Druckschrift 
8 (1830) O bis Q
Entstehung
Seite
191
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Oxensiicrnü Z91

schrieb u. a. 1818A nerv vierv nk societ)'".) Die Idee eines Famill'enverei'ns zugemeinschaftlicher Fabrik-, Feld- und Gartenarbeit in einem polizeilich geordne-ten Haushalte scheint er den Colonicn der Brüdergemeinde nachgebildet ru haben,nur daß in Newlanark, nach Abzug der Kosten des Haushalts, der Uberschußdas Eigenthum der Einzelnen bleibt, und bloß Das Gemeingut ist, was zum ge-meinschaftlichen Wohlsein gehört. 20.

Open stier na (Axel, Graf v.), sprich: Oxenschörn, ein schweb. Staats-mann, gcb. zu Fano in Upland 1583. Nach dem Tode s. Vaters ward er mit Sorg-falt unter den Augen seiner Mutter erzogen. Au Rostock, Wittenberg und Jenabeschäftigte er sich besonders mit der Theologie, denn seine Neigung sowol als seineFamilie hatten ihn dem geistlichen Stande bestimmt, und obgleich er sich späterden Staatsgcschaften widmete, so blieb ihm doch eine große Liebe zur Theologieund ein lebhafter Eifer für die Ausbreitung der evangel. Lehre. Nach Vollendungseiner Studien besuchte er die meisten deutschen Höfe, und als er 1602 mit allenim Auslande sich befindenden Schweden zurückbcrufcn wurde, um Karl IX. denEid der Treue zu schwören, trat er bald darauf in die Dienste dieses Monarchen,der ihn 1606 als Gesandten an den mecklenburgischen Hof sandte. 1608 trat ecin den Senat, in welchem in ununterbrochener Reihe 13 seiner Vorfahren gesessenhatten. Sein erstes öffentliches Geschäft war die Beilegung gewisser Streitig-keiten zwischen dem liefländ. Adel und der Stadt Reval. Er hatte dabei seine Ta-lente in einem so günstigen Lichte gezeigt, daß der König, der seinen Geist durchdas Alter geschwächt fühlte, ihn zum Aufseher der königl. Familie machte und andie Spitze der Regentschaft stellte. Als Gustav Adolf den Thron bestieg, ward eczum Kanzler ernannt, und 1613 war er bei den FricdenSunterhanolungen zwischenSchweden und Dänemark erster schwedischer Bevollmächtigter. 1614 begleiteteer den König nach Deutschland, und hatte bald daraus die Genugthuung, dieFeindseligkeiten zwischen Rußland und Schweden durch den ehrenvollen Friedenvon Stolbowa beendigt zu scheu. 1622 erwartete er den König in Liefländ; späterward er mit verschiedenen Regimentern nach Preußen geschickt und zum General-gouverneur aller daselbst den schwedischen Waffen unterworfenen Districte ernannt.Als die Kaiserlichen nach Pommern gingen, um sich zu Herren der .Ostseeküsten zumachen, unterhandelte O. mit den» Herzog von Pommern wegen der BesetzungStralsunds durch schwedische Truppen statt der dänischen, die den Platz in Besitzhatten, und ging sodann nach Dänemark, um die Genehmigung des Königs dazuauszuwirken. 'Auch gelang es ihm, durch franz. und engl. Vermittelung mit Poleneinen 6jährigen Waffenstillstand abzuschließen. Als der Krieg in das Herz vonDeutschland versetzt worden, rief Gustav Adolf seinen Kanzler zu sich, um sichseiner Einsicht zu bedienen. Er wurde deshalb mit unbeschrankter Vollmacht inallen Staats- und Militairangelegenheitcn am Rheine versehen, und nahm seinHauptquartier in Mainz, während Gustav Adolf in Baicrn und Franken vor-drang. Von dort brach er mit den gesammelten Truppen auf, um zu dem Königezu stoßen, und stand, als dieser glorreich 1632 bei Lützen fiel, in Oberdcutsch-land. Die Nachricht von des Königs, seines Freundes, Tode entmuthigte ihnnicht. Er sammelte zahlreichere Heere, um Schweden und seine Bundesgenossenzu schützen, und besuchte Dresden und Berlin, um Maßregeln wegen der Fort-setzung des Krieges zu verabreden. Die schwedische Negierung ertheiltc ihm jetztungemrssem: Vollmacht, Alles anzuordncn, was er für des Vaterlandes Wohlfahrtam dienlichsten erachten würde. Dem gemäß trat er mit verschiedenen Fürsten inUnterhandlungen, verstunmelte einen Congreß zu Heilbronn und ward hier alsDirector des evangel. Bundes anerkannt. Die Eifersucht, besonders der Franzosen,konnte seinem Genie keine Hindernisse in den Weg legen; er reiste selbst nachFrankreich und Holland, um beide Mächte zur Theilnahme an der Sache der Evan-