Druckschrift 
7 (1830) M bis N
Entstehung
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M.

der 13. Buchstabe des deutschen Abc, welcher durch eine leichte Ausstoßungdes Hauches, wobei man die Lippen schließt, hcrvorgebracht wird; ein Lippen-buchstabe ; der zweite der sogen. Halblauter oder fließenden Buchstaben.

M', das abgekürzte Mac, eine Vorsetzsylbe schottischer Eigennamen, bedeutetSohn. Es rührt, wie das hebr. B en (s. d.) und das irländ. O' (O'Higgins) ausden Zeiten her, wo die vom Vater auf den Sohn sorterbenden Familiennamen nochnicht gebräuchlich waren. Das schriftlich abgekürzte M' wird Mac ausgesprochen,nie aber betont: man spricht daher Mac-Pherson, Mac-Jntosh. (S. auch Fitz.)

Mäander, jetzt Mcinder, ein Fluß Kleinasiens, entspringt in Phrv-gien auf dem Berge Eelanus, fließt zwischen Karren und Lydien, wo ec die Grenzeinacht, hindurch, und fällt zwischen Priene und Milecus ins ägäische Meer. Erwar bei den Alten wegen seiner vielen Krümmungen berühmt; sie benannten nachihm die künstlich in einander verschlungenen Purpureinfassungen an den Mäntelnund Gewändern, auch aufUrnen und Gefäßen. Daher figürlich Mäandrische Wege,Mäandrische Worte, d. i. künstliche Wendungen und Umschweife u. s. w.

Maas (In Ueuse), ein schiffbarer, für die Niederlande wichtiger Fluß, ent-springt im Departement der obern Marne (Champagne), fließt bei dem SchlöffeLöwenstcin mit der Waal zusammen und wird nun die Merwe genannt, erhältaber, nachdem sie sich bei Dortrecht in 2 Arme getheilt hat, bei Rotterdam ihrenalten Namen wieder. Beide Arme vereinigen sich aufs Neue bei Vlaardingen.Nicht weit von Briel, wo die Maas 4 deutsche Meile breit ist, ergießt sie sich mitsolcher Gewalt in die Nordsee, daß das Seewaffer in einer beträchtlichen Weiteseinen salzigen Geschmack verliert.

Maaß, s. Maß.

M a b, die Königin der Feen, bei Shakspeare; auch Wieland erwähnt sie öfter.

Mabillon (Jean), ein gelehrter Benediktiner der Eongregation von St.-Maur, geb. d.23.Nov. 1632 zu St.-Pierremont, einem Dorfe in der Ehampagne,trat 1654 in f. Orden und wurde bald darauf nach St.-Denis geschickt, um denFremden die Denkmäler dieser Abtei zu zeigen und zu erklären. DÄchery, einerder gelehrtesten Geistlichen des Benedictinerordens, foderte ihn zur Theilnahme ans.Spioilegiuin" (einer Samml. wichtiger, noch ungedruckter Urkunden und Nach-richten) auf und rühmte seinen Fleiß und Forfchungsgeist. Als die Eongregationvon St.-Maur die neue Ausgabe von den Kirchenvätern besorgen ließ, wurde ihmder heil. Bernhard (8. Lernarcli opera", 1667, 2Bde., Fol.) zugetheilt, under entledigte sich dieses Auftrags mit vielem Fleiß und Erfolg. Colbert, der vonseinen Verdiensten hörte, bot ihm eine Pension von 2000 Livres an; M. schlugsie aus und erbat nur des Ministers Schutz für seinen Orden. 1683 schickte ihnColbert nach Deutschland, um in Archiven und Bibliotheken Alles zu sammeln,was zur Geschichte Frankreichs dienen könnte. M. brachte mehre merkwürdigeUrkunden in s.Reisejournal" ans Licht. Da die Resultate dieser gelehrten Reiseallgemeinen Beifall erhielten, schickte ihn der König 2 Jahre nachher nach Italien,wo man ihm alle Archive und Bibliotheken öffnete. Auch hier fand er eine reicheAusbeute, die er in s. ,Museum Italieum" bekanntmachte. Für die königl. Bi-bliothek zu Paris hatte er gegen 3000 Bände seltener Bücher und Handschriftengesammelt. Damals behauptete Dom Rance, Abt von la Trappe, in einer seinerKonv.-Lex. Siebente Ausl. Bd. VlI. 4 1