Vlicße (Orden der drei goldenen) Nocalmusik 74!
Ritters, der einen Drachen tödtet. Am östreich. wie am span. Hofe ist der Ordendes goldenen Vließes der vorzüglichste und geht allen übrigen Hausorden vor. Das400jähr. Säcularfest wurde am 22. Mai 1830 zu Wien in einem Generalcapitelgefeiert. Kanzler des Ordens ist der Freihr. Cajetan von Münch- Bellinghauscn.Der Kaiser machte an diesem Tage eine Stiftung für 12 Personen des alten Her-ren- oder Nilterstandes aus der Monarchie, welche durch Unfälle des Kriegs oderandre Art in Dürftigkeit gerathen.
Vlicße (Orden der drei goldenen). Der Stiftungsurkunde zufolge,datirt aus dem kaiserl. Lager zu Schönbrunn, den 15. Aug. 1809, wollte Napoleondurch die Errichtung dieses Ordens seiner großen Armee einen besondern Beweis s.Zufriedenheit geben; eigentlich aber war es wol nichts weiter als ein Anfall vonÜbermuth, der ihn bewog, seinen beiden Orden der Ehrenlegion und der eisernenKrone noch diesen dritten an die Seite zu setzen. Derselbe sollte aus 100 sogen.Großrilt-rn, 400 Commandeurs und 1000Rittern bestehen, und war vorzugsweisedem Heere gewidmet, indem von Civilpersonen nur die Großwürdenträger, die Mi-nister, wenn sie 10, die Staatsminister, wenn sie 20, und die Staatspräsidenten,wenn sie 3J. lang ihre Stellen bekleidet hatten, darin sollten aufgenommen werdenkönnen. Unter den Kriegern hatten nur diejenigen Anspruch darauf, die aus ver-schiedenen Feldschlachten 3 Wunden ausweisen konnten. Diejenigen Regimenter,welche den großen Schlachten der großen Armee beigewohnt hatten, erhielten denOrden für ihre Adler, und hatten auf ewige Zeiten das Recht, daß der Würdigstevon ihren Subalternvfsicieren Commandeur, und aus jedem ihrer Bataillone derwürdigste Unterofsicier oder Soldat Ritter des Ordens waren. Jene sollten 4000,diese 1000 Fr. jährl. aus den Eink. des Ordens beziehen. Um Großritter werden zukönnen, mußte man ein Corps der großen Armee in offener Feldschlacht oder bei ei-ner Belagerung befehligt haben. Der Kaiser war Großmeister, und der kais. Kron-prinz, König v. Rom, einziges geborenes Mitglied des Ordens; die Prinzen vomGedlüte mußten wenigstens einem Feldzuge beigewohnt oder 2 I. gedient haben,um ihn zu erhalten. Es ist nicht bekannt geworden, was den Kaiser bewogen habe,diese s. Schöpfung wieder fallen zulassen; wenigstens sind die auf den 15. Aug.1810 versprochenen Ordensstatuten nie erschienen, und von Ernennungen warenbis zur Restauration nur die des Ordenskanzlers (Graf Andröoffy) und des Or-densschatzmeisters (Graf Schimmclpennink) zur öffentlichen Kenntniß gekommen.
Vlicssingen,eine stark befestigte Stadt auf der Südseite der Insel Wal-cheren, gehört zu der Prov. Zeeland des Königreichs der Niederlande, liegt an derMündung der Messerscheibe, und steht durch einen Canal mit Middclburg in Ver-bindung. Sie hat eine Vorstadt, Altvlicssingcn genannt, und 4600 E. Es ist hierder Sitz einer Admiralität und des Seedepart. von der Scheide. Unter den Gebäu-den zeichnet sich das Stadthaus auf dem Marktplatz aus, nach dessen Modelle dasStadthaus zu Antwerpen erbaut worden ist. Die größte Merkwürdigkeit ist derneue Seehafen, welcher 80 Kriegsschiffe fassen kann. Er erstreckt sich auf der Ost-seite der Stadt durch 2 große mit Pfahlwerk und Steindämmen eingefaßte Canälein das Meer hinaus. Vliessingen ist der Geburtsort des niederländ. Srehelden undAdmirals de Ruy ter (s. d ). 1869 belagerten die Engländer diese Stadt, erober-ten sie und zerstörten einen Theil des Hafens und der Festungswerke.
Vocalmusik, Gesangsmusik, wird durch die menschliche Stimme, ent-weder allein oder mit musikalischen Instrumenten begleitet, ausgeübt und derreinen Instrumentalmusik, bei welcher bloß musikalische Instrumente angewen-det werden, entgegengesetzt. Sie seht von Seiten des Componisten voraus:Kenntniß der Smgstimmen und wie sie sich gegen einander verhalten, hauptsächlichaber auch Kenntniß des Ausdrucks, dessen der Gesang fähig ist, der Deilamaticrrund des richtigen Verhältnisses, in welchem die menschliche Stimme zu den Instru-menten steht; wogegen Diejenigen fehlen, welche den Gesang durch Instrumente