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derrechtliche Weise die Staatsgewalt, einen Thron oder sonst fremdes Eigenthuman sich reißt, mehr unter dem Scheine irgend eines Rechtsgrundes als aus offenerRaubsucht. Der Lauf der Zeit gestaltet die erst? Usurpation zu einem rechtlichenVerhältnisse, denn alle Machthaber haben entweder durch Entfernung ihrer Vor-fahren oder durch allmälige Zueignung der Staatsgewalt ihre Throne erbaut. Dieneueste Zeit hat dagegen nach der Rückkehr derBourbonen auf den fcanz. Thronden Grundsatz der Legitirnität (s. d.) der Usurpation scharf entgegengesetzt, unddie Ausbildung desselben ist der eigentliche Gegenstand und Inhalt der jetzigen: Staatsgcschichte.
j Dt, ke, Ali «t«. vt heißt in der Musik die erste der sogen. Guidoni-
schen Sylben, womit man noch.gegenwärtig in Frankreich und Italien die Töneder diatonischen Tonleiter bezeichnet. Guido d'Arezzo nämlich, einBenedic-linermönch und nachmaliger Abt zu Avellana, aus Arezzv geb., im 11. Jahrh.,machte sich besonders durch s. Unterrichtsmethode im Gesänge und andre bedeu-
> tende Verbesserungen der damaligen Musik sehr verdient, daher man ihn nicht mit
1 Unrecht den Vater der neuern Musik nennt. Bis auf ihn hatte man aus Mangel
i einer Bezeichnung der einzelnen Töne der Octave nur mühsam den sogen, vauto
kerwo (die einzige damals gebräuchliche Singart) einüben können, und die Sachewar um so schwieriger gewesen, da sich ebendeßwegen das Verhältniß der halbenTöne zu den verschiedenen Tetrachorden nicht wohlbestimmcn ließ, und daher fast, stets eine unreine Intonation erfolgte. Er theilte den Umfang der damals übli-
> chen Töne, statt der griech. Tetrachorde (eine Folge von 4 zu 4 Tönen), in Hexa-
§ chorde (eine Folge von 6 Tönen), von denen das erste von 6, das zweite von k',
! das dritte von K ausging, und welche Hexachorde den ganzen Umfang (was die
! Griechen ein Diagramms nannten) aller damals üblichen diatonischen Töne cnt-
! hielten. Jedes seiner Hexachorde enthielt 6 diatonische Töne, die er (vermuthlich
um seine Schüler im Gesänge in der Aussprache der Vocale zu üben) mit denAnfangssylben der halben Verse einer Hymne an Johannes den Täufer benannte,welche sich also anfing:
> gueant laxis /kesonLrs üdris
! >a gsstoruin AHmuli tuorum
>8olvs polluti Labii reatum8anote lolianiies.
Hierdurch nun entstand die Benennung der 6 diatonischer» Töne: «, >1, «, k, z,durch die Sylben: ut,r«,mi,ka,8vl,is, welche man daher dieGuidonischcnSyl-) ben nennt, sowie das Aussprechen derselben auf ihren Tvnstufen die Guidonischeoder Aretinische Solmisation hieß. Nach Guido's Zeit fügte man noch, um denRaum bis zur Dctavezu füllen, für den Ton II (als audoemitonium oder Lcittonvon «) die Sylbe H r (die Anfangsbuchstaben der letzten Zeile: Hauet« Tosiauue«,obiger Strophe) bei und vermehrte, sowie durch die allmälige Erweiterung desUmfanges der Töne das zunehmende Bedürfniß es heischte, die Anzahl der Hcxa-1 chgrde oder nunmehrigen Heptachorde. Da nun aber nach der Grundregel derGuidonischen Solmisation alle Mal auf die halben Töne die Sylben mi, ka fallenu mußten (wie solches durch das erste Hexachord bei dem halben Ton « (mi), 1 (k») be-ll gründet ist), so mußte man auch den Eintritt der folgenden Hexachorde so einrich-R ifn, daß man allemal das mi, 5a auf einen halben Ton brachte, und diese Abände-rung des Eintritts eines neuen Hexachords nennt man die Mutation (Umwcchse-lung). Durch die Mutation geschieht es nun, daß nicht jede Sylbe bloß einen Tonbestimmt, sondern daß die Töne bald durch diese, bald durch jene Sylbe benanntwerden, je nachdem es die Lage der halben Töne (mi,ka) crfodert, da dem mi alle-mal das r« vorangehen muß. Hierbei ist noch zu bemerken, daß die 7. Sylbe, 8i,> überhaupt nur den 7. Ton (er sei groß oder klein) bezeichnet und also sowol für K
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