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Zimente, kam abcr bald in seiner gewohnten Durstigkeit nach London zurück. Hiererwarb er durch Arbeite» für das Theater seinen Unterhalt, den jedoch Mangel anAufmunterung und Ausschweifungen sehr schmälerten. Er übersetzte „Titus undBerenice" und „Scapin's Ranke" aus dem Franz., und schrieb 2 neue Tragödien:„Tbc Orptum" (1680) und „Venioo presvrvvd" (1682). Beide haben sich aufder Bühne erhalten und seinen Ruf gegründet. (S. EnglischesT Henker.)Wäre O. auf diesem Wege fortgegangen, so würde er gewiß noch größere Werkegeliefert haben, abcr die äußerste Noch, aus der er sich nie emporarbcitcn konnte,machte seinem Leben schon 1685 ein Ende. Sein Tod erregte zwar Thcilnahmc,aber sein unsittlicher Charakter hatte ihn um die allgemeine Achtung gebracht.
Oudinot (Charles Nicolas, Herzog v. Reggio), Marschall und Pairvon Frankreich, gcb. den 2. April 1767 zu Bar-sur-Ornain, aus einer angesehenenKaufmannsfamilie, diente von seinem 16. I. an, war ein eifriger Anhänger derRevolution und machte sich bekannt im Sept. 1792 durch die Verlheidigung desSchlosses Bitsch gegen die Preußen. Tapfer bis zur Verwegenheit, oft und schwerverwundet, stieg O. durch glänzende Thaten zum Divisionsgeneral 1799. Er trugviel zu dem Siege bei Zürich bei, ward Chef des Generalstabcs bei Massen», demer während der Belagerung von Genua wichtige Dienste leistete. 1805 befehligteO. das ncugebildete Grenadiercorps der Armee, bemächtigte sich nach der Einnahmevon Wien der Tabordrücke, indem er dem östr. Kanonier die brennende Lunte auSder Hand riß. Napoleon erhob ihn 1807 in den Grafenstand. Am 14. Juni 1807widerstand er der russ. Armee bei Fricdland so lange, bis Napoleon mit dem Heereankam, um den Sieg zu vollenden. Nach dem Frieden von Wien 1809 ernannteihn Napoleon zum Marschall und zum Herzog von Reggio. 1812 befehligte erdas 12. Corps, war einige Monate lang Gouverneur von Berlin, kämpfte glor-reich an der Düna und an der Bcresina, wurde schwer verwundet und entging nurdurch seinen Muth der Gefangenschaft. Im Feldzuge 1813 verlor er am 23. Aug.die Schlacht bei G r o ß b e c r e n (s. d.). Dann nahm cr an der Schlacht bei Leipzigund an den meisten Schlachten 1814 Thcil. Nach der Capitulation von Paris er-klärte cr sich für dir provisorische Regierung. Ludwig XVIIl. stellte ihn als Gene-ralobersten der Grenadiere und königl. Jäger an. Während der hundert Tage lebtecr auf seinem Landgutc. Nach der 2. Restauration ernannte ihn der König zumCommandantcn der pariser Nationalgarde, eine Stelle, die bei der Auslösung die-ser Garde 1827 einging. 1823 war er Gouverneur von Madrid.
Ouen, St.: (Villa 8!Ml!t> Amlueiil), ein Dorf im Depart. der Seine,Arrondissement von St.-Denis. Nach daselbst gefundenen Inschriften besaß schonDagobert ein Haus oder Schloß aus der Stelle in St.-Ouen, wo jetzt die Villa einesHerrn Doria steht, die früher dem Prinzen v. Soubisc gehörte; doch kommt St.-Ouen selbst erst im 13. Jahrh. bei den Geschichtschreibern vor. Zu dieser Zeit sollder Gchcimschrciber des Königs, Wilh. v. Crespy, auf dem Platze, wo jetzt das Dorfsteht, einen großen Meierhof gebaut haben, den später seine Erbin, Agnes v. Crespy,dem Grafen von Alcnyon, Karl v. Valois, mit der Bedingung übergab, daß dafürihre Nachkommen von allenAbgaben befreit würden. Won nun an ward St.-Ouensehr erweitert und verschönert und häufig der Aufenthaltsort vornehmer Personen.Als 1351 König Johann den Ritterorden vom Stern stiftete, wies cr demselben dasSchloß (Xol'Io iusi8»i>) von St.-Ouen zu seinem Versammlungsort an, und dieRitter wurden danach in der Folge oftmals „Oliov-cklern >le Xoblo-N-üsun" ge-nannt. Schon vor der Aufhebung des Ritterordens vom Stern unter Karl VN!,hatte das XoblL-Uai.-mu aufgehört königl. Eigenthum zu sein, und war zu Ende derRegierung Ludwigs Xl. in die Hände der Mönche von St.-Denis unter der Bedin-gung gekommen, daß sie Gott für dieErhaltung des Lebens dieses Königs bittcnsoll-c-„. In neuer?, IMn besaßen der geistvolle Herzog v> Nivernais, der Prinz Royan