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11 (1830) T bis V
Entstehung
Seite
582
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582 Varus Vasalli-Eandk

re rustiea") in 3 Büchern, und Bruchstücke von einem andern über die larein.Sprache, welche vorzüglich von der Etymologie und Analogie handeln. Jenesfindet sich in der Ausg. der8«riptorunr rei rustioae"; von diesem erschien einevorzügliche Ausg. zu Dortrecht 1619 (2 Bde.); eine neuere von Sprengel (Berl.1826).

Varus (Quintilius), ein Feldherr des römischen Kaisers Augustus, derohne die merkwürdige Niederlage,, die er in Deutschland erlitt, wol nicht in der Ge-schichte erwähnt werden würde. Die kriegerischen Unternehmungen, welche Ju-lius Cäsar gegen die Deutschen begonnen hatte, wurden unter Augustus fortgesetzt.Dieser schickte seine beiden Stiefsöhne, Drusus und Tiberius, nach einander nachDeutschland. Dem Letztem folgte Quintilius Varus als Statthalter in Germa-nien , nachdem er vorher eine ähnliche Stelle in Syrien bekleidet hatte. V. wolltedie Deutschen an die Sprache, Sitten und Gebrauche der Römer gewöhnen; aberanstatt diese Veränderung mit behutsamer Langsamkeit zu bewirken / verfuhr erdabei mit übermüthiger Eile. In seinem Lager, von seinen Legionen umgeben,saß er zu Gericht, richtete und strafte die Deutschen nach den römischen Gesetzen,die ihnen gänzlich unbekannt waren. Ein solches Benehmen mußte ihren Arg-wohn erregen und die Furcht, ihre Freiheit ganz zu verlieren. Eine Verschwörunggegen V. wurde insgeheim eingeleitet; der Cherusker-Fürst Hermann (vgl. d.)war die Seele derselben. Er faßte den großen Gedanken, Deutschland von denrömischen Unterdrückern zu befreien. Dem unter den Verschworenen verabredetenPlane gemäß wurden in verschiedenen Gegenden Deutschlands Feindseligkeiten be-gonnen. Um sie zu dämpfen, verließ V. mit3 auserlesenen römischen Legionen, aufHermann's falschen Rath und wider Segest's, des Schwiegervaters von Her-mann, Vorstellungen, sein verschanztes Lager. Als er den teutoourgcr Waldin der Gegend der Stadt Detmold in der Grafschaft Lippe erreicht hatte, warder (1.10 n. Chr.) von den vereinten Deutschen auf allen Seiten angegriffen. Vbefand sich jetzt in einer äußerst gefährlichen Lage. Unbekannte, unwegsame Ge-genden, undurchdringliche Waldungen, ungünstiges Wetter, zahlreiche und er-bitterte Feinde machten hier die Kriegskunst der sieggewohnten Römer unnütz. ZweiMal schlugen sie sich mit der größten Anstrengung durch, um sich in einem Lagerzu verschanzen, aber sie mußten endlich unterliegen und wurden völlig zu Grundegerichtet. Der verwundete V. entleibte sich selbst.

Vasall (Lehnsmann, auchllomo, üäelis, vassus u. s. w.), ein Mann,welcher sich einem Andern zu Treue und Dienst, hauptsächlich Kriegsdienst, ver-pflichtet hat, gegen das Versprechen des Schutzes und die überlassene Benutzung(woraus sich in der spätern Periode des Lehnwesens ein wahres Nutzungseigen-thum, äomrilium utile, entwickelte) eines Gutes, eines Grundstücks, einer Rente,eines Amts. Der Ursprung des Wortes ist dunkel, unwahrscheinlich die Ableitungaus dem Gaelischen grvas, ein Diener; eher noch möchte sich aus dem arabischenSpanien des 10. Jahrh., welches in der geselligen und wissenschaftlichen Culturdamals höher stand als das übrige Europa, der dort allgemeine Ausdruck Ausnil,Diener, weiter verbreitet haben. Der Vasall des Königs hatte wieder seine Va-sallen, und die größer» von diesen abermals die ihrigen, daher in Italien die Ab-stufung der ospitanei, valvssorum, valvasinorum. Der Vasall, welcher seinemHerrn gegen jeden Andern zum Kriege folgen mußte, hieß vassu« li^ius. (S.Lehnwesen.)

Vasalli - Eandt, Professor der Physik, dann Director des Observato-riums und des nalurhistorischen Museums, Mitglied und beständiger Secretairder Akad. der Wissensch. zu Turin, einer der Vierzig der ital. Gesellschaft, Mit-glied des franz. Instituts und vieler andern Gesellschaften, ein Mann von seltenemVerdienste und großem Ruhm in der Naturwissenschast, der mit Spallanzani und