348 Byzantinische Kunst
diente Bischöfe abzubilden, auch auf die Märtyrer und heilige Personen übettwworan sich späterhin die abergläubige Verehrung derselben knüpfte. ObgleichBilder dieser Art im 3. und 4. Jahrh. häufiger wurden, so erklärten doch noch«i,>,Kirchenlehrer, wie früher Tertullianss.d.), die Künste für Erfindungen dc-L«,scls und meinten, die heidnischen Statuen feien von Dämonen besessen, in welch,,abergläubischen Meinung der rohe Pöbel oft die herrlichsten Götterbilder zerstch,Erst nach vielen Unruhen wurde im 9. Jahrh. die Bilderverehrung im gricch.befestigt, und von da an zeigen sich die ersten uns bekannten Spuren einer chH lBildner- und Malerkunst im Orient. Aber selbst jene Portraitstatuen, auswelche di,Plastik angewiesen war, zeigten nicht mehr die Freiheit und Würde alter Kunst. L„Stolz der Kaiser verlangte Statuen aus Gold und Silber, so lange der durch Erptzsungcn der Unterthanen gefüllte Schatz cs gestattete; Bilder aus Erz und Ma«wurden weniger geachtet. Und wie selten mochte den Künstler sein Gegenstand,heben, da bald kriechende Schmeichelei den unwürdigsten Menschen Denkmäler undEhrensäulen errichten ließ ? Natürlich, daß mit den würdigen Gegenständen auch di,würdige und freie Behandlung der Kunst verschwand und sich in eine dürftige Mch-nik verlor. Alle Bilder, sagtHeyne in seiner Abhandlung über die Werke der spät,!»Kunst unter den byzantin. Kaisern (in den „(lonunentat. 8oo. Kottinx." I.XIj,dcrKaiscr, berühmter Männer oder heiliger Personen, nahmen eine Gestalt, M»und Haltung an; nirgends zeigte sich die Spur des Genius in freier Schöpfung undUmbildung, im Hinstreben zu Wahrheit und Ausdruck. Ja von Justinian« Z,iiherab verlor sich das richtigeMaß, das Verhältniß derThcilc und die Wahrheit-«Umrisse so sehr, daß die Bilder Larven, Gespenstern und Mißgestalten immer ähnli-cher wurden. Selten sah man noch die alten röm. Gesichter dargcstellt; die Gestal-ten, welche dieKünstler darstellten, schienen einem ganz andern Menschengeschlecht,,einem neuen Volke anzugehören, und wohl that cs Noch, zuweilen die Namen be-schreiben. In der perspectivischen Anordnung der Figuren beobachtete man kein Ge-setz, und auch das Architektonische verschlimmerte sich wenigstens seit dem 6. Zchh,sehr. Umsobesorgter war die Prachtliebe dieser Zeit, die kostbaren Gewänder der Kai-ser, Bischöfe u. a. ausgezeichneter Personen nachzubildcn; und zwar liebte manMbloß purpurne Gewänder, sondern es kam auch der unmäßige Gebrauch von Perle»und Edelsteinen auf, die in langen Ohrgehängen, aufArm- und Halsbändern Ma-gen wurden; das ganze Gewand war oft mit Edelsteinen besetzt, und um den Samlief eine doppelte Reihe von Perlen herum; denn solcher Kleider pflegten die Kais«mehre an einem Tage zu wechseln. Von Konstantin bis auf Justinian wachst Dman auch aus Münzen sehen kann) die Pracht der Diademe und die Verschm-dung m Perlen und Edelsteinen. ,, Da der Plastik, die das Nackte und die Einfach- iheit der Gewänder liebt, solche Äußerlichkeiten fremd sind, so läßt sich leicht erklä- sren, warum die Verfertigung von Statuen so bald aufhörte. Auch finden wir die--selben nur in den ersten Jahrhunderten angeführt. Heyne gibt in der angeführt!«Abhandlung ein Verzeichnis der byzantinischen Statuen, welche von Schriftsteller»dieser Zeit genannt werden. Jesusbilder, Statuen der Apostel und Heiligen koni-men darunter nicht vor. Statt jener findet man gemalte und in musivischer Ar-beit gefertigte Crucifixe. Gab es aber früher dergleichen, so wurden sie zur Md«Bilderstürmer zerstört oder vernichtet, wie eine eherne Statue des Heilandes »e-ben Konstantins Standbild, welche Leo der Bilderstürmer zerstörte, und die»»»Eusebius gelobten Abbildungen des guten Hirten, oder des Daniel unter den Le-wen, womit schon Konstantin die öffentlichen Brunnen verzieren ließ. EinNdes Heilandes von Engeln umgeben, in Mosaik gearbeitet, beschreibt Photius; auchfindet man die Bilder zweier Engel auf dem Konstantinischen Forum, das Wdvon Adam und Eva, die eherne Statue. Moses's, mit welcher Justinian die Eur>>verziert haben soll, sowie auch die des Salomon aus früherer Zeit erwähnt. M