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mentalmusik, und es fehlt unsern gewöhnlichen Tanzstücken das Charakteristischein dem Grade, als der Tanz bloß zum unwillkürlichen Ausdrucke der Empfindungdurch Bewegung der Füße herabgesunken ist. Dagegen führt man auch hier diekünstliche Harmonie und gewaltsame Modulation ein; auch schreibt man häufigTänze, die nicht zum Tanzen bestimmt sind. Nur die Melodie der Nationaltänzeeiniger gebildeten Völker, z. V. der Polen, Ungarn, zeichnen sich noch durch einenCharakter aus, welcher schwer nachzuahmen ist. Die höhere theatralische Tanz-musik (Balletmusik) setzt voraus, daß der Componist alle Arten des Rhythmus her-vorzubringen und durch diesen vorzüglich Charakter und Empfindung zu bezeichnengeschickt sei. In dieser Gattung haben sich Benda, Weigl, Winter, Hummel,Gyrowetz, Neichardt, Righini, Element!, Pleyel, Kauer, Müller, Wranitzky,Sponlini, Boyeldieu u. A. ausgezeichnet. '1'.
Tapeten (lat. tapes, tspetum, Teppich). Die Verfertigung der Tapetenmit Zeichnungen von natürlichen Farben ist die höchste Stufe der Weberkunst. Dievorzüglichsten Arbeiten dieser Art wurden ehemals in den Niederlanden, vorzüglichzu Arras, gemacht, daher sie bei den Italienern chrsr^i heißen. Dort ließ PapstLeo X. in der ersten Hälfte des 16. Jahrh, die berühmten Rafael'schen Tapeten —so genannt, weil die Figuren nach Nafael's Cartons gefertigt wurden — wirkenund machte mit einigen derselben Geschenke an die Höfe von Wien und Dresden,wo sie noch sind. (S. Dresdens Kunstsammlungen.) Die, welchemRom geblieben waren, wurden während der Revolution nach Paris gebracht, sindaber jetzt wieder in Rom. Fernow liefert in s. „Röm. Studien" (3. Thl.) eineBeurtheilung der Rafael'schen Tcppichgemalde. Nach der Verschiedenheit desStuhls, auf welchem die Tapeten gewirkt werden, nennt man sie brmtolisse oderbssseliose. (S. Hautelisse.) Die schönsten Tapeten dieser Art sind die Go-belin s (s. d.). Man hat seit jener Zeit viele Verbesserungen in der Maschineriegemacht, und die Arbeiten der Gobelinsfabrik verdienen Bewunderung. Auch zuRom, Petersburg, Berlin und München gibt es Arbeiten in dieser Art. ÄhnlicheArbeiten sind die türkischen oder persischen Tapeten aus der Fabrik der Savonnerie— weil ehemals ein Seifensieder sein Gewerbe an diesem Orte trieb — zu Chaillvt,einem Dorfe bei Paris. Man nennt sie türkische Tapeten, weil die Saracenenunter Karl Martel diese Weberei nach Frankreich gebracht haben sollen. Die Qua-dralelle, die sonst 220 Livres kostete, kommt jetzt auf 500 Livres zu stehen. DiePortraits, welche diese Fabrik geliefert hat, sind vorzüglich schön. In Wien istauch eine Tapetenfabrik ä 1a 8avonnorie eröffnet. Alle Arbeiten dieser Art sindsehr mühsam und langwierig.
Tapferkeit ist die Starke der Seele, die sich in großen Gefahren durchanhaltenden und kräftigen Widerstand kundlhut. Sie gehörte mit zu den Cardi-naltugcnden der Stoa, und die Alten nannten sie heroische Tugend, weil sie demHelden eigen ist. In sittlicher Hinsicht zeigt sie sich durch das beharrliche Streben,alle Hindernisse und Unannehmlichkeiten, welche der Tugend entgegengesetzt wer-den mögen, zu überwinden. Soll die Tapferkeit moralischen Werth haben, somuß sie nicht bloße Gabe der Natur, sondern aus freiem, besonnenem Entschlußerzeugt und auf sittliche Zwecke gerichtet sein. Die Beharrlichkeit bei unsittlichenGrundsätzen ist Trotz, Hartnäckigkeit, Hartherzigkeit oder Verstocktheit. Gefah-ren ohne Noth und ohne hinlängliche Kraft wagen, ist Verwegenheit, und sichohne Wahrscheinlichkeit eines Nutzens für sich oder Andre in dieselben stürzen, Toll-kühnheit. Uncrschrockenheit und Beständigkeit sind gleichsam die Bestandtheile derTapferkeit, indem jene in der Festigkeit des Geistes bei eintretender Gefahr, diesein dem Beharren bei dem einmal gefaßten Beschlusse besteht. Wiewoi die Tapfer-keit größtentheils eine Gabe der Natur, und vorzüglich Eigenthum des Mannes ist,