22V Palmenorden Palmyra >
man in den Schriften der Men u. d. N. Palmcnbaum versteht, und deren Bläl- ^ter man fälschlich Palmenzweige nennt. Der Mittelstrunk ist sehr stark und zähe,und gibt tüchtige Stöcke. Von den Blättchen derselben sind die untersten kürzer,die nach oben zu immer länger. Erstcrc gehen in bloße Stacheln über, die übrigensind schmal, wie Grasblättcr, auch an ihrer Spitze stechend. Die Früchte (Dattes,lat. vsctzN) sammelt man theils noch unreif, thcils halbreif, theils vollkommenreif, und zwar oft zu gleicher Zeit, indem die 3 Tage der Sammelzeit hinrcichen,um die noch nicht vollkommenen reifen zu lasten. Die abgenommcncn Datteln brei-tet man auf Strohmatten aus, wo sie bald weich und breiartig werden, dann ?schwellen sie auf und werden gut, sodaß sie der Fäulnis nicht wieder unterliegen.Wenn sie getrocknet sind, kommen sie in die Presse, um den Zuckersaft aus ihnenzu ziehen. Dann packt man sie in Ziegen - oder Kalbfelle, oder in lange Körbeaus Palmenblättern. Diese ausgepreßten Datteln genießt das gemeine Volk; oderman begießt sie noch einmal mit ihrem Safte, bevor man sie einpackt, oder endlichman hebt sie unausgepreßt in Krügen mit Sprup auf. Die Datteln, welche aus z
Syrien und Ägypten kommen, sind zum Thcil auf der Palme selbst getrocknet, ^
oder sie werden kurz vor der Reife abgenommcn und an Fäden aufgehängt ge- !
trocknet. Aus diesen wird gleichfalls ein dicker und süßer Syrup gepreßt, dessen ^
man sich anstatt der Butter zur Anmachung der Speisen bedient. Viele Völker >
Afrikas und Indiens leben fast einzig von diesen Früchten. Medicinisch betrachtet,wirken die Datteln durch ihren Zuckcrstoff erweichend und nährend, haben aber !noch überdies etwas gelind Zusammenziehendes, daher man sich ihrer im entkern- 1tcn Zustande, in einer mäßigen Abkochung, als eines angenehmen, linderndenund beruhigenden Getränks, besonders bei entzündlichen Reizungen der Brust -und Athmungsorgane bedient. Wegen ihrer gelind adstringirenden Eigenschaft ^werden sie auch bei Magenschwäche und überhaupt bei Krankheiten von Erschlaffungder Därme, sowie bei Nieren- und Blascnkrankheiten mit Vortheil angcwcndct. —
Eine andre Art von Dattelpalme, die klioenix «ievlinirta , am Dorgeb. der guten ^Hoffnung, trägt Früchte mit einem lederartigen, geschmacklosen Überzüge, welchein ihrem Vaterlande u. d. N. wilder Caffee bekannt sind, von den Hottentotten ge-röstet und wie Caffee benutzt werden. — In unfern Tagen sind die Palmen einHauptgegenstand des Luxus für Gewächshäuser. Über die Palmen des südl. Amerika !erschien 1823 ein Prachtwerk vom Hofrath v. Marlius in München. 21. !
Palmcnorden, s. Fruchtbringende Gesellschaft. *
Palmsonntag ist der Sonntag vor Ostern, an welchem der EinzugChristi in Jerusalem, bei welchem ihm Palmen aus den Weg gestreut wurden, ge-feiert wird; ehedem der Blumensonntag, auch der blaue Ostertag. In kathol.Ländern führte man an diesem Sonntage einen hölzernen Esel mit einem Christus-bilde auf einem kleinen Rollwagen in Procession herum, weil Christus, auf einemEsel reitend, in Jerusalem eingezogen war.
Palmyra, eine im Alterthume berühmte Stadt in Syrien, in der Land- ^schaft Palmyrene, die auf kurze Zeit einen mächtigen Staat bildete. , Vorher hießsie Thamar oder Thadmor, die Palmenstadt; der lat. Name ist eine Übers, davon.
Ihr Ursprung fällt in das höchste Alterthum. Sic war thcils als Vormauer desjüdischen Landes gegen den Euphrat und herumstreifendc Horden, theils als Sta-pelplatz für den Handel aus dem östl. und westl. Asien wichtig, und wurde durchdenselben, besonders seit Trajan's Zeiten, der die ganze Provinz unter römische Ober-herrschaft brachte, reich und groß. Sie lag in einem nach Süden offenen Thalemitten in der Wüste, in einem schönen Palmenwäldchen. Die prächtigsten Palästezierten die Stadt, deren Ruinen nach einer zweimaligen Zerstörung Bewunderung er-regten, bis auch sie die Zeit zerstörte. Zum ersten Male wurde P., unter der Regierungder berühmten Aenobia, vom Kaiser Aurelian (275) zerstört, und nach ihrer