86
Tcgn«r
Blumengemälde, meist von lebenden Künstlern.— In der Nähe von Tegernseebricht seiner Marmor, der in Säge- und Schleifmühlcn verarbeitet wird. EineStunde von Tegernsee liegt das vom vecst. König mit großen Kosten sehr gut ein-gerichtete Bad von Kreuth, dessen Quell schwefel- und eisenhaltig ist. Die Armenwurden hier ganz auf Kosten des Königs verpflegt. In der Gegend sammelt manBcrgnaphtha, hier St.-Quir!niöl genannt.
Tegnvr (Esaias), Bischof des Mists Wexiö in Smäland, 1). der Theol.und Commandeur des Nordsternordens, einer der gefeiertsten jetzt lebenden DichterSchwedens. Geb. in der schweb. Provinz Wermland 1782, widmete er sich frühden Wissenschaft!. Studien und bekleidete seit 1812 die Professur der griech. Litera-tur an der Universität zu Lund in Schonen. Wie sein Monarch hier durch Ver-leihung des Nordsternordens s. Verdienste anerkannte, so ehrte ihn die schweb. Aka-demie, indem sie ihn als Einen der Achtzehn unter ihre Mitglieder aufnahm. IhremBeispiele folgten nicht nur die meisten inländischen wissenschaftlichen Vereine, son-dern auch mehre des Auslandes, denen T.'s literarisches Wirken nicht unbekanntgeblieben war. 1824 ward ihm durch die Ernennung zum Bischof über Wexiö-stift ein größerer und in mehr als Einer Beziehung segensreicher Wirkungskreis er-öffnet. — Noch ist von s. dichterischen Arbeiten keine vollständige Sammlung er-schienen; ein großer Theil derselben aber ist in der von ihm und s. Freunde, Pros.Geijer in Upsala, redigirten Zeitschrift „Jduna" abgedruckt. Von den großem,meist einzeln erschienenen, nennen wir „Den Visc" („Der Weise"), ein lyrisch-didaktisches Gedicht, dem von der Gesellschaft der Wissensch.zu Gothcnburg bereits1804 der Preis und die Ausnahme in die Schriften der Gesellschaft zuerkanntwurde; „Krigs-Sang för Kgl. Skanska Landtvärnet" („Kriegsgesang der schotti-schen Landwehr") (Stockh. 1809); „Svea" („Schweden"), ein vaterländischerGesang vom 1.1813; „Nattwardsbarnen" („Die Nachtmahlskinder") (Lund1821), eine Idylle in Hexametern, verdeutscht von Olof Berg (Königsb. 1825);„Axel" (Lund 1822) und „Frithiofs-Saga", nach altnord. Liedern zuerst in der„Jduna" bruchstückweise mitgetheilt. (Dieses Gedicht erschien vollständig 1825und ist 3 Mal ins Deutsche übers. worden.) — T.'s erste poetische Versuche fallenin eine Zeit, die der freien Entfaltung des Genius nichts weniger als günstig, andem Grundsätze steifer Corrccthcit mit Ängstlichkeit festhaltend, sich in sklavischenNachbildungen stanz. Eigenthümlichkeit gefiel und kein Bedenken trug, an die gei-stigen Erzeugnisse der Heimath den Maßstab stanz. Akademiker zu legen. Frei vonden Einflüssen beschränkender Zeitmcinrmgen ging er jedoch, des Beifalls der Bes-sern gewiß, seinen eignen Weg, auch als spater ein Kreis begabter jüngerer Männer,unter denen wir vor Allen den trefflichen Atterbom nennen, von deutscher Poesieerwärmt und von den höher» Kunstansichten deutscher Kritiker geleitet, eine neueBahn brach. Ohne den schwärmerischen Eifer dieser Jünglinge zu theilen undimmer darauf bedacht, sich von den Fesseln der Schule frei zu erhalten, war er den-noch weit entfernt, das Treffliche und ewig Wahre in den Bestrebungen derselbenzu verkennen, und eine Vergleichung s. spätern vollendetem Werke mit den frühernergibt, daß die bessern Erscheinungen der Zeit nicht ohne Wirkung an ihm vorüber-gegangen sind, und daß die neutrale Stellung, die er nach Außen hin gegen die alteakademische Partei wie gegen die Schule der Neuern fortwährend behauptet, min-dest nicht, wie ihm wol zuweilen von beiden Theilen vorgeworfen worden, in vor-nehmer Gleichgültigkeit oder selbstsüchtigem Eigendünkel ihren Grund hat. —Ein lebendiges Gefühl, dem jedoch, vielleicht nicht ganz mit Unrecht, Mangel anTiefe und Innigkeit vorgeworfen wird, eine reiche Ader des Witzes und eine leichterregbare, bewegliche Phantasie, die nur dann und wann mit allzu großer Vorliebedem Spiele mit Bildern sich hingibt und, statt zu ergreifen, blendet, daneben einsschönst in der Nstgcl ochs dichterische Sprachst machen T.'s Poesien, ungeachtet der