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fernern romantischen Ausbildung desselben beigetragen haben. Im 9. oder 10.Jahrh, erhielt es seine völlige Ausbildung bei den Franzosen, denn bei dieser Na-tion ist es unstreitig am ersten in seiner nachmaligen Gestalt bekannt gewesen. Einfranz. Edelmann, Eottfr. v. Preuilly, sammelte um 1066 die Gesetze und Ge-wohnheiten der Turniere, die im 12. und 13. Jahrh, auch bei andern Nationenangenommen wurden. Dass der deutsche König Heinrich l. die Turniere erfun-den habe, ist »»gegründet Scbast. Münster, ein nicht ganz verwerflicher Zeuge,meldet in s. Erdbeschreibung, daß das erste große deutsche Turnier schon 1036 zuMagdeburg gehalten worden. — Die Gesetze bei den Turnieren waren in der Haupt-sache überall gleich, aber in Nebendingen, besonders was die polizeilichen Anord-nungen dabei betraf, oft sehr verschieden. Eine Sammlung solcher Gesetze findetsich in Rüxner's „Turnicrbuch" (Frkf. a. M. 1566, Fol.). Ritterliche Geburt(turnierfähige Geschlechter) und ein durchaus unbescholtener Wandel waren uner-läßliche Bedingungen, um bei Turnieren zugelassen zu werden. Es scheint jedoch,daß man nicht immer ganz streng die Gesetze beobachtet habe. Die altern Turnierewaren die, wo Haufen gegen Haufen, die spatem, wo Mann gegen Mann focht(Rennen). Zu den großen Turnieren, welche ein Fürst oder ein Hoher von Adelanstellte, geschahen die Einladungen an benachbarte Fürsten und Ritter auf einesehr feierliche Art; ebenso wurden auch die Kampfrichter oder Turnierkönige ge-wählt. Die Turniere wurden dann durch Herolde öffentlich ausgerufen. InDeutschland hielt man diese Spiele gewöhnlich auf dem Markte oder andern freienPlätzen der Städte, in Frankreich aber auf freiem Felde in der Nachbarschaft vonStädten. Es wurden dazu eigne Schranken und Rennbahnen errichtet, und vielVolks strömte herzu. Vor dem Tage des Turnierens selbst mußten Die, welchedaran Theil nehmen wollten, wenn es nicht fürstl. Personen oder sonst schon be-kannte Ritter waren, ihre Ahnenprobe machen. Der, welcher das Turnier ver-anstaltete, setzte nicht nur den Preis (Dank) für die Sieger aus, welcher gewöhn-lich aus schönen Waffenstücken oder kriegerischem Schmuck, von Damenhand ver-fertigt und ausgetheilt, bestand, sondern trug auch alle übrige Kosten des Turniersund bewirthete die fremden Gaste bisweilen mit großem Auswande. Die Waffen,deren man sich bediente, waren anfangs unbeschlagene Kolben und stumpfe Schwer-ter, dann aber, und fast ausschließlich, Lanzen oder Speere. Man nannte sie stum-pfe Waffen (armes oonrtoises, Kracieuses). Je größer die Zahl der zerbrochenenLanzen war, die ein Ritter bei einem Turnier auszuweisen hatte, desto größer warsein Ruhm. In der Folge wurden auch scharfe Waffen gewöhnlich, und die Tur-niere wurden nun blutig und mörderisch. Aus diesem Grunde und wegen des aus-schweifenden Luxus, der oft dabei statthatte, verboten Könige, Päpste und Kirchen-versammlungen die Turniere bei schwerer Ahndung; dessenungeachtet aber dauertensie noch lange Zeit fort. Die Einführung des Schießpulvcrs, welches die bis dahingewöhnliche Rüstung der Ritter unnütz machte, die ganz veränderte Art Krieg zuführen, vielleicht auch Änderung des Geschmacks und der Mode, trugen dazu bei,daß die Turniere im 16. Jahrh, nach und nach aufhörten. In Frankreich hattedas unglückliche Ende Heinrichs II. (1559) sie verhaßt gemacht. Man erneuerte siezwar später hier und da, aber bloß zur Lust. Die Carrousels (s. d.) traten an ihreStelle. Ein solches „Turnier" wurde bei dem Hvffeste zu Potsdam am 13. Juli1829 zur Geburtsfeier der Kaiserin v. Rußland gegeben. An einigen deutschen Hö-fen wurden noch im 18. Jahrb. Fußturniere, ganz im Geschmack der frühernZeiten, jedoch bloß als Lustbarkeit, angestellt. Ein Fest dieser Art war das Tur-nier, welches am Hofe des KönigS August kk. 1709 auf dem Markte zu Dresdengehalten wurde. Officiere von gleichem Range turniertcn g-gen einander mitSchwert und Lanze. Die Formalitäten dabei waren ganz nach alter Art eingerich-tet. Eine anschauliche Vorstellung erhält man durch das nach einem Mscpt. der k.