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Umtriebe (demagogische) in Deutschland
gestiftet, der sich 181t schon ziemlich verbreitet hatte, aber in Kraftlosigkeit versank,als der Staatsrath Justus Grüner (s. d.) ihn durch kein Geld mehr unterstützenkonnte. Doch war er 1813 und 1814 sehr thätig. Im Mai 1814 ward er auf-gelöst. Nach dem pariser Frieden d. I. aber vereinigten sich an verschiedenen Orten(zuerst zu Usinqen) die sogenannten deutschen Gesellschaften, deren Ziel, wie mansagt, die staatsthümliche Einheit Deutschlands war. Nun machte der Gch.-Re-gierungsrath Schmalz (s. d.) auf das Dasein und die Gefährlichkeit der geheimenGesellschaften aufmerksam. Die deutschen Gesellschaften wurden daher von denRegierungen aufgehoben, und der usinger Verein trat von selbst im Oct. 1815 zuFrankfurt aus einander. Es blieb jedoch der Wunsch nach festerer Verbindung derdeutschen Völkerschaften, um in Krieg und Frieden Größeres zu leisten. Da selbstMänner, die für Deutschlands Wiederherstellung bisher die regsamsten gewesenwaren, denselben aussprachen, so erhob er noch mehr die jugendliche Einbildungs-kraft. In diesem Bezug nahmen auch die Sludentenorden eine politische Färbungan. So zu Tübingen (die Teutonia), zu Heidelberg und besonders zu Gießen.Ein neuer Verein in Darmstadt (seil Ende 1815) brachte sogar im Frühjahr 1817die Idee in Gang, die jedoch kalt aufgenommen wurde, durch Unterschriften eineArt Ausdruck des Volkswillens für Errichtung eines deutschen Nationalparlamentsam Bundestage, zu sammeln!! Doch weder dies, noch die Sammlung von Un-terschriften zu einer Adresse an den Bundestag wollte gelingen, worin um Einfüh-rung landständischer Verfassungen mit vertragsmäßiger Beiziehung des Volks ge-beten werden sollte. Nun suchte man die Jugend durch Reden und Lieder fürDeutschlands Einheit und Stärke zu begeistern. Diese, leicht entzündbar, bliebnickt unbewegt. Es entstanden auf mehren Universitäten patriotische Vereine,wie die ebengenannte Teutonia, die Arminia, der Ehrenspiegel u. a. m. Denmeisten Beifall fand die Burschenschaft in Jena (12. Juni 1815), vorzüglich seit1818, als in Folge der beim Wartburgsfeste (s. d.) 1817, von den Jünglin-gen gepflogenen Abreden, sämmtliche Orden und Landsmannschaften in eine soge-nannte „allgemeine deutsche Burschenschaft" zusammenfließen sollten. Die Bur-schenschaft bezweckte in ihrer Form ursprünglich — eS ist dies Thatsache — vielGutes und Löbliches; die Jugend vergaß dabei aber freilich, daß es zum Gutenkeiner solchen Verbindung bedarf, die ohnehin nur zu oft der eignen Selbständig-keit des Jünglings von Charakter nachtheilig werden kann. Indeß machte selbstdie politische Anfeindung, welche, durch Sand's Mordthat noch mehr erregt, indessen Papieren und sich widersprechenden Aussagen Stoff genug zu schwerem Ver-dacht gefunden hatte, jene Verbindung, welche übiigens, so viel bekannt gewor-den, ohne Theilnahme der akademischen Lehrer zu Stande gekommen war, wie esin ähnlichen Fällen immer gewesen, nur noch enger und den Geist derselben hart-näckiger. So entstand eine Opposition der Gesinnung und Meinung, welche dieFarbe der Zeit an sich trug, auch in der Schul - und akademischen Jugend, wie sieschon im Volke durch die hingehaltenen oder bestrittenen politischen Erwartungen,Erinnerungen und Ansprüche sich gebildet hatte. Zwar blieb es beim Schreiben,Sprechen und Lesen; als aber endlich das politische Leben in den süddeutschen Stän-dekammcrn sich regte, und die Furcht immer mehr zunahm, daß auch in anderndeutschen Staaten der Wunsch nach einem Rcpräscntativsystem laut werden undUnordnungen veranlassen könnte, beschloß man, die bedrohte bürgerliche Ruhedurch kräftige Maßregeln zu sichern und der gefährlichen Richtung des Zeitgeistes,die sich in demagogischen Umtrieben offenbare, mit aller Macht Einhalt zu thun.
Vorläufig wurden in der preuß. Monarchie die Turnplätze geschlossen, und inTeplitz fanden ministerielle Verabredungen statt; zugleich erfolgten in Berlin imJuli 1819 Verhaftungen von einigen Studenten und jungen Gelehrten. IahnIpurdc in gefängliche Hast gebracht und zuletzt vor eine Jmmediat - Untersuchung--