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neues, von Grote gedichtetes Oratorium, die „Sünbflut", auf, und später sein„Verlorenes Paradies" in Magdeburg, in der restaurirten Kirche in Zerbst1827 Händel's „Samson", in Halle 1829. In den letztem Jahren haben sichmehre Stabte in Mitteldeutschland zu demselben Zwecke vereinigt. Gemeiniglichgab man bei diesen Mustkfcsten am zweiten Tage ein Concert aus verschieden-artigen, auch großen Jnkrumentalstücken gebildet. Für die Tonkunst habensolche Feste den unläugbaren Vortheil, daß sie an Orten, wo große Musikauf-sührungen selten sind, die Gemüther mit der erhebenden Macht der Tonkunstbekanntmachen, daß sie die Tonkünstler zu dieser erhebenden Wirkung verbindenund dadurch selbst von der Würde ihrer Kunst in höherm Grade erfüllen, daß st«endlich dem sich bildenden Virtuosen unbekannte Muster zeigen und durch sie «inhöheres Ziel aufstellen. Die letztere Wirkung findet auch statt in Orten, wo schongroße Orchester vorhanden sind; denn es gibt Werke, welche eine Art von Besetzungerfodern, die selbst an einem großem Orte schwierig ist. Was aber den Sologe-sang der Virtuosen oder das Jnstrumentalspicl anlangt, so könnte man an grö-ßer» und reichen Orten am ehesten auf den glücklichen und ausführungswerthen Ge-danken kommen, ein großes Concert aus den sinnig zusammengestellten Leistungender bedeutendsten Sänger und Jnstrumentalisten verschiedener Provinzen zu bilden,um dadurch die vollendetste Ausführung von Meisterwerken zu erzielen. Freilichmüßte dabei auf die eigentliche Sphäre eines jeden berufenen Künstlers sorgfältigeRücksicht genommen werden. 44.
Musikunterricht. Längst schon war die Erlernung des Gesanges unddes Jnstrumentalspiels (besonders aber des Pianofortespiels) unter die Gegen-stände des Unterrichts ausgenommen worden, bevor man diesen Unterricht durchzweckmäßige Methoden zu verbessern suchte. Diese Verbesserung hängt mit denFortschritten der Pädagogik in den neuern Zeiten zusammen. Man suchte die mu-sikalische Fähigkeit der Zöglinge nach den allgemeinen Bildungsgesetzen des Geistesund den in dem Lehrgegenstande selbst liegenden Bedingungen der Fortschreilung zuentwickeln. Das Erste regte besonders Pestalozzi und seine Schule in Deutsch-land und in der Schweiz an. Hierher gehört auch die Gesangbildungslehre nonNägeli, Natorp u. A. Das Letztere ist besonders das Verdienst Logie r's (s. d.),welcher die Aufgabe löste, mit dem Elementarunterricht im Singen und Spielenzugleich die Grundsätze der Harmonielehre zu verbinden, was auch sein großes, nunerschienenes Werk: „System der Musikwissenschaft und der prakt. Composition"(Berl. 1827,-4.), und der aus demselben gefertigte Auszug in Verbindung mitseinen Elementarwerken bezeugt. Zum schriftlichen Unterricht empfehlen wir auchdie Elementarwerke von Fr. Schneider.
Musivgold wird größtentheils aus Zinn, dann aus Quecksilber, Sal-miak und Schwefelblumen bereitet und bloß wegen der schönen goldgelben Farbezum Vergolden, Malen und Verzieren von den Malern gebraucht, welche es auchmeistentheils selbst verfertigen. Das echte wird aus der Schawine bereitet, d. h.aus den Abgängen von den geschlagenen Goldblättern, die beim Schlagen aus denFormen dringen oder von den Blattern abgeschnittcn werden. Sie werden mitHonig auf einem Marmorstcine zerrieben, der Honig wird durch Wasser ausgewa-schen, das Pulver mit Gummiwasser gemischt und in Muscheln gcthan. Aufgleiche Weise wird auch das unechte Musivsilber von Zinn, Wismuth und Queck-silber zusammengesetzt und angewendet.
Musivische Arbeit, s. Mosaik.
Muskateller- oder Muskatweine, eine Art süßer franz. u. ital.Weine. Don jenen sind der Rivesaltes und Lunel die feinsten; ihnen folgt derFrontignan, der Montbasin rc. Von den ital. nennen wir den Syrakuser vonSicilien, den Müäsato, Giro und Cannanao von Cagliari, den Muskat von Al-