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4 (1830) F bis G
Entstehung
Seite
960
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060 Gynäceuni Gyromantie

Brahmanen (Braminen) und Samanen (Sarmanen, Germanen), getheilt wurden.Von ihren philosophischen Systemen wissen wir nur so viel, daß sie das Wesen derPhilosophie in stete Contemplation und in die strengsten ascetischcn Übungen sitzten,wodurch sie die Macht der Sinnlichkeit zu bekämpfen und mit der Gottheit sich zuvereinigen suchten. Sie verbrannten sich oft lebendig selbst, um desto eher in einenreinen Zustand überzugehen, wie z. B. Kalanus in Alexanders Gegenwart, undZarimaruS zu Athen, als August sich daselbst befand. Die Unbckanntschast derAlten mit Indien machte übrigens, daß man viel Wunderbares von ihnen erzählte.Auch die äthiopischen Weise» werden so genannt.

Gynaceum (Gynäkeion, Gynäkonitis). Die Griechen lebtenmit ihren Frauen nicht nach der Weise der Neuern in einer freundschaftlichen Ver-traulichkeit, sondern in einer gewissen Absonderung, welche aus den frühern Zeitenzurückgeblieben war, wo die Weiber als Sklavinnen und Eigenthum der Männerangesehen wurden. Jene bewohnten daher einen abgesonderten Theil des Hauses,welcher Gynäceum (Frauengemach, Fraumzwinger) hieß und in den« innern ent-legensten Raume des Gebäudes, noch hinter dem Hose, befindlich war. Gynä-kologie, Lehre von den eigenthümlichen gesunden und krankhaften Zuständendes Weibes. S. 0 Carus'sLehrbuch der Gynäkologie" (2 Thle., Lpz. 1828).

Gyps (schwefelsaurer Kalk). Dieses Mineral kommt in folgen-den Arten vor: 1) DaSMarien- oder Frauenglas erscheint krystallisirt inschiefen geschobenen Säulen und in krystallinischen Massen von deutlichem Blätter-gefüge, ist wasserhclk und grau, durchsichtig und weich. Es kommt am häufigste»im Gyps- und Steinsalzgebirge, seltener auf Gängen vor. 2) Drr Faserg yp skommt derb, vor« faserigem Gesüge, von weißlicher und grauer Farbe und durch-scheinend aus schmalen Gängen und Lagen im GypSgebirge vor. 3) Der Schaum-gypS besteht aus schuppigen, locker verbundenen Theilen, ist schneeweiß und kommt,sowie auch dieGypSerde, mit andern Gypsarten vor. 4) Der körnigeGypshat ein körniges Gesüge, welches auf der einen Seite ins Dichte und auf der andernins Schuppige und Blätterige übergeht; schneeweiße, inS Röthliche, Graue, Blaueund Gelbliche sich verlaufende Farbe. Er bildet die Hauptmasse der GypSgebirge,welche in der Ur- und Übergangszeit nur selten auftreten, dagegen in der älternFlötzperiode bedeutende Massen bilden. Sehrhäusig kommt das Steinsalz mit ihmvor. Von Resten einer frühern organischen Welt ist er theils ganz frei, theils ent-hält er nur wenig, als Gerippe von untergegangenen Abänderungen vierfüßigerThiere, Vogel, Amphibien, ferner Süßwassermuscheln und vegetabilische Reste.Häufig sind in dem Gyps Höhlen (Schlotten, Kalkschlotten) und Erdfälle (See-löcher). Der reine feinkörnige Gyps, der Alabaster, dem Marmor, was dieDauer angeht, nachstehend, auch schwieriger zu poliren, aber leichter zu behauenund zu schneiden, wird zu Statuen, Säulen, Basen, Dosen, Lustres, Tischplat-ten, Uhrgehäusen rc., zu innerlichen Verzierungen der Gebäuderc. benutzt. AlsMauerstein ist der GypS schlecht. Den gebrannten Gyps (Sparfalk) brauchtman zu den Stukkaturarbeiten; man bereitet aus ihm den Gypsmarmor, womitman Wände, Säulen u. s. w. überzieht und diese Decke dann schleift: auch werdenBöden damit aufgegossen (Estrich), und der daraus bereitete Mörtel (Gypsmörtel)wird zum Mauern an trockenen Stellen benutzt. Der gemahlene, rohe oder gebrannteGyps wird auch zur Verbesserung des Bodens angewendet. Den Fasrrgyps benutztman zur Anfertigung von Halsbändern, Ohrgehängen rc. H.

Gyromantie (von den griech. Wörtern GyroS, Kreis, und Manteia,Weissagung); die Wahrsagekunst mittelst gewisser Kreise, welche der Wahrsagermit allerlei Feierlichkeiten beschreibt, und in denen er unter Hersagung von Zauber-sprüchen und andern geheimnißvollen Gebräuchen umhergeht, um Unerfahrene destoleichter zu bethören.