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4 (1830) F bis G
Entstehung
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958
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958 Gyges Gymnasium

derNeugriechen mit dem der Allgriechm und ihren staatlichen und bürgerlichen Ein-richtungen vergleicht und auseinandersetzt. Als Dichter machte sich G. bei Gelegen-heit einer Reise nach Neapel durch s.Jahreszeiten" bekannt, die damals ziemlichenBeifall fanden. Als s.VozrsA« «lo I» Kreee" erschien, widmete ihm Voltaire ei-nige sehr schmeichelhafte Verse, und die Griechen, erfreut, in ihm einen Mann zu sin-ken, der nicht, wie dies gewöhnlich geschieht, in diesem unglücklichen Volke lauterNichtswürdige sah, übersandten ihm das Diplom eines Bürgers von Athm. G. starb79 I. alt, 1799 auf der Insel Zante, eben da er im Begriff stand, zu der drittenAusgabe s. Reise durch Griechenland neue Materialien zu sammeln. Ein Sohn vonihm, Pierre Alfonse, war alsSecretair bei den franz. Gesandtschaften nachKonstautinopel, nach Wien und nach Lissabon angestellt und erhielt hierauf die Stelleeines Consuls in Sardinien, spater in Tripolis in Afrika, und zuletzt in Tripolis inSyrien, woselbst er 1812 starb. Er gab Briefe über die Türkei heraus, in welchender Verfall dieses Staates recht gut dargestellt ist. Auch war er der Vers. des Lust-spiels ,,k.» »misou >Ie Lloliei-e", in 4 Acten, welches Goldoni umgearbeitet hat.

GygeS, ein Günstling des lydischen Königs Kandaules, welcher, um ihnvon der Schönheit s. Gemahlin durch Augenschein zu überzeugen, ihm dieselbe einstzeigte, als sie sich entkleidet niederlegte. Diese Unverschämtheit erzürnte die König!»dermaßen, daß sie demG. die Wahl lies, entweder ihren Gemahl zu ermorden nad alsihrGatte das Königreich zu beherrschen, oder selbst s. strafbare Neugier mit dem Todezu bezahlen. G. ermordete daher, nachdem er vergebens den Entschluß der Königindestritten hatte, den Kandaules, und ward von dem delphischen Orakel in der Herr-schaft bestätigt. Die Fabel spricht von einem Zauberringe, den G. als Hirt in ei-ner unterirdischen Höhle gefunden, und welcher die Kraft gehabt habe, s. Besitzerunsichtbar zu machen, sobald dieser den Stein desselben einwärts kehrte. Mit Hülfedes Ringes soll er die Umarmungen der Königin genossen und seinen Herrn ermordethaben. Den Ring des G. besitzen, wurde nachher sprüchwörtlich bald von wankcl-müthigen, bald von boshaften und listigen, bald von glücklichen Leuten gebraucht,die Alles, was sie wünschen, erlangen.

Gymnasium hieß bei den Spartanern der öffentliche Ort (das Gebäude),wo die Jugend sich nackt (daher derName, von Gymnos, nackt) im Springen, Lau-fen, dem Werfen mit der Wurfscheibe und der Lanze, dem Ringen und Faustkampf,oder dem sogen. Fünfkampf (Pentathlon, guinguertiiim) übte. Dieses spartan.Institut wurde in den meisten Städten Griechenlands und zu Rom unter den Cäsa-ren nachgeahmt. Eine solche Erziehungsanstalt blieb aber nicht auf die körperlichenÜbungen eingeschränkt, sondern dehnte sich auch auf die Übungen des Geistes aus,indem hier die Philosophen, Rhetorik« und Lehrer andrer Wissenschaften ihren Un-terricht ertheilten. In Athm warm 5 Gymnasien, unter denen die Akademie, dasLyceum und Kynosarges die berühmtesten waren. In dem ersten lehrte Platon, imzweiten Aristoteles, im dritten Antisthenes. Diese Gymnasien waren in den ältestenZeiten offene, geebnete, mit einer Umfassung eingeschlossmcPlätze mit Abtheilungenfür die verschiedenen Spiele. Um Schatten zu erhalten, pflanzte man Reihen vonPlatanen, die nachher in Gäulengänge mit verschiedenen Behältnissen verwandeltwurden; endlich wurden die Gymnasien eine Menge anemanberhängender Gebäude,die geräumig genug waren, mehre Lausende zu fassen. Bon der Einrichtung dersel-ben hat Vitruv in s. Werk über die Baukunst (5,11) eine genaue Beschreibung ge-geben. Indeß enthielten manche Gymnasien bald mehr bald weniger Theile, alleaber außerdem noch eine Menge andrer Verzierungen. Hier fand man die Sta-tuen und Altäre des Mercur und Hercules, als der Götter, denen die Gymnasiengeheiligt waren, oft auch des Theseus, als des Erfinders der Kunst zu ringen; Sta-tuen von Helden und berühmten Männern, Gemälde und Basreliefs, Gegenständeder Religion und Geschichte darstellend. Eine gewöhnliche Verzierung der Gymna-sien waren Hermen. So versammmelte sich hier Alles, was Jünglinge in den