7ÄV Völkerwanderung
(489) nach Italien. Hier hatte das abendländische Kaisertum milRomuluS (476)ganz aufgehört. Odoaker, ein Feldherr der Heruler und Rugier, deutscher Völ-kerschaften, welch« den Römern als Hülfstruppcn gedient hatten, war Beherrschervon Rom und ganz Jtalien.geworden. Theodorich, König der Ostgothen, ei-ner der größten Regenten damaliger Zeit, überwand Odoakern, nahm ihn gefangen,und brachte dadurch Italien unter seine Herrschaft (493). Dieses Reich der Ostgo-then in Italien war von nicht langer Dauer. Der griech. Kaiser Justinian, der dasvandalische Reich in Afrika zerstört hatte, bereitete ein gleiches Schicksal dem ostgo-thischen. Den Krieg wider dasselbe, den Belisar mit Glück angefangen hatte, >ndcteNarses, indem er (554) die Ostgothen völlig überwand. Die übrigblieben, unter»warfen sich der Herrschaft des griech. Kaisers und schmolzen mit den andern Ein-wohnern zusammen; einzelne Haufen von ihnen wanderten auS. Von dieser Zeitan wird ihr Name in der Geschichte nicht mehr erwähnt. Nur die nach ihnen be-nannte Gattung der Bauart hat ihr Andenken bis auf unsere Zeiten erhalten. (S,Baukunst, Geschichte der.)— Wenige Jahre nach dem Untergänge des gothi-schen Reichs entrissen die Longo Karden (s. d) den größten Theil Italiens (568)dem griech. Kaiser. Der Besieg» der Gothen, Justinian's Feldherr und Statthal-ter inJtalien, Narses, wird, obwol ohne hinreichenden Beweis, beschuldigt, diesenneuen Feind nach Italien gerufen zu haben. Die Langobarden, nach einigenAngaben auS Skandinavien kommend, nach A. ein Zweig des großen germanischenVolks, der Suevcn, hatten in frühern Zeiten im nördlichen Deutschland an derElbe (im heutigen Lüneburg) gewohnt, und nach langem Herumschweifen sich umbasJ. 527 InPannonien festgesetzt. Sie verließen 568 dieses Land und kamen un-ter ihrem Könige Albo'm nach Italien, dessen Eroberung ihnen leicht ward, da dasLand fast ohne alle Vertheidigungsmittel war. Nur das befestigte Pavia hielt eine3jährige Belagerung aus; es wurde, nachdem es sich (572) ergeben hatte, der Haupt-sitz des neuen longobarbischen Reichs, das unter ausgezeichneten Regenten blühendund mächtig wurde. Die Macht der longobarbischen Könige wurde in der Folge dentöm. Päpsten gefährlich, die deßwegen die Franken zu Hülfe riefen. Der siegreichefränkische König Karl machte (774) dem longobardischen Reiche ein Ende und ver-einigte es mit der Monarchie der Franken. Außer dem Namen der Lombardei sind»och andre Erinnerungen an dieses nicht ganz rohe Volk übriggeblieben.
Sowie Italien, wurde auch Gallien von fremden Völkern überschwemmt, dieum den Besitz desselben kämpften. Im Anfange des 5. Jahrh, waren mit denAlanen, Wandalen und Suevcn zugleich die Burgunder dahin gekommen.Diese waren, wie man glaubt, ein Zweig der Vandalen, und hatten vorher zwi-schen der Weichsel und Oder gewohnt. Sie setzten sich zuerst am Oberrheine, ineinem Theile der Schweiz und der Franche- Comte fest, breiteten sich dann weiterUM die Rhone auS und stifteten ein Königreich, das zur Zeit seiner Blüthe daSheutige Burgund, die Dauphin«, Savoyen und einen Theil der Schweiz in sichfaßte. Aber dieses Reich wurde schon 534 umgestürzt und der fränkischen Monarchieeinverleibt. (Von dem neuen burgundischen Reiche und dem Herzoglhume gl. N.,s. Burgund.) Die Alemannen, eigentlich eine Verbindung germanischerVölker, die zwischen der Donau, dem Rheine, Neckar und Main wohnten, undschon im 3. und 4. Jahrh, den Römern furchtbar geworden waren, breiteten sich im5. Jahrh, in Nhatien und Vindelicien aus, und bemächtigten sich des Theiles vonGallien, welcher in der Folge der Elsaß und die Pfalz genannt worden ist. Auch siewurden (496) bei Zülpich von den Franken überwunden und verloren einen Theilihrer Besitzungen. Unter allen diesen Völkern, die sich in Gallien niederließen, be-hielten allein die Franken als Sieger die Oberhand. Auch die Franken wareneine Verbindung germanischer Völkerschaften, die zwischen dem Nheine, dem Main,der Weser und der Erbe wohnte«, und unter diesem Namen im 3. Jahrh, den Rö-
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