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Visionen Visir
nehm. S. „Oporo tutte, llivioo in tro elassi" (1. Abtheil., 8 Bde., die 2. Abth.in 5, und die 3. Abtheil. in 8 Kdn., mit vielen Kupfern; erschienen zu Mailand 1824fg. in einer ital. und in einer franz. Ausg. Den archäolog. und literar- Theil besorgteGiov. Labus, und den chalkograph. der Maler Pelagio Pclagi.
Visionen, Gesichte, Erscheinungen, Bilder in der Seele, welche solebhaft sind, daß sie von sichtbaren Erscheinungen herzukommen scheinen. Sieentstehen häufig in Zuständen gereizter Einbildungskraft und bei beschränktem Ver-kehr des Geistes mit der Außenwelt, z. B. inder Einsamkeit. Sie sind beinahe Einsmit Phantasmen (s. d.), man kann jedoch den Unterschied zwischen beidenfestsetzen, daß den Visionen gewisse bestimmte Vorstellungen der Seele, oder wirkli-che Begebenheiten zum Grunde liegen, welche durch die Bilder entweder geradezuoder in symbolischer Bedeutung dargestellt werden, da hingegen die Phantasmen vonkörperlichen krankhaften Einwirkungen entstehen, welche die Einbildungskraft derSeele erregen und lebhafte Bilder erzeugen. Die Phantasmen sind immer Täu-schungen, die Visionen hingegen können vielleicht Wahrheit enthalten. S. Mura-tori, „Über die Einbildungskraft", mit Zusätzen von Richerz (Th. 2, S. 81 und121). Visionen stellen sich oft beim Übergänge vom Wachen in Schlafen und um-gekehrt ein; oft sind sie auch Vorzeichen einer großem Seelenstörung. Ein Bision-nair war Swedenborg.
Visir, am Ritterhelme das Gitterwcrk, welches das Gesicht deckt, ohnedas Sehen ganz zu hindern. — In der Büchsenmeisterkunst, und überhaupt angewissen Arten von Geschoß (auch an Bogengewchrcn und Meßinstrumenten) die-jenige Vorrichtung, deren Mittelpunkt der Zielende mit dem Korn und dem Ziel-punkte mittelst des Auges in eine gerade Linie zu bringen sucht, um das Ziel zutreffen. Es ist ein Vorurtheil, wenn man glaubt, das Zielen richte das Schieß-rohr selbst mit der Axe (Mittellinie) seiner Höhlung in gerader Linie auf den Ziel-punkt. JedcrSchuß, auch der sogen. Kernschuß, isteineParabel (s. d.), undfallt, wenn man seinen Weg mit der wahren Richtung des Rohrs vergleicht, wiestark auch immer die Ladung sei. Das Visir liegt stets höher über der Axe desScbießrohres als das Korn. Gesetzt nun auch, daß der Zielpunkt in der Horizvn-tallinie steht; indem das Auge Korn und Visir in eine gerade Linie mit ihm bringt,wird schon dem Rohre eine Erhöhung, eins Abweichung der Axe von der geraden Li-nie aus dem Auge zum Zielpunkt gegeben, und der Schuß wird allezeit ein (wennauch noch so flacher) Bogen, wie man bei den Bolzen- und Pfeilgewehrcn leicht sehenkann. Daher macht hohes Visir hohen Schuß, und umgekehrt. Ebenso erhöht ihnvolles Korn; denn je mehr das Auge vom Korn in der Dffnung deS Vifirs erblickt,desto höher steht die Axe des Rohrs. Bei der Flinte, wo man über die Mitte derSchwanzschraube visirt, ist es nicht anders; denn hier liegtderVisirpunkt höherals das Korn, weil das Rohr hinten ungleich dicker ist als an der Mündung. Rücktman das Visir zur Seite, so weicht der Schuß nach eben der Seite ab; denn indemman nun Visir, Korn und Zielpunkt in eine Linie bringt, erhält die Axe des Rohrseine Abweichung nach dieser Seite. Rückt man hingegen das Korn nach einer Seile,so weicht aus demselben mathemat. Grunde der Schuß nach der entgegengesetztenSeite ab, weil dorthin der Winkel fällt, welchen nun die Axe des Rohres mit derVisirlinie bildet. Anders ist dies jedoch bei Bogengewehren, wo das Korn aus demPfeil oder Bolzen ist; denn indem man hier mit dem Korn das vordere Ende desPfeils zur Seite schiebt, rückt man die Axe des Pfeils, und die Richtung des Schus-ses selbst mit dem Korn zugleich, und verändert gegen die Visirlinie nur ein wenigdie Richtung des Schaftes, welches hier keinen Einfluß hat. Am Winkel der Visir-linie gegen die Axe des Pf.ils wird dadurch gar nichts geändert, und die Richtungdes Schusses bleibt dieselbe. Klar ist endlich auch, daß Erhöhung des Visirs und dieErniedrigung des Korns die Mittel sind, bei unveränderter Ladung das Ziel in wei-