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Palästina
Jahre ward er Capitular und bald nachher Vorstand des Eonsistoriums s. Vater-stadt. Dennoch vermochte diese Auszeichnung ihn nicht an Toulouse zu fesseln.Er begab sich nach mehren Reisen 1686 nach Rom, wo die Königin Christine vonSchweden ihn schätzen lernte. Das Anerbieten, in ihr Gefolg zu treten, schluger aber aus und kehrte nach Frankreich zurück, wo die beiden Herzoge v. Bendomeseine Gönner wurden. Der Schauspieler Raisin veranlaßte ihn, sein Talent derBühne zu widmen. Er schrieb nun mehre kleine Stücke („1>v ovneert ritlicule",„I,v ballet extravagant", „Iw 8eeret revele", „I,a pruile «le tempa"), die da-mals viel Beifall fanden, jetzt aber vom Repertoire verschwunden sind. Seinengrößten Ruhm verdankt er der Verbindung mit seinem talentvollem Freunde Bru-yes, mit dem er gemeinschaftlich mehre dramatische Arbeiten herausgab. DieseVerbindung, die sich durch eine ebenso uneigennützige und unerschütterliche Einig-keit auszeichnete, löste sich nicht eher, als bis P. sich genöthigt sah, seinem Be-schützer, dem Herzog von Vendome, zur Armee nach Italien zu folgen, von wel-cher Zeit an er nichts mehr für das Theater arbeitete, wahrend Bruyes in Mont-pellier sortfuhr, Schauspiele zu schreiben. P. starb in Paris d. 23. Ort. 1721,in einem Alter von 71 I. „I e üecret revele", „1,e 80 t tousonr» 80 t", „I,egroinlvur", „I,e »mot", „1>e oonvert riäicule" sind von ihm und Bruyks ge-meinschaftlich versaßt; „Ilereule et Onipbale", „I,«8 sisllets", „1,e ballet extra-vagant" und „I,a pruile ,Ie teiups" von ihm allein. Eine Sammlung von denWerken Brupcs's und Palaprat's erschien in 5 Bdn. 12. Neuerlich hat Etstnnein einem, auch ins Deutsche übers., allerliebsten Lustspiele die beiden dichterischverbundenen Freunde austceten lassen.
Palästina (Falesthin), wegen der den Nachkommen Abraham's gegebe-nen Verheißung das gelobte Land genannt, nimmt die syrische Küste am mittel-land. Meere vom Libanon südwärts bis an die Grenzen Ägyptens ein, und gehörtezu den fruchtbarsten Ländern der alten Welt. Wein, Salz, wilder Honig, dieBalsamstaude, der Öl-, Palmen-, Feigen-und Granatbaum, nebst zahlreichenHeerden von Schaf- und Rindvieh, waren seine Erzeugnisse. Die Abwechselungder Berge und Ebenen, die gemäßigte Lust, die vielen Bäche, der Frühlings - undHerbstrcgen erzeugten seine Fruchtbarkeit. Seine jetzige Unfruchtbarkeit entspringtaus der Trägheit der Einwohner, welche entweder von den Pilgern oder als Räu-ber leben. Es hieß, nach dem Stammvater seiner Bewohner, Kanaan, als Abra-ham i» seine südlichen Gegenden einwanderte und durch den Ankauf eines Begräb-nißortes für seine Familie das Recht begründete, auf welches gestützt, die Hebräeres unter Josua, 145l) vor Ehr., eroberten und nach den Stammen ihres Volks in12 Bundesstaate» eintheiltcn. Saul vereinigte diese in ein Königreich, und Da-vid erweiterre es durch Eroberungen ost-und südwärts; Phönizier,, der nördlicheStreif der Westküste, in dem die verdrängten Kananitcr sich behaupteten, bliebunabhängig von den Hebräern. Die beiden Reiche, Israel (nördlich) und Juda(südlich), in welche Palästina 975 vor Ehr. zerfiel, begriffen zusammen das Ge-biet zwischen 52 bis 57° der L. und 31 bis 34° der Br. Durch den Fall dieserReiche, 754 und 730 vor Ehr., wurde Palästina eine persische Satrapie, unddie politische und religiöse Trennung der unter Cyrus und Darms I. aus der Ge-fangenschaft nach Palästina zurückkehrenden hebr. Colonien begründete die Einthei-lung, die zu den Zeilen Christi unter den Hasmonäern galt. Das Land diesseitsdes Jordans (des Hauptstroms, der vom Libanon südwärts durch den Sec Gene-zarelh in das Salzmeer fließt) wurde Judaa im weitern Sinne genannt und um-faßte die Provinzen: Judäa, oder das größere südliche Gebiet, worin Jerusalem,Bethlehem und Jericho am Gebirge Juda, die Häfen Cäsarea und Joppe, jetztJaffa, an der Küste des Mittelmeeres liegen, und ein Theil von Jdumäa mit ein-begriffen war; Samaria, oder das kleinste mittlere Gebiet, mit den Städten Sa-