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8 (1830) O bis Q
Entstehung
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Palla Palladio 211

mann, Vater und Verf. von 2 Tragödien. Die erste kam nicht auf die Bühne;die zweite:Ninus", fand wenig Beifall. Nun wählte er das Lustspiel, welchesseinem Talente und seiner Stimmung besser zusagte. Er gabI-es tutour«", einfrostiges Stück, dem bald I»»rl»ier <l« 8aA>la>1" folgte, wozu der Stoff ausTausend und einer Nacht" entlehnt ist. Das erste Aufsehen erregte er durch seinLustspielI^e eercle", worin ein lächerlicher Philosoph erscheint, in welchem manI. I. Rousseau erkannte, und worüber die sogen. Philosophen einen lebhaftenFederkrieg erhoben. P. machte sich Lust in denketite« lettre« sur <le Araml«pliilosvptie«". Die Erbitterung stieg und erreichte, als er mit seinem Lustspielel,es pliilvsoplie«" auftrat, den höchsten Grad. Dieses Stück hat von Seitender Kunst und Erfindung keinen Werth, aber es ist mit Eleganz geschrieben undvoll satyrischer Züge; die Personen sind gut gezeichnet, besonders die gelehrte undphilosophische Dame; mehre Scencn sind trefflich. Hatte P. in seinen Stückendie Grenzen der Theatersatyre überschritten, so achteten seine Gegner selbst dieSchranken der Scham und Ehrbarkeit nicht; die pöbelhaftesten Schmähschriftenerschienen zur Schande der fcanz. Literatur. Aber P. räumte das Schlachtfeldnicht, so furchtbar auch seine Gegner durch Zahl und Leidenschaft waren; er botselbst Voltaire Trotz, der sich mit ungewohnter Mäßigung gegen ihn benahm,wie aus dem Briefwechsel zwischen Beiden hervorgeht. P. setzte den Krieg gegendie Encpklopädisten und Philosophen in seinerDunciade" fort, einem Gedichte vollbitterer Satyre, das bei einer guten Verstsication und einzelnen unterhaltendenStellen doch wegen seiner Länge ermüdet. P.'s Gegner wurden durch dasselbeaufs Neue unter die Waffen gebracht. Seine ,Memoire« pour «ervir a LIii«to!re,Ie !a litterature" (Paris 1769, zuletzt 1813) sind das wichtigste seiner pro-saischen Werke. Man findet darin gute Bemerkungen über die dramatische Kunstund die dramatischen Schriftsteller, aber das Ganze ist weder neu noch gründlich.Erfindung und Jdeenreichthum fehlen in allen Werken P.'s, aber seine Schreibartist stets rein und geschmackvoll. Die Revolution hatte ihm den größten Theil sei-nes Vermögens geraubt. Er lebte seitdem auf einem Gütchen zu Pantin, undin dem Ualai« lle« -rrt«, wo er als Vorsteher der Mazacini'schen Bibliothek eineWohnung hatte. Mit ungeschwächten Geisteskräften, stets lebhaft, geistreich,heiler in der Unterhaltung, erreichte er ein hohes Alter und starb d. 15. Juni1814. Die 3. Ausg. seiner Werke in 6 Bdn. erschien zu Paris 1869.

Palla, ein langes, über die Füße herabhängendes Gewand der römischenDamen, welches sie über die übrigen Kleider trugen (Mantel). Sie schlugen,wenn cs lang war, einen Theil desselben über die linke Schulter, und hielten ihnunter dem Arme fest. Bei Leichenbegängnissen war cs schwarz. Auch die Tragödentraten in einem solchen Gewände auf.

Palladio (Andrea), ein berühmter Baumeister, geb. d. 30. Nov. 1518 zuVicenza in beschränkten Umständen, beschäftigte sich anfangs mit Bildhauerei, aberder berühmte Trissino, der s. Neigung zur Mathematik wahrnahm, erklärte ihmVitruv's Baukunst und nahm ihn nach Rom mit sich. Hier studirte und zeichneteer die alten Denkmäler. Sein Werk über die Alterthümer Roms beweist, wieunvollkommen cs auch ist, daß er den Geist der Alten wohl ergründet hatte. Vor-züglich schätzt man sein Werk über die Architektur (beste Ausgabe, Vicenza177683, 4 Bde., Fol.). Er starb d. 19. Aug. 1580 als Baumeister der Rep.Venedig, in seinem Vaterlands sehr geehrt. Tommaso Remanza hat sein Leben be-schrieben (Venedig 1762,4.). P. gehörte zu den Meistern, welche im 16. Jahrh.durch Stubium der Werke der römischen Baukunst, welche vornehmlich in Ruinenvorhanden sind, eine neuere Periode der Baukunst hervorbrachten. (S. Baukunst,Geschichte der.) Unter mehren Prachtgebäuden, die nach seinen Zeichnungen undunter seiner Leitung aufgeführt wurden, ist das Theater degli Olimpici, womit er

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