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11 (1830) T bis V
Entstehung
Seite
772
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772 Vollmond Volney

sich macht. Derjenige, welcher das Geschäft übernimmt, heißt Mandatar(Bevollmächtigter, und zwar, wenn er alle Angelegenheiten Jemandes, welche einerbesondern rechtlichen Betreibung bedürfen, besorgt, Generalbevollmächtig-ter, wenn er nur einige oder eine zu besorgen hat, Spccialbevollmächtig-ter); der, welcher es überträgt, aber heißt Mandant (Bcvollmächtiger). Ver-möge dieses Vertrags kann nun der Bevollmäcbtiger von dem Bevollmächtigtendie sorgfältige Verrichtung des Geschäfts, und Entschädigung für den aus Ver-nachlässigung, insbesondere aber aus Überschreitung der Vollmacht entstehendenNachtheil fodern; sowie dagegen der Bevollmächtigte für die mit gehöriger Besor-gung des Geschäfts nothwendig verbundenen Kosten Ersatz verlangen kann. Ge-schäfte, welche Letzterer im Namen seines Bevollmächtigers verrichtet, machen diesenverbindlich und berechtigt. Der Vollmachlsoerkrag hört auf durch den Widerruf desMandanten, durch die Aufkündigung von Seiten des Mandatars, oder durch die Ein-willigung Beider. Auch der Tod hebt es auf. Verbindlichkeiten aus diesem Vertrageaber gehen auch auf Erben über. Der Betrug des Mandanten wie des Mandatarszieht Infamie nach sich. Das Mandat setzt eine unentgeltliche Besorgung voraus,denn durch Bezahlung wird das Verhältniß zur Dienstvermicthung (loostio coudu-otio operarurn), doch wird ein Ehrensold (Honorar) für Dienste höherer Art (vperaeliberales) gestaltet, und wo aus solchen Diensten rin Amt und Beruf wird (Advoca-len, Makler, Spediteurs u. a.), selbst ohne ausbcdungen zu sein, zur Schuldigkrit.

Vollmond, s. Mondphasen. ^

Volney (Constantin Frangois Chasseboeuf, Graf».), Pair v. Frankreich, ^berühmt durch seine Reisen und Schriften, geb. 1755 zu Craon in Bretagne, zeigtefrüh eine große Neigung, fremde Länder zu sehen. Seine Wahl fiel zuerst auf Sy- ^

ricn. Fast ein Jahr lang verweilte er in einem Maronilenkloster auf Libanon, um i

Arabisch zu studiren, was damals in Europa selbst noch sehr schwierig war. SeineVo^aAC en LA)'pte et en 8^r!e, pendant les unnees 178385" erschien !1787 in 2 Bdn. (3. Aufl. 1808). 1789 ward er in die constituirende Versamm-lung gewählt, wo er die Grundsätze einer freien Verfassung eifrig vertheidigen half.1791 gab er sein berühmtes, fast in alle europäische Sprachen übersetztes Werk:ruinös, ou rueditations sur les revolutions des eruprres", heraus.

Bei Auflösung der constituirenden Versammlung ging V. mit Pozzo di Borgsnach Corstca, um dort einige landwirthschaftliche Ideen auszuführen. Er lernte 1hier die Familie Bonaparte kennen, der er seit diesem Zeitpunkte sehr ergeben blieb. *Nach Frankreich zurückgekehrt, ward er während der Schreckensherrschaft einge-sperrt; erst nach dem 9. Thermidor erhielt er seine Freiheit wieder. 1795 machteer eine Reise nach Amerika, wo er von Washington wohl aufgenommen wurde.1798 kehrte er nach Paris zurück, nahm an der Revolution vom 18. BrumaireTheil, und war sogar als Consul in Vorschlag. Indessen ward er von Napoleonzum Mitglied und Vicepräsidenten des ScnatS ernannt. Schon früher war erMitglied des Instituts geworden; nach der Restauration ward er zum Pair er-nannt. SeinPableau du eliwst et du sei des Ltsts-IIuis d'^lmerigus" er-schien zu Paris 1803. Als historischer Kritiker schrieb er gegen Langles seine treff-licheOlrronoloxie d'Uerodote" (2 Bde., Paris 1808) u. a. In den letzten Jah-ren beschäftigte er sich wieder mit dem Studium der asiatischen Sprachen; auch «stiftete er in seinem Testamente einen Preis für die Fortsetzung seiner Forschungen.Zeitinteresse haben noch jetzt seineOonsrderrrt. sur la xuerre des Pures * (Lon-don 1788). Indeß bleibenDie Ruinen" s. vorzüglichstes Werk, das sich ebensosehr durch tiefe Ansichten als durch glückliche Darstellung auszeichnet und wohl Iverdient, neben Gibbon'sVerfall des römischen Reichs" genannt zu werden. V- ^starb den 24. April 1820 zu Paris. Sein Freund, Graf Daru, hielt ihm eineGedächtnißrede in der Pairskammer, und gab die ihm vermachte Bibliothek deS