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der sogen. Mösogothen. Durch sein Ansehen soll er sie auch zur Annahme derAria-nischen Lehre, welcher er selbst beigetceten war, bewogen haben. Als ein sür seinZeitalter gelehrter Mann ward er einige Male als Gesandter an den kaiscrl. Hofnach Konstantinopel gesendet. Man schreibt ihm gewöhnlich die Erfindung der go-thischen Buchstaben zu; wahrscheinlich aber ward durch ihn die gothische Schrift nurmehr verbreitet. Er übersetzte die Bibel in die mösogothische Sprache, und diesesDenkmal ist die Grundlage aller Untersuchungen über unsere Sprache. Won diesemältesten Denkmale deutscher Sprache haben sich bedeutende Bruchstücke erhalten,namentlich die Evangelien Der sogen, silberne Codex in Upsala enthält die 4 Evan-gelisten; eine Handschrift, zu Wolfenbüttel enthält Bruchstücke des Briefes an dieRömer (beste Ausg., von Zahn und Fulda, Weißenfels 1805, 4 ). Majo ent-deckte 1817 Palimpsesten in der mailändischen Bibliothek, aus welchen die Über-setzung des Ulsilas ergänzt wird. Das 1. Spccimen davon erschien zu Mailand1819; das 2. 1829 u. b. T. „Illpllilse Fvtiiivs vvrsio cpmtolae «livi I'sulisä Oorintllioa seounäae", nebst Erklärung u. e. Glossar, vom Grafen E. Oct.Castiglioni (4.).
Ulloa (Don Antonio di), geb. ru Sevrlla 1716, widmete sich dem See-dienste und ward, als der Sohn einer altadeligen Familie, schon 1733 Eapitaineiner königl. Fregatte. 1734 ging er mit der Commission, die zu der Gradmessungzur Bestimmung der Gestalt der Erdkugel nach dem südl. Amerika abgeschickt war,nach Quito, und blieb daselbst bis 1744. Nach s. Rückkehr durchreiste er aufkönigl. Befehl, zur Vervollkommnung seiner staatswirthschastlichen Kenntnisse,einen großen Theil von Europa, und kehrte mit reichen Erfahrungen zurück, die erzum Besten s. Vaterlandes in Anwendung brachte. Die großen Canäle rc. vonFerrol und Carthagena wurden durch ihn vollendet, und die berühmten Quecksil-berminen von Almaden und Guanpavellica in Peru bekamen durch ihn neues Leben.1755 ging er zum zweiten Male nach Amerika, ward, als er zurückkam, 1767zum Generaldirector des span. Seewesens ernannt, und starb 1795 auf s Landsitzeunweit Cadiz. U. gehört zu den berühmtesten und verdienstvollsten MännernSpaniens im 18. Jahrh. Er war unermüdet mit der Verbesserung der Manu-sacturcn und der Ausbreitung der Künste und Wissenschaften in seinem Vaterlandebeschäftigt. Von s. Kenntnissen und s. Beobachtungsgeifte zeugen s. Werke: „Ue-Isvion Iiistvrica äel viage s I» America meriäionsl" (Madr. 1748 ; ins Engl.und Franz, übcrs., und deutsch im IX. Bde. der „Allgemeinen Historie der Rei-sen"); „Xotiviss smciicana» «obre la America ineriilionsl z- la svptentrional-
vriental" (Madr. 1772; deutsch vonI. A.Dieze, Leipz.1781, 2Bdr). —DonBernardo di Ulloa, ein Verwandter des Vorigen, ist Vers. eines wichtigenWerkes über den Handel und das Fabrikwesen Spaniens. — Don Lins dcUlloa y Pereira, ein berühmter span. Dichter des 17.Jahrh., dessen Sonettevorzüglich geschätzt werden.
Ulm, an der Donau, an deren linkem Ufer eine Viertelstunde oberhalb derRingmauern die Jller, aus der Stadt selbst aber, an ihrer Südseite, in 2 Armendie Blau ausfließt, war eine freie Reichsstadt des schwäbischen Kreikes, auf dessenVersammlungstagen sie den Vorsitz führte. Ihr Gebiet von 17 iüM. hatte, dieder Stadt mit gerechnet, 38,000 Bcw. Durch den Neichsdepmationsreceß von1803 kam sie an Baiern, ward aber 1810 von Barern an Würtemberg abgetre-ten, und ist gegenwärtig der Sitz einer der 4 Provinzialregierungcn dieses König-reichs, mit einem Gerichtshöfe» einer beträchtlichen Garnison, und 14,200 Cinw.in 1650 Häusern. Bis 1803 hatte sie meist cvangel., und nur wenige kathol.Einw., die ihren Gottesdienst in dem chemal. deutschen Hause und in dem Augusii-mrklostcr zu den Mengen hielten. Dieses Kloster wurde, wie das lutherische Fräu-leinstift, die Sammlung genannt, unter der bairischen Regierung aufgehoben,jedoch die Kirche desselben zu einer kathol. Pfarrkirche gemacht. Die Umgegend ist