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8 (1830) O bis Q
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Ostindische Compagnien, holländische

Orients, durch Verrath des Gouverneurs an die Holländer über. Zndeß vermin-derten sich, hauptsächlich durch die wachsende Theilnahme der Engländer und Fran-zosen, und durch den politisch-militair. Aufwand der Compagnie, ihre Überschüsse,und sic konnte nur mit Mühe die 1,600,000 Gldn. aufbringen, welche sie denGcneralstaaten 1644 für die weitere Verlängerung ihres Freibriefes bis 1665 zuentrichten hatte. Bald darauf aber gewann die Republik der Verein. Niederlandedie Befestigung ihrer Unabhängigkeit durch den westfäl. Frieden: ein Ercigniß,welches aus die Compagnie wohlrhätig einwirkte, und so vermochte diese, seit 1650mit einem Aufwande von 20 Mill. Gldn., in 20 Jahren ihre Niederlassung ausdem Vorgebirge der guten Hoffnung zu Stande zu bringen, welche dem gesamm-tcn europäischen Verkehr mit Indien erst die eigentliche Haltung gab und jenenKostenaufwand aufs reichlichste vergütete. Inzwischen wurde 1658 die Eroberungvon Ceylon, nach hartnäckiger Gegenwehr der Portugiesen, vollendet, und dietatarische Revolution in China die Veranlassung zu der vortheilhasten Nieder-lassung von 30,000 Chinesen, die sich der neuen Herrschaft nicht hatten unter-werfen wollen, auf der Holland. Insel Formosa. Hatte auch der active Handelnach China mit unüberwindlichen Schwierigkeiten zu kämpfen, so entschädigte dermittelbare dieser, mit der Örtlichkeit wohlbekannten Flüchtlinge, und der passiveHandel mit den chinesischen Erzeugnissen, die von allen Seiten auf dem Marktevon Batavia zusammenströmten, die Compagnie reichlich für jenes Entbehren.Jndeß verloren sie 1661 diese als Zwischenstation der Reisen nach Japan so wich-tige Insel gegen den chinesischen Parteigänger Kapinga, dessen Familie sie später-hin dem Kaiser von China überließ. Dieser Verlust steigerte jedoch den Unter-nehmungsgeist der Compagnie; 1663 wurden die wichtigsten portug. Nieder-lassungen an der Küste Malabar erobert, und 1666 durch die Einnahme von Ma-cassar der Hauptzweck 70jähriger Anstrengung, der Alleinhandel mit Gewürze,erlangt. Um diese Zeit betrug der Civil- und Militairaufwand der Compagnie,mit Ausschluß der Kriegskosten, 34 Mill. Gldn. Als 1665, unter großem üZider-streben feindlich gesinnter Parteien, die Erneuerung des Freibriefes bis 1700,gegen Zahlung einer großen Summe in den Staatsschatz, erfolgte, ergab sich ausden vorgelcgten Berichten der Compagnie ein Hanblungsgcbiet, welches die Ein-bildungskraft kaum zu umfassen vermag. Von dem Vorgebirge der guten Hoff-nung aufwärts an den Küsten von Arabien und Persien Factoreicn, von Suratedie malabarischen Küstenländer herab alle bedeutende Niederlassungen der Portu-giesen in Beschlag genommen, Ceylon mit seinem Zimmet und Elfenbein, disPerlenfischern und der Baumwoülenwaarcnhandel der Küste Koromandel, Ben-galen und Orissa mit Seiden-, Baumwollenstoff, Reis, Zucker, Salpeter rc. inden Händen der Compagnie, die Geschäfte init Pegu, Siam und Tunquin nurdurch vorübergehende Zufälle unterbrochen, eine reiche Silber- und Kupferausfuhraus Japan, dann der unermeßliche Gewürzhandel mit Amboina, den Banda-Inseln und Molukken ec., sind nur einzelne Züge dieses Gemäldes. Malakka,Hauptsitz des portug. Handels, erscheint in diesem Bericht als zerfallend, die Stadtzu groß nach Verhältniß des Aufwandes der Vertheidigung; denn die Straße vonSunda, an der Batavia gelegen, und nicht mehr wie ehemals die Straße von Ma-lakka, war der Hauptweg nach dem hintern Orient. Seitdem ist der FreiheitS-brief der Compagnie jedes Mal nach bedeutenden Gcldopfern, von 1701 — 40,dann bis 1775, und 1776 auf weitere 30 Jahre für eine Zahlung von 2 Mill.Gldn. und jährliche Zahlung von 360,000 Gldn. erneuert worden. Habsucht undGrausamkeit, die dann noch zunahmcn. als der kräftige Geist der republikanischenUnternehmer, ihre Sparsamkeit und Mäßigkeit sich mehr und mehr verloren; einschnödes Ränkespiel mit den verbündeten Völkern und Fürsten, aus bloßer Ge-winnsucht; insbesondere aber die Unfähigkeit, den sittlichen Charakter jener Völker