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11 (1830) T bis V
Entstehung
Seite
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Uso Usteri

Schlösser und Burgen, die man zerstreut im Khanate findet, und die sieanTruch-inencn und Satten, die kein eignes Land besitzen, verpachten. Sie theilen sich in4 Hauptstamme; die Anzahl ihrer Krieger mag sich etwa auf 30,000 belaufen.Der Khan hatüberhauptgegen3Mill. Unterthanen. Größer noch als Khiwa,die Residenz des Mahmcd Rahim, istNeuurgenz, eine uralte, zur Zeit derAraber blühende, jetzt entvölkerte Stadt. Man cultivirte hier Wissenschaften undKünste, Musik und Poesie. Sie war bis ins 14. Jahrh, der Sammelplatz allerKaravanen am Gihon. Möge durch die Ausbreitung der russischen Machteine neue Periode der Civilisation für diese so tief gesunkenen Steppenvölker be-ginnen !

Uso (ital.), eigentlich Gebrauch, Gewohnheit, bedeutet bei Wechselgeschäf-ten die Nachsichtszeir, welche Demjenigen, auf den ein Wechsel, welcher nicht aufeine bestimmte Frist (z. B. 2 Monate nach dato oder 14 Tage nach Sicht) aus-gestellt ist, gezogen worden, zur Zahlung desselben, nach Sicht (oder Ansicht desWechsels) gestattet zu werden pflegt. Diese Nachsichtsfrist wird bald von der Aus-stellung an gerechnet, wie in England und Frankreich, bald von der Präsentationund Acceptativn an, wie in den meisten deutschen Ländern. Hier muß der Uso-wechsel 14 Tage nach Sicht bezahlt werden. Auch gibt es halbe (7), doppelte (28),anderthalb Uso (21 Tage). Wo der Uso von der Ausstellung an gerechnet wird,muß er sich natürlich nach der Entfernung richten; so ist er in London fürWechselaus Italien 3 Monate, aus Spanien und Portugal 2 Monate, aus Deutschland1 Monat. Verschieden vom Uso sind noch die Rcspecttage, die nach dem Verfallnoch dem Acceptantcn vergönnt werden, ehe protcstirt wird.

Usteri (Paul), Staalsrath des Cantons Zürich u. s. w. Dieser in derneuern Geschichte der Schweiz ausgezeichnete Staatsmann und in der deutschenLiteratur rühmlich genannte Schriftsteller ward 1768 zu Zürich geboren und istder ältere Sohn des um die Verbesserung im Schulwesen jenes Freistaats hoch-verdienten und als Stifter der dasigen Töchterschule unvergeßlichen Chorhcrrn undPros. LeonhardU. (geb. 1741, gest. 1789)/) Die Elemente seiner vielseiti-gen literarischen Bildung empfing er auf dem Gymnasiums. Vaterstadt, und daer für Arzneiwissenschaft den meisten Beruf fühlte, den ersten Unterricht darinam medicinischen Institute daselbst, welches in älterer und neuerer Zeit so vieletreffliche Männer gebildet hat. Darauf bezog er die gottinger Hochschule, erhieltdort die ärztliche Doktorwürde (1788) und besuchte die Spitäler zu Wien undBerlin. In s. Vaterland zurückgekehrt, wirkte er als praktischer Arzt und Leh-rer am medicinisch-chirurgischen Institute und ward zum Aufseher des botanischenGartens ernannt. Um diese Zeit wendete er s. Aufmerksamkeit auch der Politikzu. Seit 1797 Mitglied des großen Raths, war er bei den leicht vorausgesehenenFolgender franz. Revolution fürdie Schweiz, in Verbindung mit wenigen gleich-denkenden Freunden fruchtlos bemüht gewesen, Anregungen für solche zeitgemäßeReformen in dem eidgenössischen Bunde zu geben, die das morsche Staatsgcbäudegegen die Stürme von Außen her schützen und in die abgelebten Formen neuenGeist bringen konnten. Aberdas Geschick, das über dasselbe hereinbrach, war durchdie Kraft und Tugend einiger weniger Männer nicht mehr abzuhalten. Die alte,keines Seufzers werthe Verfassung fiel, unterdrückte Landschaften verkündigtenihre Selbständigkeit, das Joch einer Art Leibeigenschaft ward einer zahlreichenClasse von Schweizern abgenommen, und das Centralsystem der einen und unlhcil-baren Republik kam zur Herrschaft. Bei diesem Wechsel der Staatsform wardU. als Abgeordneter des Cantons Zürich in den Senat der helvetischen Regierunggewählt. An dieser Stelle wirkte er 3Jahrelang, in vollkommenem Einverständ-

*) Der Chorherr Konrad v.Orell, Leonh. U.'s Biograph, machte 1824 aus U.'s Bries-wechsel mit Winckelmann, I. I. Rousseau und Eberhard interessante Bruchstücke bekannt.