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11 (1830) T bis V
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Vereinigte Staaten. I. Geschichte vor der Revolution 625

und jedem Christen die freie Ausübung s. Gottesdienstes zugestand, an den Uferndes Potowmac nieder. So entstand 1634 St.-Maryland. Hierauf gründetenQuaker Neujersey, welches Land, sowie Neuyork, zuerst Schweden um 1627, undHolländer den Ureinwohnern abgekauft hatten; allein die Schweden wurden vonden Holländern, und diese wieder von den Engländern überwältigt. Sodann ver-lieh König Karl II. 1664 das Land seinem Bruder, dem Herzog v. Vork, wovon derStaat und die Hauptstadt den Namen erhielten. Die wichtigste Eolonie wurdePennsylvanien. William Penn (s. d.) hatte einen mit Waldung bedeckten Land-i strich angebaut, welcher ihm vom König Karl H. durch d. Freiheitsbrief vom 4.März 1681 als ein freies Lehn mit allen Hoheitsrechten zu eigen gegeben wordenwar. Das Land am Delaware erkaufte Penn von den Indianern, und den Platz,auf welchem er Philadelphia erbaute, von schwedischen Colonisten. Seine Einrich-tung des Bürgerthums beruhte auf dem Grundsätze dcr Volksfcciheit. Ein von denFceimännern gewählter Senat, unter dem Vorsitz eines Statthalters, vollzog die vomVolke selbst gebilligten Gesetze. Übrigens hatte dieser weise Gesetzgeber Alles auf diel beiden Hauptstützen der Civilisation, aus Ackerbau und Handel, berechnet; dadurchwurde s. Colonie das Vorbild von ganz Nordamerika. Außer englischen und irlän-dischen Quäkern ließen sich auch Holländer und Deutsche in Pennsylvanien nieder;letztere stifteten Germantown. In Nordcarolina siedelten sich um 1710Pfälzsr an,welche NeligionSdruck und Kriegslasten aus ihrem Vaterland« dorthin getrieben hat-ten. In Südcarolina war schon um 1562, auf Coligny's Rath, eine Colonie von' Hugenotten entstanden; allein die Spanier hatten diese Unglücklichen als Ketzer^ sämmtlich ermordet. Erst unter Karl H., welcher 1663 der Provinz Cacolina denI ersten Freiheitsbrief gab, legten daselbst seit 1669 Graf Clarendon, Lord Grcnvilleu. A. eine Niederlassung von Ausgewanderten, meistens Puritanern, an; die Co-lonie erhielt 1721 eine der englischen ähnliche Verfassung und ward 1729 in 2 Pro-vinzen, N.- und S.-Carolina, getheilt. Zuletzt zogen arme Engländer und Jrlän-I der, die ihr Vaterland nicht mehr ernähren konnte, oder die für ihren Glauben Frei-

I heit suchten, nach Georgien und erhielten von Georg II. (9. Juni 1732) ei-

nen Freiheitsbrief; allein erst nach Ankunft von 116 salzburgcr Protestantenund 130 schottischen Hochländern, welche das britische Parlament unterstützte,stieg der Anbau des Landes, das, anfangs einer Gesellschaft von Eigenthümern ge-hörend, von dieser 1752 der Krone verkauft wurde, die es durch einen königl. Statt-. Halter nach der englischen Verfassung regieren ließ. Seitdem hörte die Einwande-rung der Europäer nicht auf. So wurde Vermont 1764, Kentucky 1773 gegrün-^ bet. Um den Muth der Anbauec zu beleben, ertheilte ihnen die britische Regierunggroße Freiheiten und das Recht, ihre Verfassung selbst zu bestimmen. Gewissens-freiheit und, was damit genau zusammenhängt, bürgerliche Freiheit, war der Wahl-spruch aller Wanderer: Briten, Deutsche, Niederländer, Schweden, Schweizer,Franzosen u. A., die, der Fesseln in Europa müde, in Nordamerikas Wildnissen eingerechteres Vaterland suchten. Also ward ein bis dahin unbekannter, von einzelnenHorden roher Wilder bewohnter Erdtheil, durch den edeln Drang nach Geistesfrei-heit, unterstützt von dem ganzen Ertrage der damals bereits hochgestiegenen Cultur> von Europa, binnen anderthalb Jahrh, in die Geschichte der Menschheit eingeführt.! Den Besitz dieser großen ursprüngl. Ackerbaucolonie erlangte der Europäer durchfriedlichen Tauschhandel; die neue Ordnung reifte durch die Erfahrung von selbst-gegebencn oder nachgeahmten Gesetzen; der Wohlstand erblühte aus kraftvoller An-strengung und verständiger Thätigkeit bei einfachen Sitten und strenger Lebens-weise. Alles aber gedieh nur da am glücklichsten, wo der Geist der Bruderliebe derGrund aller geselligen Tugenden war, unter den Quäkern am Delaware, in Phi-ladelphia. Darum verschwand in Nordamerika Alles, oder kam gar nicht zum Vor-j schein, was in Europa aus dem Zeitalter der Eroberung und dem Feudalwesen sich! Conv.-Lex. SiebenteAufl. Vb. Xl. -s ' 40