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11 (1830) T bis V
Entstehung
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Universitäten 521

errichteten Bursen, wo Studircndc für eine geringe Miethe Wohnung erhielten.Man nannte auch Bursen gewisse von den Lehrern der Universität errichtete Pen-sionsanstalten, wo die Studirenden für einen bestimmten Preis Wohnung, Kostund andre Bequemlichkeiten erhielten, sich aber auch gewissen Gesetzen unterwer-fen mußten. Die, welche in solchen Bursen wohnten, nannte man Bursa-rien. (S. Studcntenwesen.) Die ersten Lehrer auf den ältesten Uni-versitäten wurden nicht vom Staate besoldet, sie lebten von den Honoraricn, dieihnen ihre Schüler bezahlten. Ein Lehrer, der Ruhm und zahlreiche Schülerhalte, konnte damals leicht Reichthümer erwerben. In der Folge erhielten die Leh-rer bisweilen Geschenk« von den Obrigkeiten, um sie dadurch mehr an den Ort ih-res Aufenthalts zu binden; später wurden ihnen feste Besoldungen angewiesen. ImAnfange d. ^6. Jahrh, wurden auf den meisten Universitäten die Besoldungen derLehrer und die Zahl der besoldeten Lehrer selbst vermehrt, ihnen aber auch zurPflicht gemacht, dafür öffentliche und unentgeltliche Vorlesungen zu halten. Aufden Protestant. Universitäten fand man in der Folge diese öffentlichen Vorlesungennicht hinreichend, und traf die Einrichtung, daß Privatcollcgia, welche die Stu-direndcn besonders bezahlen, gehalten wurden, und daß eine größere Concurrcnzder akademischen Lehrer in Rücksicht der vorzutragenden Wissenschaften entstand.Eine wichtigere Veränderung in der Verfassung der Universitäten brachte im 15.Jahrh, die Erfindung der Buchdruckerkunst hervor. Alle die Hülfsmittel, diejetzt das Studiren erleichtern, waren damals noch nicht vorhanden; der Vertragder Lehrer wurde dictirt, die Zuhörer schrieben ihn nach. Dabei mußte natür-lich viel Zeit verloren gehen, und der Cursus, d. h. die Zeit, die auf das Lehrenund Lernen einer Hauptwisscnschast oder eines Theils derselben verwendet wurde,mußte länger dauern. Durch die mittelst der Buchdruckerkunst vervielfältigtenLehrbücher wurde das Dictiren und Nachschreiben entbehrlich, der Cursus einer Wis-senschaft konnte abgekürzt, und die Zeit auf Erlernung andrer Wissenschaften ver-wendet werden. Was von der Entstehung der ältesten Universitäten in Frankreichund Italien gesagt worden, gilt auch von den hohen Schulen Englands, Oxford,gegen 1200 begründet, und Cambridge, ungefähr um dieselbe Zeit. Die erwähnteZerrüttung der pariser Universität (1229) war für die engt. Universitäten vortheil-hast; mehre berühmte Lehrer in Paris nahmen die Einladung Heinrichs III. vonEngland an, und gingen nach Oxford. Die ersten Universitäten, die in Deutsch-land gestiftet wurden, waren die zu Prag (1348) und zu Wien (1365); beidewurden nach dem Muster der pariser hohen Schule eingerichtet, auf beiden wurdedie Eintheilung in 4 Nationen angenommen. Dieser Umstand gab zum Verfallder erstem und zur Gründung einer neuen Universität Anlaß. Kaiser Karl IV.hatte bei der Stiftung der prager Universität die Lehrer und Studirenden in die böh-mische, polnische (zu welcher hauptsächlich die deutschen Schlcfler gehörten), bairischeund sächsische Nation abgetheilt; die Deutschen hatten daher durch ihre Mehrzahldas Übergewicht über die Böhmen. Die letztem wollten den Übcrmuth der erstemnicht mehr dulden, und Kaiser Wenzel ließ sich durch das Ansehen der beiden berühm-ten Lehrer, Joh. Huß und Hieronymus von Prag, bewegen, ihrem Antrage, ausder böhmischen Nation 3 zu machen, und alle deutsche in eine zu vereinigen, gesetz-liche Kraft zu geben. Mehre Tausende von deutschen Lehrern und Studirenden zogen hierauf von Prag weg und gaben zur Stiftung der Universität Leipzig (1409)Anlaß, wo sie sich auch in 4 Nationen, die meißnische, sächsische, bairische und pol-nische, bildeten. Keine der übrigen im 15. Jahrh, in Deutschland gestifteten Uni-versitäten hat die Eintheilung in Nationen angenommen. Die ältesten Universi-täten entstanden, wie gezeigt worden, gleichsam von sich selbst, sie erwarben sich ihreersten Vorrechte, eigne Gerichtsbarkeit und Gesetze, ohne daß eine höhere Macht ih-nen solche geschenkt hatte. In der Folge wurden die Universitäten feierlich gestiftet,