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11 (1830) T bis V
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! Visconti (Familie)

j Brescia starb. Ihm folgte sein Sohn Azzo, der seine Herrschaft weit umher aus-! dehnte und, ebenso tapfer im Felde als liebenswürdig im Frieden, in seinem 37.Jahre (1329) der Hoffnung seines Volks entrissen wurde. Weil er keine Söhnehatte, folgte ihm sein Oheim Lucchino (ein Sohn Matteos), der die großen Besitz-thümer noch vermehrte und zuerst in seiner Familie sich als Beschützer der Wissen-schaften und Künste zeigte. Er schätzte den Petrarca, mildem er in Briefwechselstand, und verschmähte selbst nicht, den Musen zu opfern, wie ein Sonett be-weist, welches Crescimbeni von ihm aufbewahrt hat. Nach seinem Tode 1349^ folgte ihm sein Bruder Giovanni N. (gest. 1354), Erzbischof von Mailand, der

? auch Genua unter seine Herrschaft bekam, und noch eifriger für die Wissenschaften

^ wirkte. Er ernannte 6 Gelehrte zur Anfertigung eines Commentars über den Dan-te , beschützte die Universität Bologna und hielt den Petrarca in hohen Ehren, den^ er bei seiner Ankunft in Mailand auf das ausgezeichnetste empfing und nicht wiedervon sich lassen wollte; ja er schickte ihn sogar in wichtigen Angelegenheiten als Ge-sandten nach Venedig. Auf Giovanni folgten gemeinschaftlich seine 3 Neffen,Mattco ll., Bernabö und Galeazzo H. Mattes starb schon nach einem Jahre;die beiden andern Brüder, obwol sehr tapfer im Kriege, machten sich ihren Un-! terthanen durch Grausamkeit und andre Laster verhaßt. Galeazzo indessen erwarb! sich als Mäcen hohe Verdienste; er ließ es sich nicht minder als sein Oheim ange-- legen sein, Petrarca bei sich zu behalten und sich seiner bei verschiedenen Gesandt-, schaften zu bedienen, auch spricht derselbe stets mit Achtung und Dankbarkeit vonl ihm, und soll ihn veranlaßt haben, die Universität Pavia zu stiften. Ihm folgte1378 sein Sohn Galeazzo, der seinen Oheim Bernabü in das Castell zu Trezzv! einschloß und allein die Regierung übernahm. In ihm erreichte die Familie V.i den Gipfel der Größe und des Glanzes. Er verschaffte ihr 1395 vom Kaiser Wen-

s zel die Herzogswürde und mehr Besitzthümer, als irgend einer seiner Vorgänger,

^ Seiner Herrschaft wurden sogar Pisa, Siena, Perugia, Padua und BolognaUnterthan, und nicht undeutlich ließ er die Absicht merken, den Königstitel vonItalien anzunehmen, als der Tod durch Gift (1402) seine ehrgeizigen Plane ver-eitelte. Mit erhabenem Sinne beförderte er Wissenschaften und Künste, indem erdie berühmtesten Männer an seinen Hof zog, die Universität Piacenza wieder-herstellte, Pavia mit ihr verband und eine große Bibliothek stiftete. Auch großeWerke der Baukunst wurden unter seiner Regierung ausgeführt. Wir erwähnenhier nur der berühmten Brücke über den Tessin bei Pavia und des herrlichen Mai-länder Domes (1386—97). — Gian Galeazzo hinterließ 3 Söhne, Giammaria,Filippo Maria, und einen unehelichen, Gabriel, unter welche das weitläufigeLand vertheilt wurde. Uneinigkeit, Unbesonnenheit und andre Jugcndfehlerdieser Fürsten untergruben seine Macht; es stürzte zusammen und ward auf dieengsten Grenzen beschränkt. In den meisten lombardischen Städten warfen sicheinzelne mächtige Bürger zu Gebietern auf, und die benachbarten Staaten ergrif-fen die günstige Gelegenheit, auf Kosten der V. ihr Eigenthum zu vergrößern, oderein ehemals besessenes wieder an sich zu bringen. So nahmen die Florentiner Pifa,und die Venetianer nach und nach Padua, Dicenza, Verona, Brescia und andreStädte weg. Giammaria machte sich durch Grausamkeiten verhaßt und ward dasOpfer einer Verschwörung (1412). Filippo Maria regierte nun allein, und sahsich während der 35 Jahre, die er noch lebte, bald auf dem Gipfel des Glücks,bald im Abgrunde des Elends. So oft er einige der verloren gegangenen Städtewieder eroberte, ebenso oft büßte er sie auch wieder ein; besonders wurden seineletzten Lebensjahre durch Feindseligkeiten der Venetianer verbittert, die oft bis un-, ter die Mauern von Mailand rückten und alles Land ringsum verheerten. Er starb! 1447 ohne männliche Erben; eine natürliche Tochter, Bianca, hatte er an Fran-cesco Sforza, einen der berühmtesten Feldherren jener Zeit, verheirathet. Zwar