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Mujttdiccctor Mustkfcste
nachahme: „Ich habe die Nachtigall selbst gehört". Engel hat in seiner Schrift„Über die musikal. Malerei" (Berl. 1780) unbedingt das Malen des Objects ver-boten und foderte das Malen der Empfindung. I'.
Musikdirektor. Die kunstmäßige Ausführung von Orchesterstückcn er-sodert eine Menge von Individuen (Jnstrumentalisten, oder Sängern, oder Beider).Sollen diese zu einem musikalischen Ganzen vollkommen Zusammenwirken, so wirddazu nicht bloß eine gewisse Fertigkeit von ihrer Seite vorausgesetzt, welche sie zuOrchestergliedern macht; sondern es bedarf auch, da jedem Einzelnen nur Das vor-geschrieben ist, was er für seinen Theil zum Ganzen beizutragen hat, und aus s.Partie die Idee des Ganzen nicht vollkommen erkennbar ist, auch von jedem einzel-nen Theilnehmer die Leitung der übrigen nicht abhängcn kann, eines vereinendenPrincips, welches den Willen des Tonsetzers repräsenrirt und nach der ÜbersichtDessen, was alle Einzelne zu leisten haben, dieselben zum Ganzen vereinigt: daSHaupt des musikalischen Gesammtkörpers, welchen das Orchester bildet; und die-ses Haupt der musikalischen Darstellung ist der Musikdirektor. Derselbe muß so-nach eine genaue Einsicht in die Musik als Kunst besitzen u. daher das Wesen dermusikal. Tonsetzung überhaupt nach Melodie, Harmonie und Rhythmus, und dieauszuführenden Tonsetzungen insbesondere im Ganzen und Einzelnen nach Cha-rakter, Zeitmaß, Vortrag rc. kennen und verstehen; daher auch Kenner der musi-kalischen Darstellungskunst und der Mittel dazu, d. i. der Stimmen undmusikalischen Instrumente (ihrer Ausstellung, verschiedenen Behandlung), sein,um die crfoderlichen Vorschriften bei der Ausführung der Tonwerke zu geben; fer-ner muß er die ihm gegebenen Mittel an Stimmen und Instrumenten ken-nen und anzuwenden wissen; genau und mit Ordnung einstudiren, mit ruhigerÜbersicht die Ausführung leiten, die richtigen Zeitmaße bestimmt angeben und über-all s. Untergebenen zu einer edeln Ausübung der Kunst zusammenhalten. Häufignennt man in neuerer Zeit den Musikdirector im engem Sinne einen untergeord-neten musikalischen Direktor, der unter dem Capellmeister oder einem sogen. In-tendanten der Musik steht und nur dessen Stelle zuweilen vertritt, hauptsächlichaber das Einstudiren bis zur Generalprobe besorgt.
Musiker oder Tonkünstlcr ist, wer die Tonkunst als freie Kunst treibt,und unterscheidet sich dadurch vom Musikanten, der sie nur als Handwerk undum des Erwerbs willen treibt. Jener ist Theoretiker oder Praktiker; in der Re-gel aber versteht man unter Musiker den praktischen Tonkünstler, welcher entwederals Componist oder als musikalischer Darsteller (sei es Musikdirector, Virtuos oderRipienist) die Tonkunst ausübt. Jener, der Componist, ordnet an, diese führendie Anordnung irr, Einzelnen aus.
Musikfeste. Bei der weit verbreiteten Liebe für Tonkunst in der heuti-gen Zeit kam man aus den Gedanken, zur würdigen Ausführung großer Musik-stücke auch große Kräfte von nah und fern zu vereinigen, und diesen Zweck an ir-gend eine feierliche Gelegenheit anzuknüpsen, welche auf diese Weise verherrlicht,und für die Unterstützung des schwierigen und kostspieligen Unternehmens ein hin-längliches Interesse erweckt werden könnte. An kleinen Orten, wo weniger musikal.Mittel vorhanden sind, wendete man sich zunächst an die näher liegenden Orte undlud brauchbare Künstler zur Mitwirkung ein. In der Schweiz veranstaltete schonseit einigen Jahren die schweizerische Musikgescllschaft solche Feste. Nachher hatman an mehren Orten Musikfeste veranstaltet, wenn auch nicht immer unter die-sim Namen, z. B. in Hamburg, Lübeck, Luckau, Münster (wo man jährlich dasFest der heiligen Cacilie feiert). So veranstaltete Bischofs 1822 in Bückeburgdie Aufführung des Weltgerichts; 1824 wurde in Quedlinburg unter K. M. v.Weber's Leitung durch Aufführung mehrer großen Musikstücke Klopstock's Ge-durcstagSjubiläum gefeiert; Friedr. Schneider führte in Köln um dieselbe Zrit sein