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11 (1830) T bis V
Entstehung
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584 Vase j

dieser Gefäße erkannte, um unsere Ansicht von dem Alterthume zu vervollständi-gen. Seit der Stoff in so großer Menge vorhanden war, konnte I. Fr. LudwigHausmann slüownrent. cko ovnfsvtione vs«oruin »ntig. üotilium, guse vul-A 0 etrusva »ggollantur" (Gött. 1823, 4.) erscheinen, die von unsern Gewerb-vereinen bei weitem noch nicht hinreichend beachtet wurde. *) Durch Untersu-chungen solcher Art ist unsers Kenntniß des technischen Verfahrens zuverlässig weitmehr im Klaren, als unsere Einsicht in die Bedeutung dieser Gefäße es ist, so vielauch darüber vermuthet worden. Man muß sich an folgende Sätze vorzüglich hal-ten. Nur in Gräbern (außerdem nur in Fabrikstätten solcher Gefäße) hat manbis jetzt diese Vasen gefunden, entweder um die Todten herumstehend oder an bron-zenen Nägeln an den Wänden aufgehängt. Doch dienten sie nirgends als Aschen-kcüge, sondern waren, wie man annehmen darf, ein Geschenk, eine Mitgift,die der Abgeschiedene mit ins Grab nahm. Kaum darf man zweifeln, daß sie dortdie Beglaubigung jener mystischen Bacchusweihcn vorstellen sollten, die gerade inden Gegenden, wo diese Gefäße am häufigsten vorkommen, am meisten verbreitetwaren. Diese Einweihungen geschahen, nach vielen Spuren zu schließen, zugleicher Zelt mit der Aufnahme der großgriechischen Knaben ins Verzeichnis! derEpheben, wobei sie den großgriechischen Mantel erhielten (daher die so häufig sichfindenden Mantelfiguren aus den Kehrseiten der Vasen), und schloffen auch Frauen ^nicht aus, vornehmlich Neuzuvermählende, die in der Ehe des Lider und der Li- ,

Hera ein Vorbild ihrer eigenen Weihe sehen sollten. Vasen mit Hochzeitscenen ,

scheinen Bräuten bei dieser Gelegenheit, gleichsam als Eertificate, zugetheilt woc- >den zu sein, und eine Menge solcher Gefäße hat sich bis auf uns herab erhal- jten. Durch diese Deutung erklärt sich die Mehrzahl dieser Gefäße und zugleichder Umstand, warum im mittlern Italien noch keine vorgekommen sind. Dennbekannt ist es, daß der römische Senat diese Bacchusmystcrien im I. 568 d. St.,so weit seine Macht reichte, verbot. Doch erklärtste nicht alle Darstellungen,und man muß daher ja nicht Ereuzer's tief eingehende Bemerkung vergessen,daß diese Vasen immer im Geiste mysteriöser Religionen, die jedem Geräthedes Tempeldienstes eine weitere Bedeutung geben, noch vielfältige andre Beziehun-gen haben mochten. Von mehren scheint man jetzt einen rein kosmetischen Zwecknicht zu läugnen. Bedenken dagegen werden sich am besten lösen, wenn die bis- ^

her aufgehäuften Schätze dieser Art durch treue Abbildungen immer mehr ver- ^

breitet werden, in der Art, wie Millingen, Millin, Laborde, Böttiger, deRossi, ,Gorio u. A. in ihren Werken diese Kunstwerke dargestellt haben. Für dieKunstgeschichte sind sie eine leider noch nicht hinreichend beachtete Quelle der Be-lehrung , da zuverlässig in ihnen die Geschichte der Malerei von ihren Inkuna-beln an bis zu ihrer höchsten Entwickelung, wenigstens in den Nachbildungen dergroßen Originale, uns vor Augen liegt. Doch auch für die Erklärung sind in ih-nen noch die mannigfaltigsten Räthsel uns aufgegeben, da die Trümmer der griech.Literatur bei weitem nicht hinreichen, alle die hier vorgestellten Andeutungen derSatyr - und Mimenspiele zu erklären, die bei den Völkern dorischen Stammes anden Bacchusfesten und Wcihungen von den Deikaliastcn und Farceurs vorgestelltwurden. Nur in Unteritalien ist man auf den Gedanken gekommen, diese Gefäße

*) Hausmann hat den glänzenden Überzug der alten Vasen durch Auflösung von ischlackigem Bergpech in Bergnaphtha hergestellt. Das prachtvolle, von der technischen 1Deputation der Gewerbe in Berlin auf königliche Kosten und auf Anordnung des Staats-Ministers Grafen v. Bülow veranstaltete Werk:Vorbilder für Fabrikanten und Hand-werker" (Becl. 1821 fg. Fol.), enthält mehre Darstellungen von alten schönen Va-senformen. Die Vascnkunde hat die Nachahmung der zierlichen Formen und selbst derMonochromenmalerei der alten Vasen in Gefäßen und Verzierungen des neuesten Luxuserzeugt. Wedgwood (s. d.) ist darin seit 1770 der erste Meister geblieben. Treff-liche Vasen liefert die engl. Etruriafabrik,