Gymnastik Gymnosophisten 858
Künsten des Friedens und Krieges unterrichten, erheben und begeistern konnte, undder Staat, Künste u. Wissenschaften erhielten sich blühend, so lange die Gymnasiengehörig unterhalten wurden. Der Vorsteher hieß Gymnasiarch; Gymnasienlehrten die Theorie, und Pädotriben standen dem prakt. Unterrichte ber gymnast.Übungen vor, sowie dieTystarchen den Übungen in den Lyste»(Stadien). Bis-weilen nennt man ein solches Gymnasium auch Palästra, welche eigentlich nurder Theil war, wo Diejenigen, welche sich zu Athleten, d. h. zu Kämpfern in den öf-fentl. Spielen, bilden wollten, im Faustkampf geübt wurden. Jgnara ist der Mei-nung, daß zu der Zeit, wo die Philosophen u.A. hier zu lehren ansingen, ein Unter-schied zwischen Gymnasium und Palästra gemacht worden sei: diese habe nur denPlatz für die körperl. Übungen, jene- den Platz für den geistigen Unterricht bezeichnet.Zn diesem Sinne hat man in neuern Zeiten die offen«, gelehrten Schulen, in denenman die Schüler auf die Universität vorbereitet, Gymnasien genannt. In Romhatte man zur Zeit der Republik keine Gebäude, die sich mit den griech. Gymnasienvergleicht» ließen; unter den Cäsaren aber lassen sich die öffentlichen Bäder damitvergleichen, und man kann sagen, daß die Gymnasien in den Thermen untergingen.
Gymnastik, die Kunst, dem Körper nach den Regeln durch Übungen Fer-tigkeit, Behendigkeit, Dauerhaftigkeit und Gesundheit zu verschaffen, kurz, die Kunstder Leibesbewegungen. Wort und Sache sind griech. Ursprungs; denn in Griechen-land bildete man zuerst diese Bewegungen zur Kunst aus. (S. Gymnasium.)Sie kam aber von den Kretensern nach Sparta. Man unterschied daselbst 3 Artenvon Gymnastik: die kriegerische, welche sich auf Angriff und Vertheidigung bezog,die mcdicimshe, welche die Erhaltung der Gesundheit bezweckte, und die athletische,die berühmteste unter allen, welche ihren Ursprung dem Vergnügen verdankt unddem Verlangen, von s. Kraft und Geschicklichkeit offen«. Beweise abzulegen. Dieerste Art bestand in Übungen des Laufens zu Fuß, Pferd und Wagen, im Springen,Ringen, Werfen und Bogenschießen; die zweite vereinigte mit einigen der erstenTanz, Ballspiel, Bäder und Salbungen, und der Arzt HeradikoS soll sie, kurz vorHippvkrates, in die Medicin eingeführt haben; zur dritten Art gehörte Alle«, wes-sen ein Athlet bedurfte, um in den öffentl. Spielen den Sieg zu erhalten. Diese dritteArt nennt man bald Athletik, weil die Übung in Kämpfen bestand, bald G y m-nik, weil man nackt kämpfte, bald Ag oni stik, weil sie Hauptgegenstand der äf-fen«. Spiele war. Um diese Kunst zu üben, reichte man mit den Vorbereitungender Gymnasien nicht aus, sondern bedurfte noch weit schwererer in der Palästra.Durch eine eigens dazu angeordnete Lebensart wurde»! die Athleten zu ihrer Kunstvorbereitet. Man sieht übrigens, daß diese Eintheilung mehr zufällig ist, als in demWesen der Kunst selbst gegründet, und daß sie keineswegs alle hier aufzuführend«Übungen umfaßt. Abgesehen von aller Anwendung, zerfallen die Leibcsbewegungmin 2 Eiassen: 1) in solche, die allein durch die eigne Bewegung des Körpers voll-bracht werden, und 2) in solche, zu denen noch ein fremd,s Bewegbare« hinzukommt.Zu der ersten Elaste gehören Gehen, Balanciern, Laufen, Tanzen, Springen (Vol-tigiren), Klettern, Werfen, Schleudern, Ringen, Fechten, Schwimmer»; zu der an-dern Reiten und Fahren. Sollen diese Übungen gesetzmäßig getrieben werden, somuß die Gymnastik von einer in den Gesetzen der Mechanik begründeten Theorieausgehen. In der neuern Zeit versuchte man diese kunstmäßig betriebenen Übungenin der Gymnastik wieder in den Iugendunterricht einzuführen. So in der Salz-mann'schcn Erziehungsanstalt in Schnepsenthal; später in der Turnkunst. ZuLondon legte CliaS 1823 eine Normalschule für Gymnastik an; nach s. Methodebefinden sich ähnliche Tmnanstalten bei den Kriegsschulen zu Chelsea, Greenwich,Sandhurst und Woolwich. In Paris blüht des Obersten Amoros Vpmnase nor-mal, militair« et civil.
G y m n o so p h i st e n (auch B r a ch m a n e n) nannten die Griechen die indi-schen Philosophen, weil sie, der Sage nach, unbekleidet! gingen und in 2 Sekten,