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das von zahlreichen Quellen und Flüssen begünstigt wird. Schon Plinius rühmdie Fruchtbarkeit des schwarzen Bodens, der, mit Ausnahme der großen El«Marcesato, welche einer völligen Wüste gleicht, überall die kalkartigen Felsen Kala-briens bedeckt. Die schönsten Wälder von Fichten-, Tannen-und LcrchenbäuiW— die harzreichen Baume des von den Alten schon gepriesenen Silawaldes -beschatten den Rücken der Apenninen. Auch wachsen hier die immer grüne und di,Cochenilleneiche, die orientalische Platane, die indische Castanie (die besten in C-labri» oitra), der Zürbelbaum, die Buche, der Nuß - u. a. Bäume, die Aloe»»-die Feige. Der blüthenreiche Eschendaum gibt das calabrische Manna, wie nmden honigsüßen Saft des Stammes und der Äste nennt. Die Haiden sind mit«herrlichen Art von Haidekraut, Zimmetrosen und Salbei geschmückt, ganze Hng>I .mit Erdbeerpflanzen und Himbeersträuchern bedeckt. An der Küste findet man dmimmergrüncnden Tamariskenstrauch und den Erdbeerbaum. Bei allen Reichst»- >mern eines mittäglichen Landes an Südfrüchten sieht man hier auch einige Bei- tzüge des nördl. Europa; man irrt mitten unter Obstgärten von wohlschmeckend,»Äpfeln und auf grünen Älpenwiesen mit saftigen Kräutern. Im Thale mischt dndornige Kaperstrauch seine glänzendweißen Blumen unter den dunkelgrünen Roi-marin, und der Lorber beschattet alle Flüsse. Aus dem Schilfrohr (8-»rr»el>io)N-fertigt der Calabrese seine Schifftaue, Körbe, Matten, Seile und Netze, in welch»,der Thunfisch gefangen wird. Allein der träge und unwissende Bewohner hatii,griech. Cultur dieses herrlichen Bodens vergessen, der ihm vortrefflichen Wein Mgutes Öl liefert; doch führt er Getreide und Reis, Safran, Anis, Süßholz, Ui-berröthe, Flachs und Hanf aus; er pflegt den Oliven-, Feigen-, Mandel-MBaumwollenbaum; selbst das edle Zuckerrohr wird vollkommen zeitig. Auch di,Seide ist sehr gut. Nicht weniger reich ist Calabrien an Schafen, Hornvieh mdbesonders schönen Pferden. Die Gewässer enthalten Thunfische, Muränen mdAale. Bei Reggio fängt man die kinn» marin», eine Ärt Muschel, aus demfeiner Wolle man einen glänzenden Stoff verfertigt, der ebenso leicht ist als agegen Kälte schützt. Auch fischt man Korallen. Die Stcinbrüche und Gruben lie-fern Alabaster, Marmor, Schleifsteine, Gyps, Alaun, Kreide, Steinsalz, Lasur-steine und das schon zu Homec's Zeit berühmte Kupfer. Als die größte Merkwür-digkeit erscheint dem Beobachter der Zustand des Volks. Der Calabrese ist, kaum40 Stunden von den Thoren der Hauptstadt entfernt, wild wie der Tatar, grau-sam wie der Mohr, roh und unwissend wie der Neger am Senegal, und dmmrbhat er dabei treffliche Eigenschaften. Er ist aufrichtig, gastfrei und empfänglichfür Ehre. Die Verdorbenheit des von Natur so kräftigen Menschenstammes istdie Schuld der Regierung, des Klerus und des (nunmehr aufgehobenen) Feudal-systems. Unter dem Landvolke sieht man neben wenig Reichen lauter Arme.viel zu arbeiten, lebt der Bauer fast allein von den freigebigen Spenden der NaturSeine Wohnung gleicht den Schweinställen im übrigen Europa. Früher üble»die Großen eine schreckliche Despotie über ihre Unterthanen aus. Willkür WEigennutz herrschten, Alles war käuflich, und die Sbirren waren die bewaffnet!Macht der Majoratsherren zum Drucke der Unterthanen. Der des Elends ml,Calabrese floh dann gewöhnlich in die Gebirge und lebte vom Raube. Unwissen-heit , Rachsucht, Grausamkeit mit Hinterlist und Schlauheit sind Hauptzüge >">Charakter des Volks. Einmal beleidigt, ist der Calabrese unversöhnlich, dMtrennt erblicherHaß die meisten Familien, und der Einzelne geht nie aus, ohne»!seinem schwarzen Mantel bewaffnet zu sein. Des Nachts verrammeln sie ihreHau-ser. Von geselliger Freude haben sie keinen Begriff, und selbst die Reichen denke«nur daran, Geld zusammenzuscharren. Die Frauenzimmer sind nicht schon, «stheirathen sich früh und verblühen schnell. Selbst die aus den höhern Msstnk^nen im Durchschnitt weder lesen noch schreiben. Ihre Männer sind so eifersuch l