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Oberschlächcig Obcrtribunal
tat zu Strasburg, geb. das. d. 7. Aug. 1735, trat 1750 unter die Zahl der Stu-dicenden dieser Universität und vertheidigte 1754 seine Dissertat. über die Begräb-nisse der Alten, worauf er die Doctorwürde erhielt. Nachdem er seine philologischenund philosophischen Studien beendigt hatte, studirte er 3 Jahre lang den philologi-schen und antiquarischen Thcil der Theologie; dann widmete er sich ganz den Spra-chen, der Literatur, Archäologie, Geschichte und Diplomatik, was ihm den Rufeines der gründlichsten Altcrthumsfocscher und Diplomatiker erwarb. Er begannseine bürgerliche Laufbahn als Lehrer am Gymnasium und Adjunct der Bibliothekseiner Vaterstadt und ging, nachdem er seine Kenntnisse und seinen Ruhm durchmehre gelehrte Reisen erweitert hatte, zur Universität über. Die Revolution zog>O. aus seiner literarischen Thätigkeit in den Wirbel des politischen Lebens. Ererlitt eine Gefangenschaft in Metz, kehrte aber »ach wiederhergestelltcr Ruhe inseine Laufbahn zurück. Ec starb zu Strasburg d. 10. Oct. 1806. Seine Ausg.einiger Werke des Ovid, Hora;, TacituS und Casar werden geschätzt. Wir nennenseine „Uisvolla literai ia ^iFentoratensia"; „itluseum 8elweptlini", 1 . Th.(der 2. Thcil ist nie erschienen); „Orbis antigui inamimeiilis suis illustrati pru-draruus"; „Rätuuru ronurnoruiii tabula«"; „ktitis diplomatie»« primae lineae"(die letztgenannten Elcmentarwcrke dienten ihm zum Leitfaden bei seinem akademi-schen Unterrichte); „ITtcraruin »nmis aevi lata, tabulis s^iwptici» expusita"(diese Tafeln geben die Namen der vorzüglichsten Schriftsteller, die Gegenstände,worüber sie geschrieben, die Nation, zu welcher sie gehört, und die Zeit, wann siegelebt haben, an); „Llssai d'anmlles de 1a vie de lean OuttenberF, inveoteurde 1a t^pDZrapbiv". Auch das Studium der deutschen Sprache des Mittelaltersbeschäftigte ihn und bewog ihn zur Herausgabe von „1. 6. 8eber/.ii Flussarm,»Fermanivum medii aevi, potissimuin dialecti 8nevieae" (2 Bde., Fol ). Nochlieferte er den ersten Abriß der Statistik des ehemaligen Elsaß, indem er von 178210 Jahre lang den „Elsaßer Almanach" herausgab und die „^lsatia litcrata",wozu Schöpflin ihn mit Materialien unterstützte. Die beiden ersten Bände er-schienen 1782 und 1786.
Oberschlachtig heißt im Mühlen- und Bergbau ein Wasserrad, wel-ches durch die Schwere des von oben darauf fallenden oder schlagenden Wassersumgetrieben wird. Es erfodert eine ungleich geringere Wassermasse als ein un-terschlächtiges Rad, das durch die Gewalt des darunter wegströmenden Wassers inBewegung gesetzt wird, dagegen aber ein starkes Gefälle.
Obcrtribunal, geheimes, zu Berlin, der oberste Gerichtshof fürden Theil der preuß. Monarchie, in welchem die pceuß. Gerichtsordnung giltSchon der Kurfürst Friedrich Wilhelm erklärte 1670, daß er die Absicht habe, einOberappellationsgericht einzurichten, indessen würde dasselbe nach der deutschenNeichsverfassung nur für die Kurmark haben geschehe» können, und erst nachdemauch für die übrigen Reichslande (16. Dec. 1702) ein sehr ausgedehntes Appel-lationSprivilcgium (Befreiung von dec Gerichtsbarkeit der Reichsgerichte) vomKaiser Leopold ertheilt worden war, kam 1703 das neue Oberappellationsgerichtoder geheime Obcrtribunal zu Stande. Man hatte dabei das Tribunal zu Wis-mar zum Muster genommen. Bei der Cocceji'schcn Jusiizreform (1748) erhieltes eine neue Tribunalsordnung. Es spricht nur in der dritten Instanz in Sachen,deren Werth 2000 Thlc. beträgt (nur wenige Gattungen der Processe gehören ohneUnterschied des Betrags dahin, sowie andre gleichfalls ohne Rücksicht auf den Be-trag ganz davon ausgenommen sind); eS hat keine Instruction, sondern weist,wenn noch eine Verhandlung unter den Parteien nöthig gefunden wird, die Sachean die untern Instanzen zurück; es erkennt auf die geschlossenen Acten, auf schrift-liche Relationen und Correlalionen, deren jeder Rath jährlich 84 liefern muß, undps gibt zu seinen Entscheidungen niemals Gründe. Daher und weil neben dem