisch verzeichnet, kurz, aber genau charakterisirt, und Angaben der Bibliothekenoder der Werke, in denen sie verwahrt oder beschrieben werden, bcigefügt. Wirübergehen die Titel seiner schätzbaren literarischen und bibliograph. Monographien.Außer den zahlreichen Bibliotheken seines Wohnorts (von der Stadtbibliothek warer selbst würdiger Aufseher) unterstützte seine Arbeiten eine eigne, ebenso kostbareund an Seltenheiten aller Art reiche, als an Zahl starke Sammlung, deren nachseinem Tode erschienener Auctionskatalog 3 starke Bde. füllte- — Zn seinemAmte machte er sich durch verständige Verbesserungen des öffentlichen Gottesdien-stes und durch Einführung der allgemeinen Beichte und eines neuen Gesangbuchsverdient. Er starb am 9. Juli.'1805.
Panzer, s. Harnisch.
Paoli (Pascal), der Gesetzgeber und kühn« Vmhcidiger von Korsika,