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7 (1830) M bis N
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Mustoxid! Muthen

der Industrie und der Waarenkunde, sowie die größere Waarenauswahl. Es ver-steht sich von selbst, daß die Musterreiter keine größer» Rechte in Anspruch nehmenkönnen, als ihren Genossen in dem Staate, woher sie kommen, zugestanden wer-den. Sodann hat jede Polizeibehörde genaue Aufsicht zu führen, daß sie nicht alsSchleichhändler ihr Geschäft zu Defraudationen gebrauchen, wogegen die östreich.Regierung schon 1802 strenge Maßregeln ergriff; endlich hat jeder einzelne Han-delsmann sich in Hinsicht der Art seiner Bestellung sowie allenfallsiger Abschlags-zahlungen vorzusehen, so lange ihm solche Bevollmächtigte von Fabriken oderHandlungshäusern nicht genau bekannt sind. Eine eigne Gattung literari-scher Musterreiterei scheint in der jüngsten Zeit zur Schmach des geistigenVerkehrs aufkommen zu wollen; denn einige ursprünglich aus der Nachdrucker-zunft abstammende Buchhandlungen halten es nicht unter ihrer Würde, durchsogen. Reisende das Publicum mit Bestellungen auf ihre Verlagsartikel zu belä-stigen. Die königl. bairische Regierung hat den 4. Juni 1824 sehr zweckmäßig denliterarischen Musterreitern der Buchhandlungen und Comptoirs für Kunst und Li-teratur gleich den Reisenden andrer Handelshäuser verboten, außer in berechtigtenBuchhandlungen, Bestellungen auf ihre Bücher zu suchen und anzunchmen, daeine solche Einsammlung von Privatpersonen weder mit der Sicherheit der Pränu-meranten noch mit dem constitutionncllen Edicte Beilage Hl zur Verfassungs-urkunde vereinbar sei. 73.

Mustoxidi (Andreas, Graf), Historiograph der ionischen Republik undKorrespondent der kön. franz. Akademie der Inschriften und schönen Wissenschaften,gcb. zu Korfu 1785, einer der ausgezeichnetsten jetzt lebenden griech. Gelehrten,studirte seit 1797 in Venedig, dann in Mailand. Von Paris, wo ihm NapoleonZeichen s. Achtung gab, ging er nach Mailand zurück. Hier erwarb ihm 1806s. Werk in ital. Sprache:ker servire all' istorirr Ooreireoa «la i tampi eroivial secolo XII", die Stelle eines Historiographen bei der Regierung der sieben In-seln. 1811 und 1814 gab er zu Mailand die beiden ersten Bde. der Geschichtevon Korcyra u. d. T.:llluotra/äoni Ooreiresi", heraus. Hierauf benutzte M.die Laurentinische Bibliothek in Florenz und war Mitarbeiter an dem literar. Jour-nalll polixrako". In Padua schrieb er 1816 über die 4 Pferde von Bronzevor der Marcuskirche in Venedig, die mehre Jahre den Carousselplatz in Parisschmückten, und bewies, daß sie nicht auf dem Triumphbogen des Nero in Romgestanden haben, sondern, wie es 3 byzantinische Schriftsteller bezeugen, auf derInsel Chios verfertigt und von da unter Kaiser Theodostus in den Circus von Kon-stantinopcl versetzt worden sind. Als man in seinem Vaterlande eine Universität zugründen im Begriffe war, kehrte er nach Korfu zurück, um an derselben eine Lehr-stelle zu übernehmen. Ec lehnte daher einen Ruf an das Lyceum in Bukarest ab,wo ihn der Hospodar zum Prof, der Geschichte und der griech. Alterthümer ernen-nen wollte. M. schreibt das Italienische mit einer seltenen Reinheit. SeinLebendes Anakreon", in ital. Sprache, fand ausgezeichneten Beifall. Im Nov. 1827begleitete er den Präsidenten der griech. Republik, Grafen Capodistcias, von Genfnach Ancona und Korfu.

Muthen, ein altdeutsches Wort, welches so viel bedeutet als um eineSache förmlich anhalten. Etwas verlangen. So heißt bei Handwerkern muthen,wenn ein Gesell um das Meisterrecht oder um die Aufnahme in die Innung förm-lich ansucht (daher auch das Muthjahr); im Lehnswesen, ein Lehn muthen, soviel als bei dem Lehnsherrn um Ertheilung des Lehns (Investitur) an suche»; imBergbau, eine Fundgrube muthen, um Eclaubniß anhalten, eine aufgefundeneGrube bauen zu dürfen und damit belehnt zu werden. Daher heißt auch derMuthzettcl im Bergbau ein Zettel, worin der Muther genau den Ort, Gangu. s. w. anzeigt, den er zu muthen gedenkt; bisweilen heißt aber auch Mu thzet-

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