Eäciiie Eacuö 359
von ihnen abgewendet, daß sie ein höchst verderbliches Werkzeug der Willkür undder Jntrigue waren. (S. Bastille.) 3/-
Cäcilie Es gibt mehre Heilige d. N. in der kathol. Kirche. Die be-rühmteste, die man fälschlich zur Erfinderin der Orgel und zur Schutzpatronin derTonkunst gemacht hat, soll in der ersten Hälfte des 3. Jahrh. n. Ehr. den Märty-rertod erlitten haben (220). Ihre heidnischen Altern sollen sie nach der Legendeeinem heidnischen Jüngting, Valerian, wider ihren Willen verlobt haben. Siehatte aber in ihrem Herzen dem Herrn eine ewige Jungfrauschaft gelobt; undwährend die Instrumente tönten, wie es in jener Legende heißt, tönte es in ihremHerzen allein zu dem Herrn (oantantibus orxwni-i, illrr in voräe suo soll cko-„üno esntab-rt llicens eto ), d. h. betete sie: Herr, laß mein Herz und meinenLeib unbefleckt bleiben. Als nun der Bräutigam erschien, bedeutete sie ihn, sienicht zu berühren, ein Engel des wahren Gottes beschütze ihre Unschuld. Derungläubige Valerian wollte sich von dieser Angabe überzeugen; sie verwies ihn anden Bischof Urban, der sich unter den Gräbern der Märtyrer verborgen hielt, undder ihn in der christlichen Religion unterrichtete und taufte. Als er nun zu derBraut zurückkam, sah er den schützenden Engel, der Beiden Kränze von himmli-schen Rosen und Lilien reichte. Valerian bewog nun auch seinen Bruder Tubir-tus, den christlichen Glauben anzunehmcn. Beide Brüder ließ als eifrige Chri-stusbckenner der römische Pcäfect Almachius enthaupten. Eäcilien sollte das Le-ben geschenkt sein, wenn sic den heidnischen Göttern opferte. Allein sie blieb festin ihrem Glauben. Darauf ließ sic der Tyrann in ein Bad mit siedendem Wasserverschließen, in welchem man sie noch am andern Tag unverletzt fand. Dannsollte sie der Henker enthaupten, der, als er 3 Mal gehauen, das Haupt nicht vomLeibe zu trennen vermochte. So lebte sie noch 3 Tage, ermunterte die Gläubi-gen , segnete und beschenkte die Armen. Schon im ö. Jahrh. findet man in Romeine ihr gewidmete Kirche. Der Papst Paschalis, der große Sorge um die Reli-quien trug, spürte auch ihrem Körper nach. Da soll sie ihm, wie er in seinenBriefen erzählt, im Schlafe erschienen sein und ihre Begrabnißstelle angezeigt ha-ben. Paschalis aber ließ nachgraben und den gefundenen Körper 821 in dev vonihm wiederhergestellten Kirche beisetzen, wo man auch jetzt ein Denkmal derselbenfindet. Wie Eäcilie zur Schutzheiligen der Tonkunst geworden - darüber hat manverschiedene Meinungen aufgestellt; alle kommen darauf zurück, daß dies entwe-der durch Mißverstand oder durch eine symbolische Deutung der in ihrer Legendebefindlichen oben angeführten Worte geschehen. Ihre Verehrung als solche istsehr alt. Unter den Dichtern hat sie Chaucer, Dryden in seinem von Händel com-ponirten „Alexanderfest", welchem der von Winter componirte „Timotheus, oderdie Macht der Töne" nachgebildet ist, ferner Pope in einer Ode besungen.Rafael, Domenichino, Dolce und Mignard haben ste in berühmten Gemäldendargestellt, von denen sie schon das Bild des Erstem, wie Herder in den „Zerstr.Blattern" sagt, als himmlische Erscheinung, als personificirte himmlische Andacht,der Unsterblichkeit werth macht. Allein der Jüngling von Urbino hat auch dieoben angegebene Bedeutung jener Legende in s. Darstellung am richtigsten qe-> troffen.
, Cacus, ein Räuber in Italien, der Schrecken des aventinischen Waldes,
der Umwohnenden und Fremden, ein ungeheurer, und nach Einigen auch feuer-, speiender Riese von übermäßiger Kraft und schrecklicher Gestalt, war ein Sohn! Bulcan's. Eine Höhle mit langen Windungen war seine Wohnung, über deren- Umgänge Kopfe und Arme der Erschlagenen hingen, und hie er mit einem Steine
: ^schloß, den 20 Paar Stiere nicht fortbewegen konnten. Als Hercules des
. eryon Rinder durch Italien trieb, raubte ihm E. einige derselben und führte sie,s "" Spur zu verbergen, rückwärts in die Höhle. Aber das Gebrüll verrieth