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2 (1830) Bo bis C
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374
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374 Calatrava Calciniren

fenheit in der allgemeinsten Achtung, als er in seinem 63 I. plötzlich des schrecklich-sten Verbrechens angeklagt wurde, dessen ein Vater beschuldigt werden kann. Am13. Oct. 1761 ward sein ältester Sohn, Marc Antoine, im väterlichen Hause er-drosselt gefunden, und so glaublich es auch scheinen mußte, daß der von Naturschwa-müthige, unruhige Jüngling sich selbst den Tod gegeben, so riefen doch bald tausendStimmen in der Stadt, daß der Vater den zum Übergang zur katholischen Religimgeneigten Sohn ermordet habe. Jean Calas und seine ganze Familie wurden ver-haftet, und ein Proceß gegen ihn eingeleitet, in welchem zahlreiche Zeugen, dm»Unzulänglichkeit sehr einleuchtend war, wider ihn auftraten. Umsonst beriefstder Greis auf seine Zärtlichkeit für seine Kinder und aufdie Melancholie seines Schnes, umsonst führte er an, daß er einem andern Sohne, der die kathol. Religio,angenommen, sogar noch ein Jahrgeld zahle, daß er bei seiner Alterschwäche ei»,solche Gcwaltthat an einem kraftvollen Jünglinge unmöglich verüben können, deseine kathol. Magd, die er im Hause gehabt, die That nicht zugegeben haben wmdndas Parlament von Toulouse vcrurtheilte ihn mit 8 Stimmen gegen 5 zum Rad,mit vorhergehender Tortur und ließ am 9. März 1762 das Urtheil vollzieh,».Standhaft und ruhig duldete er die Martern der Folter und bestieg das Blutgaüfimit den Worten:Ich sterbe unschuldig, meine Richter müssen irregeleitet mi-den sein. Christus aber, der die Unschuld selbst war, starb ja eines noch guMlern Todes". Der jüngste Sohn ward auf immer verbannt, dagegen wurdmdi,Mutter und die Magd freigesprochen. Die Familie des Unglücklichen begab stnach Genf. Voltaire, der zu Fernep lebte, lernte sie kennen und faßte dm Alschluß, das Andenken des Calas zu vertheidigcn. Er brachte die Sgchevvrdi»Richterstuhl der öffentlichen Meinung und lenkte die Aufmerksamkeit auf die N»gel der Criminalgesetzgebung. Auch schrieb er damals seinen berühmtenIiriie«ur In toleranee". Die Witwe und die Kinder C.'s baten hierauf um eine Reilsion des ProcesseS. 50 Richter prüften alle Umstände nochmals und erklaiti«sämmtl. Angeklagte für unschuldig. Der König gab der Familie die eingezog«Güter zurück und schenkte ihr 36,000 Livr.

Calatrava, s. Orden.

Calciniren heißt feuerbeständige Körper stärker oder schwächer glühe».Hatte der Rückstand eine lockere oder pulverige Gestalt, so wurde diese ehaiBKalk genannt. Im engem Sinne versieht man darunter die Verwandlung duregulinischcn Form der Metalle in Metallkalk oder metallische Erde. Die MMkönnen auf verschiedene Weise, entweder durchs Feuer, auf dem trockenen Megbdurch eine Art von Verbrennung in freier Luft, oder auch auf nassem Wege, dichAuflösung der Metalle und durch Niederschlagung ihrer Kalke calcinirt werd,».Zum Beweise dient das Blei. Schmelzt man eine genau abgewogene Masse diestMetalls in freier Luft in einem flachen Gefäße, so erscheint bald eine graue, erdiziHaut auf der Oberfläche; nach Wegnahme derselben zeigt sich das Blei auf sei»«Oberfläche hellglänzend; nach einiger Zeit zeigt sich eine ähnliche graue Haut damber. Mit diesem Abhauten kann man fortfahren, so lange noch Blei Vorhand,»ist, und man hat dann alles Blei in eine staubartige Masse verwandelt, welchemKalk ist. Dieser Bleikalk ist specisisch leichter, als daS metallische Blei, sein aWtes Gewicht aber beträchtlich größer als das dazu verwendete Blei, sodaß mana»t10 Pf. Blei 11 Pf. Bleikalk erhält. Platina, Gold und Silber erleiden nicht a«Iobenbeschriebene Art gleiche Veränderung, weßhalb sie edle Metalle genannt mrdmSehr berühmte Chemiker sind jetzt überzeugt, daß bei der Calcinatio» restirablemzersetzt werde und ein wägbarer Thcil derselben zu den Metallen trete, wodurch daVermehrung der Gewichtszunahme begreiflich wird. Jede Verkalkung ist daher»Säurung, bei welcher jedoch der Sättigungsgrad noch bei weitem nicht erreicht,^hin keine Acidität hervorgebracht, sondern nur eine metallische Halbsäure erzeugt M