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Umtriebe (demagogische) in Deutschland
medialcommission scheu am 22. Aug. 1820 auf seine Freilassung angetragen ha-ben; zuletzt entkam er (6. Mai 1821) unv flüchtete sich nach Schweden, von woer In der Folge sich nach London als Lehrer der deutschen Sprache begab, und hierist er 1828 bei der Universität als Pros der deutschen Literatur angestellt worden.
Wahrend dieses Untcrsuchungsgescbäfts hob man die Turnanstalten in beidenHessen, in Sachsen-Weimar und in a. Landern auf. In Jena verlor der HofralhOken seine Professur, weil er die „Isis" nicht aufgeben wollte, und Pros. Friessein Lehramt, ohne daß jedoch Beiden eine Verführung der Jugend zu demagogischenUmtrieben zur Last gelegt wurde. Indeß behielt der Letztere seinen Gehalt, und cSwurde ihm im Dec. 1823 die Professur der Physik und Mathematik, jedoch vorder Hand nur widerruflich und ohne Theilnahme an den Geschäften des Senatsund des Conciliums, übertragen. Schon sing das Publicum an zu glauben, daßnur ein blinder Lärm Deutschland geängstigt und die öffentliche Aufmerksamkeitvon a. Dingen abgezogen habe; ja Benj. Cvnstant behauptete („11e I'ötstäo ULu-rope 8l»i» le Point <Ie v»e vonstitutionnel") geradezu, daß die Voraussetzung die-ser „ooiiüpiration tönebroune" denjenigen Classen willkommen gewesen, die dabeiinteressirt seien, daß jede Constitulion ausgesetzt und jede billig" und zweckgemäßeReklamation in Aufruhr umgedeutet werde. „Arndt, Göcrcs, Iahn (der ersteFreiwillige 1813) hatten ja die deutsche Jugend vor Kurzem noch zum Kampfe fürihre legitimen Fürsten aufgefodert, wie sei es denkbar, daß sie jetzt gegen dieselbenconspiriren sollten!" Indeß gab es freilich in Deutschland, was wir besser wußten,deraisonnirende Phantasten, ungezogeneTadler und unberufene Staatsprojectschrei-ber in Menge, was allerdings den Glanben an das Vorhandensein revolutionnanecVerbindungen zu rechtfertigen schien. Diese Überzeugung erklärte der Präsidialvor-trag des östr. Bundestagsgesandten in der Epoche machenden Sitzung des Bundes-tages vom 20. Sepk. 1819. Ostreich foderte nämlich die BundestagSversamm-lung auf, ihre ganze Aufmerksamkeit auf die in einem großen Theile von Deutsch-land herrschende unruhige Bewegung und Gahrung der Gemüther zu richten, wel-che sich in „Aufruhr" predigenden Schriften, in weit verbreiteten sträflichen Verbin-dungen, selbst in einzelnen Gräuelthaten (Sand und Löning) offenbart habe. DerPräsidialgesandte fand zwar die Quellen des Übels zum Theil in Zeitumstanden,.und zeichnete besonders aus: 1) die Ungewißheit über den Sinn des 13. Art. der"Bundesacte; 2) die unrichtigen Vorstellungen von den der Bundesversammlung:zustehenden Befugnissen und der Unzulänglichkeit der Mittel; allein er klagte auch:als Mitschuldige an: die Gebrechen des Schul - und Universitätswesens und denMißbrauch der Presse. Östreichs Verlangen, daß, so lange die Bundesvecsamm--lung den 13. Art. der Bundesacte nicht ausgelegt habe, die in mehren Bundes-staaten eingeleiteten Constitutionsarbeiten noch ruhen möchte», wurde nebst allen-von der Präsidialgesandtschaft vorgelegten, auf 5 Jahre gültigen Entwürfen vonder Bundesversammlung sofort genehmigt.
ES ward nämlich die zur Vollziehung der für die innere Sicherheit im Bundez» fassenden Beschlüsse der Bundesversammlung entworfene provisorische Erecu-tionsordnung als Bundesform anerkannt; es wurden auf allen deutschen Univer-sitäten Curatoren angestellt, die darüber wachen sollten, daß die Professoren keine-gefährlichen Lehren vortrügen, und die Studirendcn kein politisches Treiben mehrverfolgten. („Die Studenten sollen Nichts vorhaben, als sich zugleich für dasgelehrte und für das thätige Leben vorbereiten".) Kein deßhalb abgesetzter Profes-sor soll wieder ein andres Lehramt in Deutschland erhalten; kein Student, der awder Burschenschaft oder ähnlichen Verbindungen ferner noch Theil nimmt, soll irreinem öffentlichen Amte angestellt, und kein rclegirter Student soll auf irgend einerandern deutschen Universität zugelassen werden. Es ward ferner eine allgemeine.-Censur für alle Zeiiblätter und Schriften, die nicht über 20 Bogen im Druck stark