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7 (1830) M bis N
Entstehung
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638
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638 Musikalische Automate Musikalische Maleret

auf psychische Weise durch das Gemüth, die Empfindungen und Bewegungen,welche in demselben aufgeregt werden, theils durch physische Affcction des Nerven-systems vermittelt, welche, von dem Gehörnerven ausgehend, sich auf das Gehirnund von diesem auf das ganze übrige Nervensystem verbreitet. Beide Umständesind aber in concreten Fällen gewöhnlich mit einander vereinigt. Nach Maßgabe !der verschiedenen Stimmung und Reizbarkeit des Gemüths und des Nervensy-stems ist die Wirkung selbst aber auf verschiedene Individuen ebenso verschieden, !als auch nach Maßgabe der Melodie, Harmonie rc., mit Einem Worte, des Cha- ^rakters der Musik selbst. Die Wirkung ist dreifach; entweder wird dadurch dieGesundheit und das Befinden nicht verändert, oder es wird Krankheitszustand oder 'auch Genesung von Krankheiten bewirkt. In dem erstem Falle befinden sich Dieje-nigen, bei denen zwar Freude und Genuß, Mitgefühl und andre Arten von Rüh-rung durch eine entsprechende Musik hervorgezaubert werden, welche aber dieseEindrücke beim Schlüsse der Musik oder bald nach derselben wieder verlieren undzu dem gewöhnlichen Zustande des Gemüths zurückkehren. Wer dagegen ein sehr !reizbares Nervensystem und Gemüth hat, der kann eine rauschende, grelle Musikoft nicht ertragen, ohne Kopfschmerz, Schwindel, Ohnmächten rc. zu bekommen.Andre werden durch sanftere, rührende Musikstücke in einen melancholischen Zu-stand versetzt, der oft nur einige Zeit nachher anhält. Endlich ist die Musik auchbenutzt worden, um die Heilung mancher Krankheiten zu unterstützen; sobeiGc-müths- und Geisteskrankheiten, bei Eonvulsionen und andern Nervenkrankheiten.Mesmer zog sie bei seinen magnetischen Baquets mit in Gebrauch, um die Krisen >zu beschleunigen. Es versteht sich aber von selbst, daß die Stücke und Instru-mente vorzüglich sorgfältig ausgewählt werden müssen, wenn die Musik zur Hei-lung von Krankheiten benutzt werden soll. S. Lichtenkhal,Der musikalische Arzt,oder von dem Einflüsse der Musik auf den menschl. Körper" (Wien 1801 ).

Musikalische Automate, s. Automate ünd Kaufmann (Jo-hann Gottfried und Friedrich).

Musikalische Malerei. Die Verwandtschaft der Töne und Farben,welche auch eine Verwandtschaft der Malerei und Tonkunst begründet, und in demGebiete der erstem verschiedene Ausdrücke, welche von Tönen hergenommen sind(z. B. Farbentöne, Harmonie der Farben), eingcführt hat, begründet auch eine !Vergleichung der Tonkunst mit der Malerei, und so redet man von einem Tonge-mälde, wodurch eine ausgeführte und treffende Schilderung gewisser Seelenzu-stände verstanden wird. Von dem Tongemälde aber, dergleichen jedes größere >Tonsiück eigentlich sein sollte, ist wohl zu unterscheiden die musikalische Malerei, !womit man tadelnd die Schilderung sichtbarer Gegenstände durch Töne, oder dieNachahmung solcher Töne versteht, welche unvollkommener sind als die der Mu-sik. Die Musik ist eine Kunst der Zeit und kann an das Räumliche nur mittelbarerinnern, d. h. theils durch eine gewisse Analogie des Hörbaren und Sichtbaren,theils insofern das Sichtbare zugleich etwas Hörbares ist oder eigenthümlicheStimmungen gewisser Personen veranlaßt, welche der Tonkünstler auszusprechenvermag (so z. B. die Morgenscene in derSchweizersamilie" von Weigl). Zn !der Nachahmung des Hörbaren aber, sofern dies niedriger steht als die Musik, undnicht scherzend oder nur andeutcnd aufgefaßt (Donner, Rollen des Wassers, Stam- !pfen der Mühle), sondern zum Zwecke gemacht wird (wie in den sogen. Schlacht- !gemäldcn oder Schlachtmusikcn, in welchen man das Getös einer bestimmtenSchlacht vergegenwärtigen will), erniedrigt sich die Musik durch diese kleinlicheMalerei zu einer bloßen Darstellung des Hörbaren, die selbst bei der größten Voll-kommenheit der Nachahmung immer noch etwas Unvollkommenes bleiben würde.

Aus diesem Grunde antwortete der König Agesilaus von Sparta einem Mannetreffend, welcher ihm riech, einen Künstler zu hören, der die Nachtigall tauschend ^