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Union (kirchliche)
gen, wie Erasmus's Schrift von der Eintracht der Kirche 1553, und die von demfriedliebenden Kaiser Ferdinand I., 1564, noch kurz vor seinem Tode veranlaßten,mit edler Wahrheitsliebe und Mäßigung abgefaßten Gutachten Cassandcr's undWicel's fand gerade die römische Kirche am anstößigsten. — Die 1644 von Rom,doch nicht einmal unter päpstl. Anerkennung, ausgegangene Berathung, die eineVereinigung der Protestant. Fürsten und Städte mit der kathol. Kirche bloß durchVerhandlungen der Laien bewerkstelligt wissen wollte, war wegen gänzlicher Ver-kennung des Protestant. Geistes unbrauchbar. Redlichere Willfährigkeit zu nach-giebigem Entgegenkommen sprach aus den Vcrcim'gungsvorschlägen, die der Kur-fürst von Mainz, Johann Philipp (Schönborn), 1660 durch seinen Kanzler vonBoyneburg aufsetzen und an einige deutsche Höfe gelangen ließ. Sie trugen aufeine Synode von 24 Abgeordneten beider Eonfessionen an, die die beiderseitigensymbolischen Bücher gegen einander abwägen und über das Religionswcfen Deutsch-lands entscheiden sollte, mußten aber schon wegen allzu milder Anpassung der ka-tholischen Untcrscheidiingslehrcii nach den Ansichten der Evangelischen geheim underfolglos bleiben. Lauter regte sich der Bischof Christoph Rojas de Spinola, der,als Beichtvater der Gemahlin des Kaisers Leopold 1. aus Spanien nach Wien ge-kommen war, und seit 1675 20 Jahre hindurch durch ironische Schriften undReisen an dle deutschen cvangel. Höfe, auf die Wiedervereinigung der Protestantenmit der kathol. Kirche hinarbeitete. Die Rücksicht auf den Kaiser, als dessen Ab-gesandter er sich ankündigte, verschaffte ihm freundliche Aufnahme, besonders zuBerlin und Hanovec; doch brachten nähere Versprechungen nur seine Zweideutig-keit und den Mangel einer hinlänglichen Vollmacht vom Papste an den Tag, undauch sein letzter Versuch, die verschiedenen Eonfessionen in Ungarn und Sieben-bürgen zusammenzubringen, scheiterte an der Vorsicht der Protestanten. — In-zwischen trat der ihm weit überlegene Bischof B o ssuet (s. d.), der schon zur Be-kehrung der franz. Protestanten eine nach Möglichkeit versüßte Auslegung des kath.Glaubens geschrieben hatte, als Fciedcnsvcrmittlec seiner Kirche in Unterhandlun-gen mit dem evangel. Abt zu Loccurn, Mylanus, der wahrscheinlich durch die Wün-sche seines Herrn, des damals dem Kaiser sehr ergebenen und von Frankreich ausbearbeiteten Kurfürsten Ernst August von Hanover, und der Gemahlin desselben,Sophie, bestimmt, oder gar aus Einfalt weit mehr, als einem Protestant. Theolo-gen geziemte, nachgab, und sich dadurch den Verdacht einer heimlichen Vorliebefür den Katholicismus zuzog. Noch entscheidender hätte der warme Antheil wir-ken können, den der groß- Lcibnitz mit freimüthiger Abweisung der Bossuer'schenTrugschlüsse an der Sache nahm, wenn bei den Bedingungen Bossuet's, die imGrunde auf eine Vernichtung aller Eigenthümlichkeiten des Protestantismus hin-ausgingen, irgend einiger Beifall von Seiten der Evangelischen zu hoffen gewesenwäre. Daher blieb dieser in dem letzten Zehntel des 17. Jahrh, mit großem Eiferbetriebene Vereinigungsentwurf ein Privatunternehmen, das sich durch den bei-nahe gleichzeitigen Tod der dabei handelnden Hauptpersonen zerschlug. Seitdemwar wenig mehr von solchen Vorschlägen die Rede. Die von dem sorbonm'schenTheologen Du Pin mit dem Erzbischofe Wake von Eanterbury über eine Union derfranz. und engl. Kirche 1717—19 gewechselten Schriften kamen damals nicht ein-mal zur öffentlichen Kunde; die nicht gehörig überlegten Annäherungen des Pseu-donymen Febronius (s. Hont Heini) wurden in seiner eignen Kirche noch mehr ge-mißbilligt, als von den Evangelischen ; auf den Privatanlrag des Erzbischofs vonTurin, Delta Lanza, folgte 1772 mit Recht ein ablehnendes Gutachten vom AbtJerusalem, und die Einladung zur Rückkehr in den Schoß der Kirche, die Lecoz,Erzbischof von Besangon, 1804 öffentlich an die Protestant. Prediger zu Parisrichtete, konnten diese auch nur ablehnend beantworten; denn jene reumüthigeWiederkehr und Unterwerfung der Protestanten/ worauf die katholische Kirche so