Osnabrück 13^
GroßsultanS. Dieser hat wenigstens durch besondere Firmans ihnen alle Capcreigegen Schiffe unter russischer, östr. und prcuß. Flagge verboten. Dgl. v. Hammer,„Des osmanischcn Reichs Staatsvcrfassung und Staatsverwaltung" (2 Thle.,Wien 1815), dessen „Gesch. des osman. Reichs", aus den Quellen (Pesth 1827 fg.,der 5. B. bis 1656), und E. Palla's „Hist, »drexöe ,Ie I'Lmpirc vttom.-rn" (Pa.,ris 1825, Bd. 1). Marstgli hat die militaic. Verfassung, und Muradgea d'Ohssorrdie kirchliche dargestclkt. Von dem „1'ableau General <Ie I'Linpirv Ottvmsn, l'»rN.. . «i'Oiis«,,»" erschienen die 4 ersten Thcile in 5 Bdn. Paris 1788 und 1790,der 5. 6. und 7. Thl. vollendeten das Werk (Paris 1824). Gut sind: die Chartedes osman. Reichs in Europa" (9 Bl., München 1828), und die vom k. k. Gene-ralquartiermeisterstabe zu Mailand 1829 herausgeg., vom Obcistlieut. v. Weiß-gezeichnete „Charte der europ. Türkei m. e. Theile von Kleinasicn", in 21 Bl. —Uebrigens verbinde man v. Tott's, der Lady Montaguc, Olivier's, Eton'sund'Thornton's Schriften über das türkische Reich mit neuern Reisenden: von Hem-mer, „Konsiantinopolis und derBosporus"; von Stürmer, Mclling, Forbin, C-oi-seul-Gouffrer, Pouqueville, I. Carne's „1,etter8 krom tbo e»8t", London 1826,.
Thle., undF. de Beaujours,,^»/. milit. <Iau8 l'cmpiie Ottnrn-in" (Paris 1830,2 Bdc. und Atlas), um ein treues Bild von Völkern und Ländern zu bekommen,die aus Trümmern ein Musivgcmälde der Weltgeschichte darstellcn. 1^.
Osnabrück, Fürstenthum des Königreichs Hanover, ehemals ein Bis--lhum im westfäl. Kreise, dessen Bischöfe seit dem wcstfäl. Frieden abwechselnd katholisch und protestantisch waren (letztere wurden jederzeit aus dem Hause Braun-schweig-Lüneburg gewählt), grenzt an Oldenburg, Diepholz, die prcuß. Regie-rungsbezirke Minden und Münster, den hanöoerschen Antheil an Münster (Graf-schaft Meppen) und an die Grafschaft Lingen. Die Hase und die Hunte sind die.vornehmsten Flüsse. Die Größe beträgt (nachdem das Amt Reckcberg an Preußenabgetreten worden ist) 43^ sZM., mit 144,600 E. Die Landdrostei d. N. aber105 UM., m. 250,000 E. Die Leibeigenschaft ist sehr gemildert. Der Boden istmeistens eben; nur durch den südlichen Theil zieht sich eine geringe Hügelreihe.Einige Gegenden sind sehr fruchtbar, in den meisten aber ist Geestland; auch gibtes viele Heide - und Moorstcichc. DaS Land trägt Weizen, Roggen, Gerste, Ha-fer, Buchweizen, jedoch nicht hinreichend für den Bedarf, Hanf und vielen Flachs,der aber von mittelmäßiger Güte ist. Wichtig ist die Schweine - und Gänsezucht.Bekannt sind die westfäl. Schinken. Der Bergbau geht bloß auf Salz und Stein-kohlen ; auch gibt cS viel Torf. Die Ausfuhr besteht vorzüglich in Wolle, Vieh,Garn und Leinwand, Löwenllinncn oder grobe Leinwand. Diese wird von denEinwohnern nach vollendeter Feld - und Hausarbeit verfertigt und über England,Holland, Spanien und Portugal nach Afrika, Ost- und Westindien geführt.Man schätzt die Summe, welche durch diese Leinwand und durch das Garn in dasLand kommt, jährl. auf fast 1 Milk. Thlr. Nächstdcm gehen jährl. an 6000 Bei--wohncr oder sogen. Hcierlinge (d. h. solche Leibeigne, welche die Nebenhäuser derBauern miethweise innehaben) in die niederländischen Provinzen und verdienensich im Sommer Geld mit Torfstichen, Grabenauswcrfen, Mähen und andrerFeld- und Gartenarbeit, wodurch wenigstens 200,000 Gldn. baar jährl. eingc-bcacht werden. Die Hauptst. Osnabrück, einst der Hauptsitz der alten Sachsen,liegt in einem Thale am linken Ufer der Hase. Sie ist nach alter Art befe-stigt und hat ein Schloß, e. Domkirche, e. Bischof, ein Domcapitcl, 2kathol.und 2 luthcr. Kirchen, 1413 H. und 10,900 Einw., welche einen starken Lein-wandhandel treiben. Zn dem Rathhause wurde am 24. Oct. 1648 der osnabrückerFriede geschlossen. Möser's „Geschichte von Osnabrück" (2 Thle., 3. Aufl., Ber-lin 1820) geht bis 1192. Den 3. Thl. dieses Meisterwerks gab aus des Vfs.Handschriften Herbert von Bar (Berlin 1824) heraus,