Druckschrift 
8 (1830) O bis Q
Entstehung
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2 Obelisk

sie gewöhnlich einen Raum von 44 bis 12 und oft mehr Fuß ins Gevierte ein.Verschiedene sind bald auf allen 4 Seiten, bald nur auf einigen mit Hieroglyphengeziert, die verlieft (oft 2 Zoll tief) ausgearbeitet, meistens selber- oder absatzweiseeingekheilt und mit Farben ausgesüllt sind; bisweilen sind sie auch mit verschiede-nen Farben angestrichen. Einige Obeliske sieht man auch ganz glatt und ohneHieroglyphen. Der Fuß des Obeliskcs steht auf einer viereckigen Grundlage, diegemeiniglich 2 3 Fuß breiter ist als der Obelisk selbst, und eine Aushöhlunghat, in welcher er ruht. Sie wurden häufig aus einem einzigen Steine in denSteingruben Oberägyptens ausgehauen und auf Canälen in den Nil bis an denOrt ihrer Aufstellung gebracht. Mehre Gelehrte haben dies bezweifelt und anderszu erklären versucht; aber nach dem Zeugnisse der Reisenden findet man vorzüglichin Oberagypten noch alte Steinbrüche, in denen schon angehauene Obeliske oderdie Formen ausgehauener Spihsaulen liegen. Von ihrer Entstehung läßt sichwenig Gewisses sagen. Vielleicht führten die ältesten Götterbilder, welche nichtsAndres als pyramidenförmige Steine waren, darauf. So war das uralte Bildder Venus zu Paphos eine Pyramide aus weißem Marmor. Nach Herodot wa-ren die ersten dem Sonnengotte zu Ehren errichtet, und ein Symbol der Sonnen-strahlen. Dies sollte auch ihre Benennung und Gestalt anzeigen. Auch konntensie das Andenken gewisser Begebenheiten verewigen, sowie der Inhalt der Hiero-glyphen das Lob der Götter und Könige oder Gegenstände der heiligen Lehre ent-hielt. Unwahrscheinlicher ist ihre Bestimmung zu Sonnenzeigern, weil die obereSpitze derselben keinen scharfen Schatten wirft. Doch wurocn sie später dazu an-gewendet, und auf die Spitzen einiger Obeliske Kugeln gestellt, wie auf den, wel-chen August auf das Marsfeld zu Rom stelle» und durch den Astronomen Maui-lius zum Sonnenzeiger einrichten ließ. So viel aber ist gewiß, daß sie bei de»alten Ägyptern eine vorzügliche Zierde der freien Plätze und Tempel ausmachten,vor deren Hauplcingange gemeiniglich zwei oder mehre solcher Prachtkegel standen.Man brauchte aber dazu nur Obeliske von ansehnlicher Höhe. Nach der persische»Eroberung Ägyptens wurden keine mehr aufgeführt, und die Lagiden habenAlexandrien nur mit den Obelisken der altern Könige ausgeschmückk. Die römi-schen Kaiser schafften mehre Obeliske aus Ägypten nach Rom, Arles, Konstanti-nopel, die in der Folge meist umgcstürzt, in neuern Zeiten aber wieder zusammen-gesetzt und aufgerichtet worden sind. August z. B. ließ 2 große Obeliske aus Hclio-polis nach Rom bringen. Von dem einen ist eben gesprochen worden. Der andrestand auf der Spina im Circus Maximus und soll eben derjenige sein, den der KönigSemneserteus (nach Plinius) errichtet hatte. Bei der Verheerung Roms durch dieBarbaren ward ec umgestürzt und blieb, in 3 Stücke zerbrochen, unter dem Schutteliegen, bis ihn 1589 Sixtus V. durch den Baumeister Domenico Fontana ergän-zen und bei der Kirche Madonna del Popolo aufrichten ließ. Unter Caligula kamein andrer Obelisk aus Heliopolis nach Rom, der im Circus Vaticanus ausgestelltwurde (der vatikanische). Er steht seit 1586 vor der PeterSkirche und ist ohne Hie-roglyphen, mit Kreuz und Postament 126 F. hoch, und der einzige in Rom, wel-cher ganz gebliedenist; der78 F. hohe Schaft aus einem einzigen Stücke Gra-nit ist die größte Gcanitmasse unter den Werken des Alterthums. Man schätzt seinGewicht auf 10,000 Ctr. Claudius soll die 2 Obeliske aus Ägypten haben bringentaffen, welche vor dem Eingänge des Mausoleums des August standen, und wovonder eine 1587 ergänzt und bei Sta.-Maria Maggiore wieder ausgestellt worden ist.Auch Caracalla soll für seinen Circus an der appischen Straße einen Obelisk auSÄgypten haben holen lassen. Den größten Obelisk (wahrscheinlich denvvn Ramesseserbauten) ließ Kaiser Konstantius II. im großen Circus in Rom aufstellen. Im5. Jahrh. ward auch dieser von den Barbaren umgeworfcn und lag zerbrochen un-ter dem Schulte, bis ihn Sixtus V. 1588 auf dem Platze vor der Johanniskirche