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Böhmische Sprache
N 08 t, äustoFnvst die Würde, dnuA, mrv» der Dünger, rves, vesniee, äeilina,das Dorf. — Man vergleiche die meisten böhmischen Wurzelwörter mit denihnen entsprechenden in einer andern Sprache, sowie die extensiv und intensiv grö-ßere Menge der Begriffe und der Nuancen von Begriffen, und man wird erstau-nen über die Menge von Biegungen und Ableitungen, durch welche sich die Ezechen-sprache vor andern auszeichnet. Ein großer Theil ihrer Bildsamkeit beruht aufden so vielfachen Declinationen, auf den verschiedenen Zeiten und den Participien.Diese Eigenthümlichkeit erhebt die Sprache des Böhmen über die allerneuern Na-tionen , die übrigen slawischen Dialekte ausgenommen. In der Mannigfaltigkeitder Declinationen, welche beinahe durchaus auf einen Vocal sich enden, nur amEnde gebogen und ohne Artikel gebraucht werden (m. s. Negedly's Grammatik,Prag 1821), gleicht das Böhmische dem präcisen Lateinischen, z. B. imu-i (viro),rene (lemina) fr lies wie das französische ob) u. s. w. Die Participien geben ihrviel Gelenkigkeit, indem sie, als Verbaladjectiven, Eigenschaft des Dinges undZeitbestimmung zugleich andeutend, den Vortheil der Zeit- und Beiwörter in sichvereinigen, und dadurch den Gebrauch der relativen: der, als, nachdem, da, in-dem rc., wodurch die Perioden so schleppend werden, ersparen, daher ihre besondereKürze. — 2) Ein andrer Vorzug der Bildsamkeit der böhmischen Sprache be-steht in der Zusammensetzung ganzer Wörter, z. B. 8anw,vIL<Iee, der Alleinherr-scher, broinovlailn^, donnerregierend, rc. Doch drückt der Böhme die zusam-mengesetzten Wörter der Griechen und Deutschen oft durch eine eigne Form derAdjective, oft auch durch eigne Substantive aus, wie icostnio, das Beinhaus,vbmelnioe, der Hopfengarten, ckuba, der Regenbogen. Noch gehört zu den Ei-genthümlichkeiten des Böhmischen, daß es eine große Mannigfaltigkeit von Ver-kleinerungswörtern hat, wodurch man nicht nur kleine, sondern auch angenehmeliebe Gegenstände bezeichnet, als panaeek, das Herrchen, imlenka, die Vielge-liebte, panenica, das Jüngferchen, u. a. m.; daß es „eine Sache oft nennen" miteinem kurzen Ausdrucke bezeichnet, z. B. kranti8lcorv»ti 8« (8 lies wie sch), denNamen Franz oft nennen, maoecborvati 8e, den Namen der Stiefmutter oftnennen; daß es die noinina patron^nriv«, besitzt, z. B. Icrälorree, der Königs-sohn; daß es eine vollbrachte Handlung kurz andeutet, z, B. <I<>i>8ati, zu Endeschreiben; und daß es verba initistiva hat, z. B. brbatjm, ich werde buckelig,u. a. m. — Zweitens hat die böhmische Sprache viel Kraft und Nachdruck,da sie nicht durch eine Menge Artikel, Hülfs-, Verbindungs - und Übcrgangswortematt und schlaff wird, sondern die Gegenstände der Einbildungskraft, der Leiden-schaft, sowie jede höhereBewegung der Seele des Dichters und Redners, durch ihreKürze rascher, kräftiger und lebendiger darzustellen vermag, indem sie die bedeu-tungsvollsten Worte mächtig zusammendrängt und die Verbindung der Nedetheile,dem jedesmaligen Grade der Empfindung gemäß, freier und kühner, oder gehaltenerund ruhiger ordnet. Auch drückt der Böhme viele Gegenstände in natürlicherKlangbildungaus; so die Namen der Thiere nach ihrer Stimme, alskruta, dieTruthenne, Icaedna, die Ente; manche Pflanzen benennt er nach ihrer Wirkung,als boleblav, der Schierling (von Kopfweh), IconitrukI, die Gnadenblume, vonihrer Form. Die Sprache der Ezechen wird kurz und nachdrucksvoll durch die Ent-behrung der Hülfsverben bei den meisten Zeitwörtern, z. B. <Iän>, ich werde geben;bei den Präteriten in der dritten Person einfacher und vielfacher Zahl, wo zugleichdurch die Endsylbe das Geschlecht bezeichnet wird, z. B. pü-ck, p8ala, p8»Io, er, sie,es hat geschrieben, p8ali, p8al^, p8»Ia, sie haben geschrieben, naronen, naronena,nsro-wno, er, sie, es ist geboren worden. So gibt die Entbehrung der Personenbei den Verben, des Artikels bei den Substantiven, verbunden mit dem Gebrauchevieler Participien und participialischer Wendungen, der Ezechensprache den Nach-druck und die Kraft des römischen Ausdrucks. Ebenso erspart der Böhme man-
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