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7 (1830) M bis N
Entstehung
Seite
644
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644 Mutiren Muttermale

rel, Mulhschein, ein dem Lehnsmann, wenn er um die Lehnsreichung gehörigangesucht hat, von der Lehnskanzlei ertheiltcr Schein, worin das geschehene Amsuchen bescheinigt wird.

Mutircn (von inutare, verändern) sagt man vorzüglich von dem Über-gänge der Discantstimme der Knaben in die männliche zur Zeit, wo die Mann-barkeit eintritt. Man sollte um diese Zeit gar nicht singen, damit sich die Naturselbst für eine andre Stimme entschiede.

Mulis (Lon Joseph Cölestin), .Direktor der botanischen Anstalt zu Neu-granada und königl. Astronom zu Santa-Fe de Bogota, geb. 1.732 zu Cadiz,widmete sich der Medicin. Während s. Aufenthalts als Prof, der Anatomie zuMadrid ward er brieflich mit Linne bekannt, und hierdurch seine Vorliebe für diePflanzenkunde noch mehr befestigt. 1750 begleitete er den als Viceköm'g nachNeugranada gesandten Don Petro Mofia de la Corda dahin, und nun diese reiche»Gegenden mit unabläßlichem Eifer durchforschend, entdeckte er die Chinarinde inLändern, wo man deren Dasein bisher nicht vermuthet hatte, und trug am mehr-sirn mit dazu bei, in s. Landstrichen das Licht wissenschaftlicher Aufklärung aus-zubreiten. Zum Prof, der Mathematik am Collegium ^'uentra 8enra. «lel klo-rario in Santa-Fe ernannt, trug er hier zuerst die Grundzüge des KopernicanischknPlanetensystems vor, und die hierüber erbitterten Dominicaner, die nur mit Un-willen eS anzusehen vermochten, daß die ketzerischen Behauptungen des thornerAstronomen in Betreff des Umschwunges der Erde um die Sonne, im Gegensätzemit dem Ausspruche der Bibel, auch in Neugranada Eingang fanden, würdennicht ermangelt haben, M. vor ihr höllisches Tribunal zu ziehen, hätte ihn nichtder Vicekönig beschützt. Später (1777 82) unternahmM. eine wissenschaft-liche Reise nach den südlichern Gegenden von Ncugranada zur Untersuchung derdortigen Pflanzen und Silberbecgwcrke und sandte einen Theil seiner reichen bota-nischen Ausbeute von lucr aus an Linne. Leider ward aber durch diesen Mehresdavon aus Versehen unter die mexicanischen Pflanzen gesetzt und dadurch eine fürdie Wissenschaft schädliche Verwirrung in das Ganze gebracht. Außer diesen bo-tanischen Entdeckungen und mehren nützlichen astronomischen Beobachtungen fandM. auch noch auf dieser Reise bei Jbaguc-Vicjo eine reichhaltige Queckfllbermineauf. Als 1790 auf Betrieb des Vicekönigs, Erzbischofs Don Antonio CaballeroGongora, der madrider Hof sich entschloß, u. d. N. Lxpeclioion lie-rl botanic» zuSanta-Fe eine Anstalt für das Studium der Naturwissenschaften zu gründen, daward M., der sich seit 1772 bereits dem geistlichen Stande gewidmet hatte undzum Kanonicus der Kathedrale zu Sta.-Fc ernannt worden war, zum Director er-wählt, und sein Wirren in dieser Stelle war von dem größten Nutzen. Roch.1802 ließ er in s. Garten zu Santa-Fe ein Observatorium erbauen und mit denbesten Instrumenten versehen. Ec starb den 11. Dec. 1808, den Ruhm einesebenso rechtschaffenen als für das Wohl der Wissenschaft und s. Landes vielfachverdienten Mannes hinterlassrnd. Eins der größten Verdienste dieses fleißigenNaturforschers war die Entdeckung des Wachsthums der Fieberrinde auch aus dernördlichen Halbkugel der Erde, welche M. 1772 in den Gebirgen von Tena undspäter in Honda, zu Villeta u. a. O. machte. Außer der Botanik, Astronomie undChemie beschäftigte er sich auch mit der Zoologie und verwandte vielen Fleiß auf dieNaturgeschichte dec Reptilen, Säugethiere, Fische und Vögel von Neugranada.Von s. vielen Schriften ist bis jetzt wenig in Europa bekannt geworden, da die nachs. Tode im ftanischen Amerika ausgcbrochene Revolution deren Mittheilung hin-derte; einige höchst getzalrvolle Abhandlungen von ihm finden sich jedoch in denfrühem Jahrb. der stockholmcr Akademie, wo ste durch Linne cingernckt wurden.

Muttermale nennt man gewisse Besonderheiten der Farbe, Flecken aufder Haut u. s. w., welche neugeborene Kinder mit aus die Welt bringen. Für die