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11 (1830) T bis V
Entstehung
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774
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774 Voltaire

fefsor der Physik, im 1.1779 aber an die Universität zu Pavia versetzt. Hier be-schäftigte er sich vorzüglich mit der Lehre von der Elektricität, und erfand (schon1777) das beständige Elektrophor und das Elektroskop, wodurch er die Theorie vonder Elektricität fester begründete. Dann leitete ihn die Beobachtung von Luftbla-sen, die aus einem stehenden Gewässer aufstiegen, auf wichtige Entdeckungen inder Lehre von den Gasarten. Hieraus entstanden das elektrische Pistol, das Eu-diometer, die Lampe mit entzündlicher Luft, 1782 der Eondcnsalor u. a. Physik.Erfindungen mehr, die V.'s Namen berühmt machten. Bald wandte sich seine ^Forschung zu den großen Erscheinungen in der Atmosphäre, namentlich über dieNatur des Hagels u. s. w. Er untersuchte und beschrieb das Feuer zu Velleja undPictra Mala. In der Folge erhöhte seinen Ruhm die Erfindung der nach ihm be-nannten Säule, durch welche er die Entdeckung Galvani'S der Wissenschaft aneig-nete. (S. Galvanismus.) 1777 hatte er die Schweiz und Savoycn, dann1782 mit Scarpa zugleich Deutschland, Holland, England und Frankreich bereist.Joseph II., Haller und Voltaire zeichneten ihn durch ihre Achtung aus. Nach sei-ner Rückkehr führte er in der Lombardei den Kartoffelbau ein. Die königl. Gesell-schaft zu London ließ auf ihn 1794, bei Gelegenheit seiner Abhandlung über denEondensator, eine Schaumünze prägen. 1801 reiste er nach Paris, wo seine Er-findung der elektrischen Säule solche Bewunderung fand, daß ihm der erste Eonsulein Geschenk von 6000 Fr. machte. Das franz. Institut ernannte ihn 1802 zuseinem Associe und widmete ihm 2 Medaillen. Dieselbe Auszeichnung erwies ihm tzdie königl. Gesellschaft der Wissenschaften in London. V. war hierauf der Abge-ordnete der Universität Pavia auf der Versammlung in Lyon. Napoleon ernannteihn zum Grafen und Senator des Königreichs Italien. Er gab ihm den Orden derEhrenlegion und der eisernen Krone. Auch war V. eins der ersten Mitglieder desitalienischen Instituts. 1804 legte er sein Lehramt nieder. 1815 ernannte ihnder Kaiser Franz zum Director der philosophischen Facultät bei der Universität zuPavia. Als Mensch war V. bescheiden, religiös, einfach; ein guter Familien-vater, ein trefflicher Bürger. Einen glänzenden Ruf nach Petersburg lehnte er ab.

Er verlebte s. letzten Tage in Como. Seine Vaterstadt hat V.'s Büste in dem Lyceumaufgestellt, und eine Denkmünze auf ihn prägen lassen. Vinc. Antinori gab die6ol-leriono (teile opere <Iel 6»v. Oonte ^lesssndrc» Volts" (Florenz 1816, 5 Bde.)heraus. Vgl. dieDIvAio inorale <IeI Ovnte elless. Volts", von Giov. Zuccala,Professor der Ästhetik und der ital. Literatur zu Pavia (Bergamo 1827). *

Vo ltaire (Franyois Marie Arouet de). Wenn irgend ein Mensch bewie-sen hat, daß dem Geiste die Herrschaft der Welt gebühre, und daß vor der Geistes-bildung aller irdische Glanz verschwinde, so ist es dieser ausgezeichnete Mann, der esunternahm, unter einem Volke und zu einer Zeit, wo man sonst Gelehrte und Künst-ler nur für edlere Domestiken der Großen hielt, ihnen einen selbständigen Rang derAchtung zu sichern. Die Wirkung dieses Strebens ging auf die ganze gebildete Weltüber, und nie hat wol ein Dichter, ein Philosoph, ein Geschichtschreiber eines solchenPublicums sich zu erfreuen gehabt als V., nie ein Mensch durch bloße Geisteskraftseiner Nation ein solches Übergewicht, selbst in politischer Hinsicht erworben als V.

Er war geb. zu Chatenay bei Paris den 20. Febr. 1694, und so schwächlich, daß ererst den 21. Nov. d. I. getauft werden konnte. Seine Familie nannte ihn Voltaire, «um ihn von s. ältern Bruder zu unterscheiden, welcher den Familiennamen behielt.

Sein Vater, Fran^ois Arouet, Notar des Ehatelvts und zuletzt Schatz-meister der Rcchnungskammer, besaß ein nicht unbeträchtliches Vermögen, wo-durch er in den Stand gesetzt wurde, dem Sohne eine ganz vorzügliche Erziehungzu geben. Seine erste Bildung erhielt V. in dem Jcsuitencollcgium Ludwigs XIV.unter Poree und L^Jay. Schon hier zeigte er Talente, welche zu den größten Hoff-nungen berechtigten. In seinem 3. Lebensjahre vermochte er Lafontaine'sche Fa-