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11 (1830) T bis V
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Troubadour

zu erhalten, hatte T. sämmtliche Schüler in 6 Classen, und jede derselben wie-der in einzelne Unterordnungen (tribus) getheilt. In den ersten Jahren mußte erallein in den Obcrclafscn den Unterricht besorgen; in der Folge wählte er sich einigeGehülfen; in den untern Classen unterrichteten auch Schüler der obern Classen.Außer dem Unterricht in der Religionslchre, welchen T. selbst in allen Classen lei-tete, bezog sich der Unterricht auf die lat., griech. und hebr. Sprache, Redekunst,Geschichte und Dialektik. Als Stoff zu schriftlichen Aufsätzen legte er Fragen ausder Moral, Theologie, Geschichte und Philosophie vor. Auf Klarheit und Deut-lichkeit im Vortrage legte er einen so hohen Werth, daß er behauptete, nur derSchalk spräche unverständlich, und ein dunkler und verwickelter Vertrag sei einAnzeichen, daß auch das Herz voll Tücke sei. Er bediente sich daher fleißig der so-kratischen Lehrart und schrieb selbst eine Abhandlung: „Uetiwilus äoetrinao cate-vbetivse", welche aber, sowie einige a. kleine Schriften, die T. bloß für s. Schuleaufsetzte, erst nach s. T:de gedruckt wurden. Er war nicht nur Freund der Musik,sondern besaß auch viele Kenntnisse und Geschicklichkeit in dieser Kunst, und soll oftzu s. Schülern gesagt haben: „Lernt singen, lieben Söhne, wenn ihr werdet inden Himmel kommen, so werden euch die heil. Engel lassen zu ihrem Chöre treten".Innere und äußere Organisation s. Schule, Methodik, Disciplin waren sorgfältiggeregelt. Seine Schulanstalt hatte eine römisch-republikanische Verfassung, wel-che T., als das Haupt derselben, leitete. Ihm zur Seite standen ein Consul,2 Censoren und ein Senat aus 12 Senatoren. Von demselben wurden wichtigeSchulsachcn entschieden. Die Censoren beobachteten das Betragen der Schülerauf der Straße, in der Schule und bei den Spielen (denn auch für zweckmäßigeLeibesübungen war gesorgt). Jede Classe hatte einen Quästor, und jeder Tribusmehre Quästoren, welche über häuslichen Fleiß die Aufsicht führten. Ihre Be-richte gaben sie an den Oberquästor ab, welcher an T. Bericht erstattete. ÜberOrdnung, Ruhe und Reinlichkeit wachten die Ökonomen. Die Ephoren beobach-teten das Betragen bei Tische. Au diesen Beamtenstellcn wurden die fleißigstenund gesittetsten Schüler gewählt. Manche Ämter wurden einen Monat, andrenur eine Woche lang verwaltet, mit feierlichen Reden angetreten und niedergelegt.In den letzten Jahren des Lebens T.'s verfiel diese Schulverfassung. Als T.einen neuen Schulplan einführen wollte, zerstörte die Flamme das Schulgebäude,und T. zog mit s. Schule nach Liegnitz. Alter, Arbeit und Kummer untergruben s.Leben; er starb am 26. April 1556 und ist in der dasigen Johanniskirche begraben,wo auch s- Epitaphium zu sehen ist. T. war klein von Person, genoß aber all-gemeine Verehrung, die er durch s. Gelehrsamkeit, s. Lehrgaben, durch Ernstund Liebe, Entschlossenheit, Unparteilichkeit, Wahrheitsliebe, Uncigennützigk.i't,Mäßigkeit, Wohlthätigkeit und Frömmigkeit zu erhalten wußte. Sein Gedächt-niß war so glücklich, daß er längere Stücke aus Plutacch und Cicero, mehre Vor-trüge Melanchthon's, sowie die von ihm den Schülern zur Übersetzung deutschdictirten Stücke in lateinischer Sprache frei hersagen konnte. Seine Liebe zumSchulfacke war so groß, daß er ihm wiederholt angetragene Predigerstellen in Gör-litz und Nürnberg ausschlug. S. Melanchthon's „veolam." (Bd. 5, S. 817 fg.);Ludovici'S „Uistor. sobolar. oeleber.", TH.3; Ruhkopf's „Geschichte des Schul-und Erziehungswesins" (S. 351fg.); G. H Rosenmüller'S (Pred. in Ölschau)„Lebensbeschrcib. berühmter Gelehrten des 16. Jahrh." (1. Bd., S. 103fg.);Spieker's „V. F. Trotzendorf" in den Vcrhandlungsblättern zur „Jugendzcitung"(1808, St. 4S fg.) und „V. Fr. Trotzendorf, dargestellt von v. Gust. Pinz-gcr" (Hirschberg 1825). 11.

Troubadour. Es war eine schöne, jugend - und lebenvolle Zeit, wel-cher jene Dichtexsänger angehörten, die ihren Namen von trouvor, finden, charak-teristisch genug und pzfsend, um im Gegensatz des griech. die Leichtigkeit