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Byzantinische Kunst
Baiazet's uneinigen Söhnen selbst einige verlorene Provinzen wieder. Ihm folgteJohann sein Sohn (1425), dem Murad H. alle Lander bis auf Konstantinopelnahm und Tribut auflegte (1444). Dem Kaiser Johann folgte sein Bruder Kon-stantin. Tapfer, doch fruchtlos, widerstand er mit seinem Feldherr», dem Genue-ser Justinian, der Übermacht und blieb hcldenmüthig bei der Vertheidigung Kon-stantinopels, durch dessen Eroberung am 29. Mai 1453 Mohammed 11. dem griech.oder byzantin. Kaiserthum, diesem Zweige des röm. Reichs, ein Ende machte. 1461unterwarf sich auch David Komnenus, Kaiser von Trapezunt, und trat in den Pri-vatstand zurück. (S. Komnenen.) S. des Marq. Pastorct d. I. „ttiot. de lacküte de I'einpire Free", von 1400—80 (Paris 1829).
In der Münzkunde nennt man Byzantin er (kes-mt» d'or) Goldmün-zen dcrgriech. Kaiser, welche seit330 unter Konstantin d. Gr. und seinen Nachfolgernin Konstantinopel geschlagen wurden. Es sind Solidi von gutem Dukatengolde, diein spätem Zeiten an Ausdehnung gewinnen, was sie an Dicke verlieren. Die des 4.Jahrh. haben auf der Rückseite (AMOK ausgeschrieben: eine Abkürzung, die nochnicht hinreichend erklärtunddcrvielfältigsten Deutung fähig ist. Diese Goldmünzenwaren besonders seit den Kreuzzügen auch im Abendlande im Umlauf, vornehmlich inFrankreich und Deutschland, und galten als Muster für den Goldmünzsuß der deut-schen Kaiser und der Könige von Frankreich. In Frankreich prägte man ihnen ganzähnliche, die sich aber durch die angegebene Münzstätte von den echten unterscheidenlassen.
ByzantinischeKunst, Byzantinische Schule. Seit Konstan-tin d. Gr. die Residenz des röm. Reichs in das alte Byzanz versetzte und die nachhervon ihm genannte Stadt mit allen Schätzen griech. Kunst ausschmückte, seitdemwar eine neue Periode in der Geschichte der Kunst eingeleilet. Denn von dieser Zeitan trat die Kunst in den Dienst des zur Staatsreligion erhobenen Ehristenthums.Was von Werken alter heidnischer Kunst als Schmuck christl. Städte und Tempelangewendct werden konnte, das mußte nun dem unsichtbaren Gotte dienen, und dieverfallene Kunst sing unter Einfluß des Christenthums erst spät und allmälig an, neueSprossen zu treiben. — Als Konstantin Byzanz zur Residenz umschuf, hatten schonPracht und Glanzsucht den einfachen Geschmack in der Kunst verdrängt; asiatischerLuxus wurde herrschend, welcher mehr Gewicht auf Stoff und Schmuck als auf diereine Kunstform legte. Die Baukunst, welche in Byzanz das Forum Augusteummit 4fachem Säulengang verzierte, eineprachtvolle, mehrmals durch Brand zerstörteCurie, viele kaiserl. Paläste, Bäder, Theater und Säulenhallen schuf, konnte nocham längsten an den aus clasflscherZeit empfangenen Formen festhalten, und wich vonihnen erst allmälig in dem Bau der christl. Kirchen ab, als deren Muster Justinian im6. Jahrh. die mit aller Pracht ausgerüstete Sophienkirche aufstellte (537). Aberselbst an Gebäuden sah man bald mehr aufWerth und Farbe des Marmors als aufdas Verhältnis der Thcile und Saulenstellung. Indessen findet man doch selbst bisin das 9. Jahrh. erstaunenswürdige Werke der griech. Baukunst genannt, und na-mentlich waren Theodosius d. Gr. undJustinian große Beförderer derselben. Noch we-niger war diese Zeitder einfachen Plastik günstig. Die Mythologie des griech. Alter-thums bot der Skulptur geheiligte Gegenstände dar; Götter nahmen Menschenge-stalt an, und die Menschengestalt wurde, der griech. Bildung angemessen, zum Idealerhoben. Mit der Einführung der christl. Religion ward die Plastik aufNachahmungder Natur, zunächst auf das Portrait und auf Beiwerke eingeschränkt; denn jenewirkt der sinnlichenD arstellung desGöttlichen entgegen. Hauptsächlich waren eS Sta-tue» der Kaiser, verdienter Staatsmänner und Heerführer, welche der bildenden Kunstübrig blieben; und ihre Bildnisse scheinen auch Veranlassung zur Einführung desBilderdienstes in den christl. Kirchen gewesen zu sein (s. Bilderstürmer), indemman die Gewohnheit, den Kaisern Ehrensäulen und Statuen aufzurichten und vcr-