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2 (1830) Bo bis C
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Kaffeehäuser

Cagliari (Paolo)

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ftcrbam. Einige Jahre nachher bekam der botanische Garten zu Paris von hiereinen Caffeebaum, und 1720 ward ein dort gezogener junger Baum von De-clieux nach den Antillen geführt. Der Bemühung dieses Reisenden wird der An-bau eines Gewächses auf Martinique, St.-Domingo, Guadeloupe und denübrigen amerikanischen Inseln verdankt, welches ein durch alle Welttheile verbrei-tetes und zum allgemeinen Bedürstiiß gewordenes Getränk liefert. Man machteindeß in Europa weit früher Gebrauch von dem Caffee, als man die Pflanzekannte. Schon 1652 war zu London ein Grieche, der sich mit der Zubereitungdes Caffecs beschäftigte, wie er denn in Arabien, Ägypten, Syrien und in Kon-stantinopel schon seit dem 9. Jahrh. in Gebrauch gewesen sein soll. Die Fruchtdes Caffeebaums ist eine Beere, welche bei ihrer Reife die Größe, Gestalt undFarbe einer Kirsche hat. Das äußere Fleisch hüllt zwei längliche Bohnen ein, de-ren jede einen Keim enthält. Die Araber bereiten aus der Hülse ein Getränk, dassie sehr hoch halten und Sultanscaffee nennen; die Europäer hingegen bedienensich nur der Bohnen. Das bekannte, daraus gewonnene Getränk wirkt auf dieNerven des Unterleibes, besonders auch auf die Nervengeflechte der großen Puls-adern , befördert daher die Strömung des Blutes, erregt eine angenehme Warmeim Magen und erleichtert die Verdauung; theils durch die Abtheilung des Blutesvon dem Gehirn nach dem Unterleibe, theils durch die nach dem Gehirn sich fort-pflanzende Reizung der Unterlcibsncrvcn wird die Thätigkeit der Hirnorgane miterregt, der Schlaf und die Trägheit verscheucht und Munterkeit erhalten. Alleineben dieser Wirkungen wegen kann dies Getränk bei reizbaren Naturen auch Be-klemmung, Hitze, Herzklopfen, Zittern der Glieder und fieberartige ErscheinungenHervorbringen und zu Hamorrhoidalbeschwerden Veranlassung geben. Die beiCadiz angepflanzten Caffeebäume gaben 1821 gute reichliche Früchte.

Cafseehäuser. Ein Armenier, Namens Pascal!, war der Erste, der im17.'Jahrh., kurze Zeit nachdem der türkische Gesandte, Soliman Aga, den Pari-sern 1669 den Gebrauch des Caffees gezeigt hatte, auf der Messe in der VorstadtSt. - Germain eine Caffeebude aufschlug. Doch scheint das erste wirkliche Caffee-haus nicht vor 1724 daselbst gegründet zu sein. Dieses besteht noch jetzt undHeist auch, von seinem damaligen Stifter, einem Sicilianer, Namens Procopio,noch immer Osts krooope. Diese Anstalt fand vielen Beifall und daher auchbald Nachahmer. Die Zahl der Kaffeehäuser für alle Stande soll gegenwärtig inParis an 6000 betragen; das glänzendste und berühmteste derselben ist schonseit mehren Jahren das Oste lle« mille eolonne» im Palais Royal, und es gibtjetzt bekanntlich vielleicht keine bedeutende Stadt in Europa, die nicht eine mehr oderminder ansehnliche Anstalt ähnlicher Art aufzuweiscn hätte.

Cagliari, Hauptst. der Insel Sardinien an einem Hügel am Meere (39°15^20" N. B.). Sie besteht aus 4 Theilen: 1) dem Castelle, welches aufder SpitzedesHügcls liegt; 2) der Marina; 3) der Estempache und 4)derVillanova, iststarkbefestigt und der Sitz des Vicekönigs (seit 1829 ist dies der Prinz von Savoyen-Carignan ss. d.)), eines Erzbischofs und einer 1765 verbesserten Universität mit19 Profess, und 300 Stud., auch der Versammlungsort der Corti. Außerdem be-finden sich daselbst eine, 1805 von dem deutschen Baron Prunner gestiftete, königl.Gesellschaft des Ackerbaus, ein naturhistorisches und ein Antiquitätenmuseum Die^8,000 Einw. unterhalten einige Fabriken. Cagliari ist der Stapelplatz des gan-zen sardinischen Handels, daher Schiffswcrfte und Quarantainehaus. Ihr ge-räumiger, sicherer Hafen wird durch mehre Forts geschützt.

Cagliari (Paolo), bekannter unter dem Namen Paul Veronese, ein Ma-ler von Verona, geb. zu Verona 1532 (nach Zanetti 1528). Sein Vater, einBildhauer, wollte ihn für diese Kunst bilden; allein der Jüngling verrieth mehrNeigung zum Zeichnen und wurde daher zu dem Maler Antonio Badile, seinem